Stand: 01.09.2015 15:19 Uhr

Hunt: "Kann den Unmut einiger Bremer verstehen"

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Dieses Foto trifft viele Werder-Fans hart: Aaron Hunt mit HSV-Trikot.

HSV-Neuzugang Aaron Hunt hat am Dienstag sein erstes Training in der Hansestadt absolviert und sich danach kritisch über einige Reaktionen zu seinem Wechsel geäußert: "Ich kann den Unmut einiger Bremer verstehen, aber alles, was darüber hinausgeht, leider nicht. Hassbotschaften oder Ähnliches haben im Fußball nichts zu suchen", sagte der 28-Jährige, der vor seinem Engagement beim VfL Wolfsburg 13 Jahre lang für Werder spielte. "Ich habe mich für den neuen Schritt, den HSV entschieden. Alles andere lasse ich jetzt hinter mir. Ich weiß, dass es kein einfacher Weg wird, aber ich habe mir alles gründlich überlegt", erklärte Hunt. Nun gelte es, "so schnell wie möglich in Form zu kommen und mich schnell zu integrieren. Fit bin ich, ich habe die gesamte VfL-Vorbereitung mitgemacht."

Beim VfL nur "Edeljoker"

Beim Bundesliga-Gründungsmitglied unterzeichnete der Deutsch-Engländer am Montag, dem letzten Tag der Transferperiode, einen Dreijahresvertrag. Hunt war vor der vergangenen Serie von Werder Bremen zu den "Wölfen" gewechselt. Bei den Niedersachsen kam er auch verletzungsbedingt nicht über die Rolle des "Edeljokers" hinaus. Der offensive Mittelfeldspieler erzielte lediglich zwei Erstliga-Treffer für den VfL - seinen letzten am 9. November 2014 beim 2:0-Sieg gegen den HSV. Seinen Wechsel an die Elbe sieht er trotz Gehaltseinbußen nicht als Rückschritt: "Wenn ich schon satt wäre, hätte ich mich zwei Jahre bei Wolfsburg auf die Bank gesetzt und mir die Champions League angeguckt. Das war aber einfach nicht mein Anspruch."

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Labbadia: "Er wird uns sofort verstärken"

"Wir sind sehr froh, dass wir kurz vor Ende der Transferphase noch einen Spieler dieser Qualität verpflichten konnten", sagte HSV-Trainer Bruno Labbadia: "Aaron Hunt wird uns mit Sicherheit sofort verstärken." Die Ablöse für den Zugang soll nach Medienberichten bei 2,5 bis 3 Millionen Euro liegen. "Der HSV hat sich extrem um mich bemüht, ich hatte sehr gute Gespräche mit Bruno Labbadia und Peter Knäbel", erklärte Hunt.

Leistungsträger in Bremen

Der im niedersächsischen Goslar geborene Hunt begann seine Profilaufbahn bei Werder Bremen. Der Sohn einer Engländerin und eines deutschen Vaters debütierte im September 2004 für die Hanseaten in der Bundesliga. Bis 2014 bestritt der Offensivmann 215 Erstliga-Partien (46 Treffer) für den Club von der Weser. Anschließend wechselte der dreimalige deutsche Nationalspieler ablösefrei nach Wolfsburg. Er unterzeichnete ein bis 2017 datiertes Arbeitspapier. Bei den "Wölfen" konnte der 28-Jährige, der in seiner Karriere mehrfach durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. In der vergangenen Serie kam Hunt, der mehrere Wochen mit einem Innenbandanriss ausfiel, in der Bundesliga lediglich 15 Mal zum Einsatz.

Schwache Premierensaison bei den "Wölfen"

Trotz der für ihn unbefriedigenden Premieren-Saison im VfL-Trikot hatte der Edeltechniker noch im Mai in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" erklärt, nicht an einer Luftveränderung interessiert zu sein. Er wolle mit den "Wölfen" in der Champions League spielen, erklärte der Deutsch-Engländer. Zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass der italienische Serie-A-Vertreter US Palermo sowie Besiktas Istanbul aus der türkischen Süper Lig an einer Verpflichtung des 28-Jährigen Interesse hätten. Nun schlug der Hamburger SV zu. Beim Erstliga-Gründungsmitglied soll der Ex-Bremer für mehr kreative Momente sorgen. Hunt kann sowohl im offensiven Mittelfeld als auch in vorderster Front auflaufen.

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