Stand: 19.09.2017 22:25 Uhr

VfL spielt bei Schmidt-Debüt remis gegen Bremen

von Hanno Bode, NDR.de

Es wartet viel Arbeit auf Martin Schmidt. Sehr viel Arbeit. Der neue Arbeitgeber des Schweizer Fußballlehrers, der VfL Wolfsburg, kam am Dienstagabend im Nordduell mit Werder Bremen nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Dabei offenbarte der Werksclub beim Einstand des Coaches im zweiten Abschnitt bedenkliche Konditions- und Abstimmungsprobleme. Am Ende waren die weiterhin sieglosen Gäste dem dreifachen Punktgewinn viel näher als Schmidts "Wölfe". Divock Origi (28.) brachte die im ersten Abschnitt sehr bemühten Hausherren in Front. Fin Bartels konnte nach der Pause egalisieren (56.). Schmidt war dennoch nicht unzufrieden. "Unter dem Strich hätten wir für die Leistung heute - auch von der Mentalität her - mehr verdient als diesen Punkt. Aber den nehmen wir gerne, weil es ist ein erster Schritt in unserer Entwicklung", sagte der 50-Jährige im Interview mit NDR 2.

Schmidt-Debüt endet unentschieden

Origi trifft zur verdienten VfL-Führung

Die Gastgeber waren gegen die ersatzgeschwächten Bremer, bei denen die Innenverteidiger Niklas Moisander und Lamine Sané, Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic und Stürmer Max Kruse verletzungsbedingt fehlten, im ersten Abschnitt klar tonangebend. Doch wie bereits unter Schmidts Vorgänger Andries Jonker mangelte es dem deutschen Meister von 2009 in der Vorwärtsbewegung zunächst an Kreativität und Zielstrebigkeit. Der neue VfL-Coach begleitete den bemühten Auftritt seiner Elf mal wild gestikulierend an der Seitenlinie, mal saß der 50-Jährige nachdenklich auf der Bank. In der 28. Minute lösten sich dann die Gesichtszüge des Schweizers, nachdem Origi die erste nennenswerte Chance zum 1:0 verwertet hatte. Die Liverpool-Leihgabe bugsierte eine feine Hereingabe von Paul-Georges Ntep aus dem Halbfeld aus wenigen Metern in die Maschen. Werder-Innenverteidiger Luca Caldirola konnte dem "Wölfe"-Stürmer bei seinem Saison-Debüt nicht folgen.

Nouri-Elf in erster Hälfte ohne Durchschlagskraft

Die Führung war mehr als verdient, hatte Wolfsburg bis zu diesem Zeitpunkt doch knapp 70 Prozent Ballbesitz. Yunus Malli, der wie Ntep und Paul Verhaegh neu in die Startelf gerutscht war, hätte kurz darauf beinahe erhöht. Der raffinierte Schuss des Edeltechnikers strich um Haaresbreits am Kasten vorbei (33.). Und Bremen? Nur einmal näherte sich die Mannschaft von Coach Alexander Nouri vor dem Seitenwechsel halbwegs gefährlich dem VfL-Gehäuse an. Sinnbildlich für die biedere Vorstellung entsprang die Gelegenheit einem ruhenden Ball. Nach einem Eckstoß von Florian Kainz schob der am langen Pfosten stehende Theodor Gebre Selassie "Wölfe"-Torwart Koen Casteels die Kugel in die Arme (41.). Mehr hatte der Gast offensiv in den ersten 45 Minuten nicht zu bieten.

Bremen nach der Pause nicht wiederzuerkennen

5.Spieltag, 19.09.2017 20:30 Uhr

  • VfL Wolfsburg
  • 1:0


  • Werder Bremen

Tore: 1:0 Origi (28.) 1:1 Bartels (56.)
VfL Wolfsburg: Casteels - Verhaegh, Knoche, Uduokhai, Gerhardt - Camacho (70. Guilavogui), Arnold - Malli, Didavi (88. William), Ntep (78. Dimata) - Origi
Werder Bremen: Pavlenka - Ro. Bauer, Veljkovic, Caldirola - Gebre Selassie, M. Eggestein, Augustinsson - J. Gondorf (46. Bargfrede), Delaney - F. Kainz, Bartels (90. Hajrovic)
Zuschauer: 26174

Weitere Daten zum Spiel

Nouri reagierte mit einem Doppelwechsel auf die bis dahin uninspirierte Vorstellung seines Teams. Für Jérôme Gondorf und Maximilian Eggestein brachte der Übungsleiter Ishak Belfodil und Philipp Bargfrede. Allerdings nicht einer der beiden "Joker", sondern Florian Kainz hätte kurz nach dem Wiederanpfiff beinahe egalisiert. Nach einer Hereingabe von Thomas Delaney und einem Casteels-Patzer kam der Österreicher aus 14 Metern zum Abschluss. Der auf der Linie stehende Robin Knoche verhinderte den Ausgleich (46.). Letzterer rettete ein weiteres Mal gegen Kainz (49.), bevor er in der 56. Minute eine Delaney-Flanke aus dem Halbfeld unglücklich zu Bartels verlängerte, der freistehend per Kopf zum 1:1 traf. Der VfL wirkte geschockt und war überfordert, wieder Ordnung in sein Spiel zu bringen. Ein falscher Einwurf von Ntep (62.) war sinnbildlich für die Verunsicherung der "Wölfe" zu diesem Zeitpunkt.

Gebre Selassie hat Werders Sieg auf dem Fuß

Die Bremer Rumpf-Elf, bei der Delaney nun Dreh- und Angelpunkt war, witterte ihre Chance auf den ersten Saisonsieg. Und sie war dem 2:1 ganz nah, als Gebre Selassie unbedrängt zum Abschluss kam, jedoch nur das Aluminium traf (75.). Kurz darauf versuchte es der Tscheche per Hacke - Casteels rettete kurz vor der Linie (80.). Wolfsburg hatte nichts mehr entgegenzusetzen und musste am Ende froh sein, beim Debüt seines neuen Trainers nicht verloren zu haben. "Ich glaube, gerade aufgrund der zweiten Halbzeit musst du das Spiel eigentlich gewinnen", sagte Bartels im Interview mit NDR 2: "Wir müssen uns dann einfach belohnen, was uns wieder nicht gelungen ist."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 19.09.2017 | 19:00 Uhr

mit Video

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