Stand: 19.03.2016 17:28 Uhr

VfL patzt wieder - nur remis gegen Darmstadt

von Johannes Freytag, NDR.de
Bild vergrößern
Kein Durchkommen: Daniel Caligiuris Schuss wird von Konstantin Rausch (l.) geblockt.

Der VfL Wolfsburg verliert langsam, aber sicher die Europapokalränge aus den Augen. Am Sonnabend kamen die "Wölfe" im eigenen Stadion gegen Aufsteiger Darmstadt 98 nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Die mögliche erneute Champions-League-Qualifikation (Platz vier) ist bereits sechs Zähler entfernt, auch die Europa League (Rang sechs) ist bei drei Punkten Rückstand kein Selbstgänger mehr. Sandro Wagner schockte mit seinem Treffer die Niedersachsen, die über weite Strecken die Partie dominierten, aber erst in der Nachspielzeit durch André Schürrle zum Ausgleich kamen. "Wir haben zu langsam und zu behäbig gespielt, uns keine richtigen Torchancen rausgespielt", ärgerte sich der Torschütze nach der Partie bei NDR 2. Nach der Länderspielpause muss die Elf von Trainer Dieter Hecking in Leverkusen antreten, danach gastiert Real Madrid zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in der Autostadt.

Wolfsburg lässt zwei Punkte liegen

VfL ohne Draxler und Rodriguez

27.Spieltag, 19.03.2016 15:30 Uhr

  • VfL Wolfsburg
  • 1:1


  • Darmstadt 98

Tore: 0:1 S. Wagner (82.) 1:1 Schürrle (90.+3)
VfL Wolfsburg: Casteels - Vieirinha (79. Bruno Henrique), Knoche, Dante, Schäfer - Guilavogui (72. Putaro), Luiz Gustavo, Arnold - Caligiuri (38. Träsch) - Schürrle, Kruse
Darmstadt 98: Mathenia - Jungwirth, Sulu, S. Rajkovic, Caldirola - Heller (90.+4 Gorka), Niemeyer, Gondorf, Rausch (87. Kempe) - Vrancic (81. Rosenthal) - S. Wagner
Zuschauer: 26422

Weitere Daten zum Spiel

Hecking musste verletzungsbedingt seine Startelf erneut umbauen. Julian Draxler fehlte wie schon vergangene Woche beim 0:1 in Hoffenheim, gegen Darmstadt fiel nun auch Ricardo Rodriguez (Bauchmuskelprobleme) aus. Auf der linken Abwehrseite begann VfL-Rekordspieler Marcel Schäfer, die rechte Außenbahn besetzte Vieirinha. Wie groß die personellen Sorgen der Wolfsburger waren, zeigte ein Blick auf die Ersatzbank: Neben Torwart Max Grün und Christian Träsch nahmen dort Carlos Ascues, Jannes Horn, Paul Seguin, Bruno Henrique und Leandro Putaro Platz - zusammen kommt das Quintett auf fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga. Wie schon in Hoffenheim verschlief der VfL die Anfangsphase: Darmstadt attackierte früh und kam durch Marcel Heller (3.), Slobodan Rajkovic (4.) und Konstantin Rausch (15.) zu guten Gelegenheiten.

Caligiuri verletzt vom Platz

Die Gastgeber taten sich schwer gegen den defensiv gut aufgestellten Aufsteiger. Ein Schussversuch von Schürrle (7.) blieb lange die einzig halbwegs gelungene Offensivaktion der "Wölfe". Erst nach einer knappen halben Stunde wurden die Niedersachsen zwingender: Daniel Caligiuri verzog aus kurzer Distanz (28.), Schürrles Freistoß verfehlte das Darmstädter Tor nur hauchdünn (32.). Mitten hinein in diese kleine Drangphase folgte der nächste Rückschlag für die Hecking-Elf: Caligiuri musste mit Leistenproblemen verletzt raus und füllte das ohnehin schon übervolle VfL-Lazarett (neben Draxler und Rodriguez fallen zurzeit Bas Dost, Naldo, Sebastian Jung und Diego Benaglio aus) weiter auf. Bis zur Halbzeitpause passierte nicht mehr viel: Ein Schürrle-Kopfball knapp über das Gehäuse von "Lilien"-Keeper Christian Mathenia war die einzig nennenswerte Szene (41.).

"Wölfe" überlegen, aber Darmstadt trifft

Im zweiten Spielabschnitt agierte der VfL deutlich zielstrebiger. Josuha Guilavogui kam einen Schritt zu spät (46.), eine Hereingabe von Max Kruse, der sich zuvor schön durchgesetzt hatte, fand keinen Abnehmer (55.). Gegen die weit zurückgezogenen Gäste spielte der VfL fast wie eine Handballmannschaft - immer wieder wurde die Defensive der Hessen umkreist und die Gelegenheit für den tödlichen Pass gesucht. Schürrle hatte zweimal die Führung auf dem Fuß, einmal wurde der Schuss des Nationalspielers abgefälscht (62.), beim zweiten Mal war Mathenia zur Stelle (64.). Beinahe hätte Darmstadt dann den Spielverlauf auf den Kopf gestellt: Mario Vrancic scheiterte aus kurzer Distanz an VfL-Keeper Koen Casteels (66.). Wolfsburg drückte weiter: Luiz Gustavo von links - ans Seitennetz (73.). Der eingewechselte Putaro zentral aus elf Metern - Mathenia klärte (77.).

Und dann kam es, wie es kommen musste: Heller eilte auf der rechten Seite allen Gegenspielern davon, bediente den mitgelaufenen Wagner und der Goalgetter der Gäste traf mit seinem elften Saisontor die "Wölfe" mitten ins Herz (82.). Der VfL versuchte es weiter: Maximilian Arnold kam noch einen Schritt zu spät (87.), dann bescherte Schürrle in der Nachspielzeit seiner Mannschaft aber wenigstens noch einen Punkt (90.+3).

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/sport/fussball/Woelfe-VfL-Darmstadt,wolfsburg11150.html