Stand: 26.11.2015 11:54 Uhr

Glückliche "Wölfe" überwintern im Europacup

von Thomas Luerweg, NDR.de
Mann des Abends in Moskau war der Doppeltorschütze André Schürrle (r.).

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat am Mittwoch sein Überwintern im internationalen Geschäft gesichert: Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking siegte in der Champions League mit etwas Glück beim ZSKA Moskau mit 2:0 (0:0) und hat in der Gruppe B Rang drei sicher. Somit sind sie im neuen Jahr auf jeden Fall in der Europa League dabei, aber auch das Achtelfinale in der Königsklasse ist zum Greifen nah. Dafür genügt dem neuen Gruppen-Spitzenreiter - Manchester United und die PSV Eindhoven trennten sich 0:0 - im abschließenden Spiel gegen "ManU" ein Unentschieden. "Die Ausgangsposition ist gut", freute sich Manager Klaus Allofs. "Wir haben allen Grund optimistisch zu sein." Den Niedersachsen gelang in einer Drangphase der Gastgeber die Führung durch einen schweren Torwartfehler - Igor Akinfejew lenkte einen Schuss von André Schürrle ins eigene Netz. Kurz vor Schluss ließ der Nationalspieler die "Wölfe" nach seinem 2:0 jubeln.

Drei fehlende Leistungsträger

Hecking musste wie beim spektakulären 6:0-Sieg über Werder Bremen am Sonnabend auf Leistungsträger Julian Draxler verzichten. Der Mittelfeldmann fiel diesmal aber nicht wegen einer Sperre aus, sondern wegen Adduktorenproblemen. Marcel Schäfer vertrat erneut Ricardo Rodriguez als Linksverteidiger und Josuha Guilavogui den am Rücken verletzten Luiz Gustavo im defensiven Mittelfeld.

Kruse vergibt beste Chance

ZSKA Moskau - VfL Wolfsburg 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Akinfejew (67., ET), 0:2 Schürrle (88.)
Moskau: Akinfejew - Fernandes, Berezutski, Ignaschewitsch (46. Vasin), Nababkin (75. Natcho) - Wernbloom, Dsagojew (90. Pantschenko) - Tosic, Milanov, Musa - Doumbia
Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Dante, Naldo, Schäfer - Guilavogui, Arnold - Vieirinha, Kruse (81. Jung), Caligiuri (61. Schürrle) - Dost (86. Bendtner)
Zuschauer: 16.450

Die "Wölfe" agierten von Beginn an recht vorsichtig, um nicht in einen der Konter der Russen zu laufen, die in dem Nigerianer Ahmed Musa und dem Ivorer Seydou Doumbia zwei extrem schnelle Offensivkräfte in ihren Reihen hatten. Gleichzeitig ließen die Niedersachsen aber die nötige Entschlossenheit vermissen, sodass sie ihre Überlegenheit beim Ballbesitz nicht in zwingende Toraktionen ummünzen konnten. Die beste Chance im ersten Abschnitt hatte Max Kruse, der aus acht Metern abzog, doch Akinfejew im ZSKA-Tor riss die Fäuste hoch und konnte klären (36.). Bas Dost hing häufig in der Luft und hatte lediglich zwei Torraumszenen (7., 33.). Zur Pause musste der VfL dankbar sein, nicht in Rückstand geraten zu sein - Musa hatte nach 34 Minuten das Außennetz getroffen.

Schürrle trifft aus dem Nichts

Nach dem Wechsel erhöhten beide Teams ihr Engagement, die Moskauer strahlten dabei aber deutlich mehr Torgefahr aus: VfL-Keeper Diego Benaglio faustete in höchster Bedrängnis den Ball aus seinem Fünfer, traf aber Pontus Wernbloom (49.). Die 16.450 Zuschauer im Moskauer Vorort Chimki - und damit sogar weniger als beim 1:0-Hinspielsieg in Wolfsburg - forderten mehrheitlich Strafstoß. Der italienische Schiedsrichter Gianluca Rocchi entschied auf Stürmerfoul. Zwölf Minuten später setzte Zoran Tosic aus 16 Metern an den linken Pfosten - Benaglio wäre machtlos gewesen. Als alles auf eine Führung der Hausherren hindeutete, sorgte ein schwerer Akinfejew-Patzer für die VfL-Führung: Dost verlängerte einen langen Ball von Dante auf den eingewechselten Schürrle, der aus spitzem Winkel in Richtung Tor schoss. Der Keeper, der für seine Fehler bekannt ist, lenkte den Ball ins eigene Netz (67.). Die Kugel wäre wohl nicht einmal auf den Kasten gegangen. Die UEFA wertete den Treffer später als Eigentor.

Endgültige Entscheidung kurz vor Schluss

ZSKA hielt dagegen und kam durch Musa (69., 84.) und Doumbia (79.) zu guten Ausgleichschancen. Schürrle machte jedoch kurz vor Schluss alle Hoffnungen der Russen zunichte, als er von der Strafraumgrenze aus traf (88). Fast hätte Nicklas Bendtner noch auf 3:0 erhöht, doch er traf in der Nachspielzeit nur den Außenpfosten (90.+3). Die "Wölfe" haben jetzt gute Aussichten, das Achtelfinale der Königsklasse zu erreichen. Die Moskauer hingegen sind aus der Champions Legaue ausgeschieden.

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