Stand: 03.03.2016 22:06 Uhr

Verhoek beschert St. Pauli den Nordderby-Sieg

von Christian Görtzen, NDR.de
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Kyoung-Rok Choi feiert den Torschützen John Verhoek (l.). Die Teamkollegen kommen hinzu.

Lange Zeit war es ein gruseliger Kick. Am Ende aber feierten die Fans des FC St. Pauli unter den 29.271 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion. Die Hamburger besiegten am Donnerstagabend im Zweitliga-Nordderby Eintracht Braunschweig mit 1:0 (0:0) und haben es geschafft, mit den Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga Schritt zu halten. RB Leipzig, der SC Freiburg, der 1. FC Nürnberg und der VfL Bochum hatten ihre Partien am Dienstag und Mittwoch allesamt gewonnen. Zum Matchwinner wurde John Verhoek. Die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen belegt nun mit 42 Punkten den vierten Tabellenplatz. Der Rückstand auf den Dritten Nürnberg beträgt zwei Zähler. Die Eintracht ist mit ihren 34 Zählern Tabellensechster. "Da war schon Glück dabei", räumte Lienen nach der Partie bei NDR 2 ein, "aber wie es so schön heißt: Glück hat nur der Tüchtige." Sein Braunschweiger Pendant Torsten Lieberknecht sprach von einem "Treffer ins Mark" und von einer "unglücklichen Niederlage".

Kiezkicker dürfen weiter träumen

Lienen vertraut auf Youngster Keller

24.Spieltag, 03.03.2016 20:15 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 1:0


  • Braunschweig

Tore: 1:0 Verhoek (82.)
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, Ziereis, Keller, Buballa - Sobota, Alushi, Rzatkowski, Dudziak (90.+1 Deichmann) - Thy (59. Choi), Verhoek (84. L. Sobiech)
Braunschweig: Gikiewicz - Baffo (84. Hochscheidt), Decarli, Correia - Ofosu-Ayeh, Schönfeld, Boland, K. Reichel - Omladic (68. Khelifi), Kumbela (73. P. Tietz), Holtmann
Zuschauer: 29271

Weitere Daten zum Spiel

Lienen hatte im Vergleich zum vergangenen Spiel beim MSV Duisburg (2:0) überraschenderweise nur zwei Änderungen an seiner Anfangsformation vorgenommen: Neben Philipp Ziereis rückte auch Waldemar Sobota in die erste Elf. Weichen mussten Christopher Buchtmann (fünfte Gelbe Karte) und Kyoung-Rok Choi. Der 20 Jahre alte Schweizer Joël Keller war nach seinem Debüt in Duisburg auch gegen Braunschweig von Beginn an dabei. Er spielte in der Innenverteidigung an der Seite von Ziereis, der im Spiel beim MSV wegen muskulärer Probleme gefehlt hatte. Der von einer Erkältung wieder genesene Lasse Sobiech nahm auf der Ersatzbank Platz. Im Angriff spielten wieder Lennart Thy und Verhoek. Eintracht-Coach Lieberknecht stellte im Vergleich zum 0:0 gegen gegen den FSV Frankfurt auf drei Positionen um. Statt Marc Pfitzner, Salim Khelifi und Philipp Tietz begannen Marcel Correia, Patrick Schönfeld und Nik Omladic.

Magere Fußballkost in der ersten Halbzeit

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St. Paulis Angreifer John Verhoek wurde mit seinem Tor zum Matchwinner.

In der ersten Halbzeit bekam das Publikum im Millerntorstadion von den beiden Mannschaften insgesamt nicht allzuviel geboten. Nach 17 Minuten kam die Eintracht zu einer ersten guten Gelegenheit: Omladic passte den Ball von der Torauslinie in das Strafraum-Zentrum zurück, doch Domi Kumbela setzte den Ball neben das Tor. Gegen Mitte der ersten Halbzeit wurde das Niveau der Partie, die noch recht munter begonnen hatte, zusehends schwächer. St. Pauli hatte zwei halbe Chancen durch Verhoek. In der 27. Minute kam der Niederländer nach einer ansehnlichen Kombination über Marc Rzatkowski und Thy an den Ball, doch er verzog knapp. Und in der 39. Minute passte Sobota aus halbrechter Position in den Strafraum. Dort klärte BTSV-Verteidiger Joseph Baffo gerade noch rechtzeitig vor dem einschussbereiten Verhoek.

Verhoek trifft mit Rasenhilfe

War die erste Halbzeit schon eine zähe Angelegenheit, so wurde es zum Beginn der zweiten Halbzeit noch schlimmer. Zeitweise war das Aufeinandertreffen der Anwärter auf den Bundesliga-Aufstieg ein wildes Gebolze. Gute Ideen, schöne Kombinationen - Fehlanzeige. Besser wurde es erst in der Schlussviertelstunde. Zunächst verfehlte St. Paulis Jeremy Dudziak knapp das Tor (77.), nur eine Minute später scheiterte der eingewechselte Tietz am Hamburger Schlussmann Robin Himmelmann. Endlich wurde das Spiel munterer. Und in der 82. Minute sorgte Verhoek für beste Stimmung unter dem Großteil der Zuschauer. Er zog einfach mal aus 20 Metern ab. Der Ball sprang noch einmal auf, und dies so unglücklich, dass er Eintracht-Keeper Rafal Gikiewicz über die linke Schulter hinweg ins Tor sprang. Ein Platzfehler begünstigte die Gastgeber, die weiter vom Aufstieg in die Bundesliga träumen dürfen. Bei der Eintracht dürften die Hoffnungen jetzt dahin sein.

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