Stand: 23.07.2015 15:40 Uhr

Vizemeister Wolfsburg: Gefragt und gejagt

von Inka Blumensaat, NDR Fernsehen
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Kevin De Bruyne trainiert und schweigt.

Das Interesse am VfL Wolfsburg ist gestiegen. Deutlich mehr Fans als im vergangenen Jahr besuchen die Übungseinheiten des Fußball-Bundesligisten im Trainingslager am Rande der baden-württembergischen Kleinstadt Donaueschingen. Ein Autogramm von Kevin De Bruyne, ein kleiner Plausch mit Bas Dost - kein Problem. Begehrt aber sind die Spieler des Vizemeisters und Pokalsiegers auch bei anderen Vereinen, bei großen Clubs aus dem Ausland. Spekulationen begleiten die Vorbereitung auf eine Saison, die so erfolgreich werden soll wie die vergangene.

De Bruyne schweigt zu Angebot aus Manchester

An Kevin De Bruyne, dem Ausnahmespieler der vergangenen Spielzeit, sind mehrere Clubs interessiert. Aktuell berichten englische Medien über eine angeblich bald beim VfL eintreffende Offerte von Manchester City. Der Club sei bereit, 86 Millionen Euro Ablöse für den belgischen Spielgestalter zu zahlen. Kevin De Bruyne trainiert - und schweigt. Er hat sich bislang zu seiner Zukunft nicht positioniert und Geschäftsführer Klaus Allofs sagt: "Hier ist nichts gelandet. Und weder Kevin noch sein Berater haben mitgeteilt, den VfL verlassen zu wollen." Kollege Ivan Perisic könnte zu Inter Mailand wechseln, Bas Dost hält einen Vereinswechsel ebenfalls für denkbar. Geschäftsführer Klaus Allofs steht der Schweiß auf der Stirn. Das aber liegt an den heißen Temperaturen bis zu 37 Grad in diesen Tagen.

Allofs: "Wir wollen und müssen keinen Spieler abgegeben"

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Klaus Allofs bringt der Rummel um Kevin De Bruyne im Trainingslager der "Wölfe" nicht aus der Ruhe.

„Glücklicherweise hat unser Verein keine wirtschaftlichen Zwänge. Das Interesse ist riesengroß geworden nach der letzten Saison. Aber wir wollen und müssen keinen Spieler abgeben“, sagt Allofs. Was aber, wenn einer der Umworbenen seinen Weggang forciert, den Verlockungen des Geldes aus England oder Italien erliegt? Bislang haben Allofs und Trainer Dieter Hecking wechselwillige Spieler nie aufhalten wollen. Ein Abgang von Kevin De Bruyne aber träfe den Verein schwer. Ohne das belgische "Wunderkind" stünden die Chancen, den Erfolg der vergangenen Saison zu wiederholen oder gar zu übertreffen, deutlich schlechter. Und der VfL hätte zwar mehr als genug Geld, die Auswahl an Nachfolgekandidaten für De Bruyne ist aber selbst in ganz Europa gering.

Familienzuwachs bei den "Wölfen"

Nach Stürmer Max Kruse und Ersatztorhüter Koen Casteels haben die Wolfsburger am Mittwoch einen weiteren Neuzugang präsentiert, eine Art Familienzuwachs: Francisco Rodriguez (19) folgt seinem älteren Bruder Ricardo. Während der einer der stärksten Linksverteidiger der Liga ist, bewirbt sich der kleine Bruder um einen Platz im rechten Mittelfeld. Für Rodriguez junior, der bislang beim FC Zürich spielte, wird es zunächst schon ein Erfolg sein, einen Bankplatz beim Champions-League-Teilnehmer zu ergattern. Immerhin sicherte sein großer Bruder zu, bei der Eingewöhnung in Deutschland zu helfen, davon könne ihn auch ein angebliches Angebot von Real Madrid nicht abhalten. Den nächsten Zugang vermeldete der VfL dann am Donnerstag: Carlos Ascues kommt vom peruanischen Erstligisten FBC Melgar Arequipa. Der 23 Jahre alte Defensivmann unterschrieb einen Dreijahresvertrag.

Bendtners Einzelstunden mit Medizinball und Fitnesstrainer

Womöglich wünscht sich Nicklas Bendtner in diesen Tagen manchmal an einen anderen Ort. Gleich zweimal wurde dem Stürmer ein besonderes Fitnessprogramm samt Medizinballeinsatz verordnet. Trainer Hecking möchte dies ausdrücklich nicht als Straftraining verstanden wissen. Ein Ausdruck der Unzufriedenheit mit den Leistungen Bendtners sind die Einzelstunden bei Fitnesstrainer Oliver Mutschler aber sicherlich. Auf Nicklas Bendtner, der in der vergangenen Saison in Wolfsburg nicht glänzte, könnten sie beim VfL wohl am ehesten verzichten. Für diesen Spieler aber gibt es aktuell keinerlei Bewerber.

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