Stand: 31.05.2015 08:53 Uhr

Wunderbare "Wölfe" feiern ersten Pokaltriumph

von Thomas Luerweg, NDR.de
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Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking (M.) feiert bei Abpfiff frenetisch den Pokalsieg.

Endlich der erste Titel: Für Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking ist am Samstagabend im ausverkauften Berliner Olympiastadion ein Traum in Erfüllung gegangen. Hochverdient besiegte der VfL im Finale des DFB-Pokals Borussia Dortmund nach einem mitreißenden Spiel mit 3:1 (3:1). Hecking hatte sich vor der Partie gewünscht, sein Name sollte in Überschriften mit dem Titelgewinn verbunden sein - und so kam es: "Es fühlt sich wahnsinnig bekloppt an", bekannte der Fußballlehrer nach dem Sieg. Nach einer Riesenparty in der Hauptstadt machten sich die "Wölfe" auf den Weg nach Wolfsburg, um dort mit ihren Fans weiterzufeiern.

Effiziente Wolfsburger drehen Partie

In einem phasenweise hochklassigen Fußballspiel waren zunächst die Dortmunder das bessere Team. Doch der VfL legte den Schalter um und drehte mit drei Aktionen die Partie - zielstrebig und effizient, so wie er auch in der Bundesliga agiert hatte. Anschließend feierten die rund 25.000 mitgereisten Wolfsburger Fans ausgelassen, die deutlich in der Unterzahl waren. "Das ist ein Supertag für uns", freute sich Wolfsburgs Kevin De Bruyne nach dem Abpfiff. Gleichzeitig erinnerte er aber auch an seinen im Januar verstorbenen Mitspieler und Freund Junior Malanda, zu dessen Gedenken die "Wölfe" in speziellen Trikots aufgelaufen waren: "Er bleibt immer in meinem Kopf", sagte der belgische Nationalspieler.

Pokalsieger: "Wölfe" erobern die Hauptstadt

Mitreißende erste Hälfte

Fußball DFB-Pokal, Finale

  • Bor. Dortmund
  • 1:3


  • VfL Wolfsburg

Tore: 1:0 Aubameyang (5.) 1:1 Luiz Gustavo (22.) 1:2 De Bruyne (33.) 1:3 Dost (38.)
Bor. Dortmund: Langerak - Durm (68. Blaszczykowski), Subotic, M. Hummels, Schmelzer - Kehl (68. Piszczek), Gündogan - Mchitarjan, Kagawa, M. Reus (79. Immobile) - Aubameyang
VfL Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, T. Klose, R. Rodriguez - Luiz Gustavo, Arnold (81. Schürrle) - Perisic (74. Guilavogui), De Bruyne, D. Caligiuri (85. Träsch) - Dost
Zuschauer: 75815

Weitere Daten zum Spiel

Hecking setzte auf seine Stammkräfte, die dem VfL in der Bundesliga die Vizemeisterschaft beschert hatten: Der zuletzt angeschlagene Naldo war in der Innenverteidigung wieder dabei, ebenso wie der im letzten Ligaspiel in Köln geschonte Ricardo Rodriguez auf seiner linken Seite. Die Partie nahm von Beginn an Fahrt auf und versetzte nach knapp fünf Minuten vor allem die BVB-Fans unter den 75.815 Zuschauern in Verzückung: Dortmunds agiler Mittelfeldmann Shinji Kagawa flankte von der rechten Seite, Rodriguez rückte zu langsam heraus und so stand BVB-Torgarant Pierre-Emerick Aubameyang völlig frei vor Diego Benaglio. Er ließ Wolfsburgs Schlussmann bei seiner Direktabnahme keine Chance und traf sehenswert zum 1:0. Der VfL antwortete mit einer wütenden Attacke, doch Ivan Perisic scheiterte an Mitch Langerak im BVB-Tor (6.). Als nach einer Riesenchance durch Marco Reus nach einer Kagawa-Flanke (18.) alle mit einem Sturmlauf der Westfalen rechneten, bissen die "Wölfe" zu: Naldo schoss aus 25 Metern einen seiner gefürchteten knallharten Freistöße, Langerak konnte den Ball nicht festhalten, Luiz Gustavo schob ein (22.) - 1:1!

Drei VfL-Tore in 16 Minuten

Die Niedersachsen agierten weiter gnadenlos effektiv und bauten ihre Führung aus: Daniel Caligiuri legte an der Strafraumgrenze für De Bruyne ab und der Belgier vollendete großartig mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck (33.). Diesmal war Langerak erneut chancenlos, ebenso wie fünf Minuten später: Perisic nutzte seinen Freiraum auf der rechten Seite, flankte in den Fünfmeterraum, wo Bas Dost am langen Pfosten schulmäßig per Kopf vollendete (38.). Innerhalb von 16 Minuten hatte der VfL das Spiel komplett gedreht und ging mit einer hochverdienten Führung in die Pause, nachdem Aubameyang kurz zuvor noch elfmeterreif von Rodriguez von den Beinen geholt worden war (44.). Ein Pfiff blieb aber aus.

Dortmund kann das Ruder nicht mehr herumreißen

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Wolfsburgs Timm Klose (l.) beim Zweikampf gegen Dortmunds Marco Reus.

Nach dem Wechsel versuchten die Dortmunder sehr engagiert, das Blatt zu wenden, schließlich wollten sie ihrem scheidenden Trainer Jürgen Klopp zum Abschied einen Sieg schenken. Doch durch die BVB-Offensive ergaben sich Freiräume für die konterstarken "Wölfe": Caligiuri (48., 65.) hätte für das Hecking-Team erhöhen können, auf der anderen Seite hatte Kagawa (50., 80.) den Anschluss für die Westfalen auf dem Fuß, ebenso wie Reus aus 16 Metern (56.). Der BVB kam zwar mit zunehmender Spieldauer immer gefährlicher vor Benaglios Tor - allein, die Dortmunder trafen nicht und haderten mit Schiedsrichter Felix Brych, der ihnen in zwei Situationen einen möglichen Strafstoß verweigerte. So blieb es beim Pokaltriumph für die "Wölfe", der auch in dieser Höhe völlig in Ordnung ging.

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