Stand: 08.03.2016 22:34 Uhr

Wolfsburg dank Schürrle sicher im Viertelfinale

von Hanno Bode, NDR.de
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André Schürrle (l.) traf zum 1:0-Sieg Wolfsburgs gegen Gent.

Der VfL Wolfsburg ist seiner Favoritenrolle im Achtelfinale der Fußball-Champions-League gerecht geworden. Die Niedersachsen gewannen am Dienstagabend auch das Rückspiel gegen die KAA Gent mit 1:0 (0:0) und zogen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte in die Runde der letzten Acht der Königsklasse ein. André Schürrle erzielte das Tor des Tages (74.). Mit einem 3:2-Erfolg beim belgischen Meister hatten die "Wölfe" vor drei Wochen den Grundstein fürs Weiterkommen gelegt. Im Viertelfinale, das am 18. März in Nyon ausgelost wird, könnten die "Wölfe" nun unter anderem auf Real Madrid treffen. Die Spanier warfen am Dienstag den AS Rom aus dem Wettbewerb. "Man hat es noch nicht so realisiert das Ganze. Ich glaube, das kommt erst in den nächsten Stunden oder Tagen, dass man wirklich im Viertelfinale der Champions League steht. Das ist schon geil", sagte VfL-Mittelfeldakteur Maximilian Arnold im Gespräch mit NDR 2.

Verheißungsvoller VfL-Beginn

"Auf geht's Wolfsburg, schießt ein Tor", hallte es gleich nach dem Anpfiff von den Rängen der mit 23.457 Zuschauern nicht ausverkauften Wolfsburger Arena. Der nach zwischenzeitlicher Durststrecke zuletzt wieder verwöhnte "Wölfe"-Anhang lechzte nach einem frühen Treffer. Und Weltmeister Schürrle hätte den Wunsch der Fans beinahe bereits in der vierten Minute erfüllt. Der wiedererstarkte Angreifer zögerte allerdings einen Moment zu lang, sodass Gäste-Verteidiger Rami Gershon klären konnte. Im Gegenzug setzte Danijel Milicevic mit einem Schuss, der das Ziel um einen Meter verfehlte, ein erstes Ausrufezeichen Gents (5.). Der 30-Jährige bildete gemeinsam mit Moses Simon das Sturmduo der "Büffel". Die beiden Angreifer liefen die VfL-Verteidiger sehr früh an und provozierten so einige Fehlpässe sowie lange Bälle.

"Wölfe" schreiben Geschichte: CL-Viertelfinale

Gent geschickt, Wolfsburg ideenlos

Überhaupt hinterließen die Ostflamen im Vergleich zu ihrem Heimauftritt einen taktisch und spielerisch reiferen Eindruck. Die Elf von "Belgiens Trainer des Jahres" Hein Vanhaezebrouck stellte auch im Mittelfeld geschickt die Räume zu und zwang Wolfsburg zu vielen Quer- und Rückpässen. Dem Spiel des Vizemeisters mangelte es an Tempo und Ideen. Mehr als besagte Aktion von Schürrle, einem Schuss von Max Kruse neben das Gehäuse (13.) sowie Josuha Guilavoguis Versuch, den Keeper Matz Sels parierte (18.), sprang aus den Offensivaktionen der Hausherren bis zum Seitenwechsel nicht heraus. Viele der zu Beginn der Begegnung noch fröhlich singenden Fans pfiffen in der Schlussphase des ersten Durchgangs.

Hecking-Elf in Hälfte zwei überlegen

VfL Wolfsburg - KAA Gent 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Schürrle (74.)
Zuschauer: 23.457
Gelbe Karten: keine
Wolfsburg: Casteels - Träsch, Knoche, Dante, Ricardo Rodriguez - Guilavogui, Luiz Gustavo - Arnold (83. Vieirinha), Draxler (78. Caligiuri), Schürrle (89. Schäfer) - Kruse.
Gent: Sels - Rafinha (78. Foket), Nielsen, Gershon, Asare - Neto, Kums - Dejaegere, Matton (68. Saief) - Milicevic, Simon (70. Coulibaly)

Zu Beginn des zweiten Abschnitts wurde dann auf den Rängen zunächst wieder hoffnungsfroh geträllert. Diesmal stimmten die "Wölfe"-Sympathisanten ein "VfL, VfL, VfL" an. Und nun investierte das kickende Personal des Werksclubs auch mehr, um den Anhang bei Laune zu halten. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking verteidigte sehr hoch, schnürte den Kontrahenten in der Anfangsphase von Hälfte zwei in deren eigenen Hälfte ein und besaß durch Luiz Gustavo (56.) sowie Schürrle (60.) zwei gute Gelegenheiten. Die erste Chance vereitelte der aufmerksame Schlussmann Sels, die schwache Direktabnahme des deutchen WM-Helden konnte Renato Neto vor der Linie klären. Auch seine dritte Möglichkeit ließ der frühere Mainzer bald darauf aus. Erneut zögerte der 25-Jährige zu lange, abermals waren die Belgier in Person von Gershon zur Stelle (70.).

Schürrle trifft nach Draxler-Vorarbeit

Doch aller guten Dinge waren für Schürrle an diesem Abend vier. In der 74. Minute verwertete der Stürmer eine tolle Vorarbeit von Julian Draxler zum zu diesem Zeitpunkt längst überfälligen 1:0. Der zweifache Torschütze des Hinspiels, der ansonsten recht blass blieb, war energisch in den Strafraum eingedrungen und hatte den Ball von der Grundlinie in den Rücken von Gents Abwehr gepasst. Der Rest war für Schürrle Formsache und gleichbedeutend mit der Entscheidung. Die im gesamten zweiten Durchgang ohnehin sehr passiven Belgier hatten nichts mehr zuzusetzen, sodass Wolfsburg letztlich ungefährdet in das Viertelfinale einzog. "Ich glaube, wenn man sechs von acht Champions-League-Spielen gewinnt, hat man durchaus eine ordentliche Bilanz und steht zu Recht da, wo wir jetzt sind", resümierte Kruse im Interview mit NDR 2 treffend.

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