Stand: 30.01.2016 17:21 Uhr

Werder-Wahnsinn: Ein Punkt für die Moral

von Ines Bellinger, NDR.de

Auf dem Weg, seinen Heim-Komplex zu bezwingen, macht Werder Bremen kleine Schritte. Den Grün-Weißen gelang beim 3:3 (0:2) gegen den Tabellendritten Hertha BSC am Sonnabend zwar erneut kein Sieg im Weserstadion. Doch mit dem Remis nach einem 0:2- und 1:3-Rückstand und dem erst fünften Heimpunkt in dieser Saison belohnte sich die Mannschaft von Trainer Viktor Skripnik für ihren unerschütterlichen Kampfgeist. Nach dem 3:1-Sieg auf Schalke bleibt Werder im neuen Fußballjahr unbezwungen und robbt sich langsam aus der Abstiegszone raus. "Diese Mannschaft steigt nicht ab", legte sich Skripnik nach der Partie fest. Am kommenden Freitag steht - zum Glück - wieder eine Auswärtspartie auf dem Spielplan. Bremen muss in Mönchengladbach antreten. Nicht dabei sein wird Santiago Garcia. Der Linksverteidiger hat sich seine fünfte Gelbe Karte und damit eine Sperre eingehandelt.

Bremer ringen mit Kampfgeist Berlin einen Punkt ab

Wiedwald sieht nicht gut aus

19.Spieltag, 30.01.2016 15:30 Uhr

  • Werder Bremen
  • 3:3


  • Hertha BSC

Tore: 0:1 Darida (29.) 0:2 Plattenhardt (41.) 1:2 Bartels (67.) 1:3 Kalou (71.) 2:3 Pizarro (75., Foulelfmeter) 3:3 Pizarro (77.)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Vestergaard, Djilobodji, S. Garcia - Öztunali (46. Bartels), Fritz, Junuzovic (90.+2 Fröde), Grillitsch (63. Kleinheisler) - Ujah, Pizarro -
Hertha BSC: Jarstein - Weiser, Langkamp, Brooks, Plattenhardt - Skjelbred (90.+3 Hegeler), Lustenberger - Haraguchi (69. van den Bergh), Darida, Kalou - Ibisevic (86. N. Stark)
Zuschauer: 40141

Weitere Daten zum Spiel

Eine knappe halbe Stunde währte die Hoffnung der Werder-Fans auf den zweiten Heimsieg in dieser Saison, denn die Bremer zeigten zu Beginn eine gute Spielanlage und erarbeiteten sich gute Chancen, die Florian Grillitsch nach perfekter Vorlage von Claudio Pizarro (13.) und Anthony Ujah nach einem Sololauf von Levin Öztunali an der Grundlinie (20.) sträflich ungenutzt ließen. Beide Male klärte der Berliner Mitchell Weiser in höchster Not vor dem eigenen Gehäuse. Und dann trat ausgerechnet der Mann auf den Plan, der der löchrigen Werder-Abwehr normalerweise Halt gibt: Felix Wiedwald. Der Bremer Torwart machte eine unglückliche Figur, als ein Flatterball von Vladimir Darida aus fast 30 Metern im linken Winkel einschlug (29.). Ein Tor aus dem Nichts, nachdem die Grün-Weißen den Ball nach einem Einwurf nicht in den eigenen Reihen hatten halten können. Kurz vor der Pause zirkelte Marvin Plattenhardt dann einen von Garcia verschuldeten Freistoß aus 17 Metern unter die Latte (42.). Wiedwald hätte nur die Arme hochreißen müssen, doch er sah den über die Neun-Mann-Mauer gehobenen Ball wohl erst spät. Sein Gegenüber Rune Jarstein machte es besser und parierte einen gut getretenen 20-Meter-Freistoß von Werder-Neuzugang Papy Djilobodji (45.+1).

Werders Kampfgeist belohnt

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Zu Beginn der zweiten Hälfte kam Fin Bartels für Öztunali und rückte neben Ujah in die Spitze. Pizarro sollte die beiden nun mit genauen Pässen in Szene setzen, doch dazu kam es nur selten, weil die Berliner den Routinier gut abschirmten. Und so fasste sich der eingewechselte Bartels ein Herz, startete einen Sololauf an der Mittellinie, und als ihn im Strafraum noch immer kein Berliner angegriffen hatte, schoss er den Ball zum 1:2 in die linke Ecke (67.) - das erste Gegentor für Jarstein nach 399 Spielminuten. Nur vier Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt, als Johannes van den Bergh Torjäger Salomon Kalou am Fünfmeterraum bediente (71.). Werders Kampfgeist war damit nicht gebrochen, im Gegenteil, die Bremer legten nun erst richtig los. Pizarro verwandelte einen von Ujah herausgeholten Foulelfmeter - 2:3 (75.). Zwei Minuten später köpfte Garcia den Ball nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic zum 3:3 ins Tor (77.). Später wurde der Treffer Pizarro gutgeschrieben, der wohl noch dran war und damit in der Rangliste der Bundesliga-Rekordschützen mit 181 Treffern nur noch einen Treffer hinter Ulf Kirsten auf Platz fünf liegt.

Bartels: "Ein gewonnener Punkt"

Bartels hätte Werder sogar noch den ersten Bundesliga-Heimsieg seit Ende August schenken können (90.) - allein für die Leidenschaft, mit der die Bremer in der zweiten Hälfte zu Werke gingen, hätten sie ihn verdient gehabt. "Nach dem Spielverlauf ist das ein gewonnener Punkt", sagte Bartels im NDR Interview. "Wir haben bewiesen, dass Moral in der Truppe steckt und dass wir es packen können in der Liga."

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