Stand: 28.12.2015 13:48 Uhr

Thomas Schaaf neuer Trainer von Hannover 96

Thomas Schaaf soll Hannover 96 vor dem ersten Bundesliga-Abstieg seit 26 Jahren bewahren. Der Club aus der niedersächsischen Landeshauptstadt gab am Montag die Verpflichtung des 54-Jährigen als neuen Cheftrainer bekannt. Schaaf erhielt einen Vertrag bis 2017, der nur für die Erste Liga gilt. "Das macht ja auch Sinn", sagte der Fußball-Lehrer: "Wir wollen den Klassenerhalt natürlich schaffen, aber wenn es nicht klappen sollte, haben beide Seiten die Möglichkeit, etwas Neues zu machen." Der langjährige Coach von Werder Bremen hat aber langfristige Ziele mit dem zweimaligen Europa-League-Teilnehmer: "Wir wollen erstmal die Situation überstehen und den Verein dann dahin führen, wo er schon einmal war."

Kind: "Er passt zu 96"

Die 96-Vereinsführung zeigte sich glücklich über die Verpflichtung. "Seine Vita und seine Erfahrung sprechen für sich", sagte Sport-Geschäftsführer Martin Bader: "Er hat jahrzehntelang erfolgreich in der Bundesliga gearbeitet." Clubchef Martin Kind bezeichnete Schaaf als "Wunschtrainer": "Es war nicht schwierig, ihn zu überzeugen. Wir sind vollumfänglich von ihm überzeugt." Er passe zu Hannover, betonte der 96-Präsident im Gespräch mit dem NDR Hörfunk: "Er kommt aus Norddeutschland, er hat in seinen Jahren als Trainer immer erfolgreich gearbeitet, kann mit Krisen und Herausforderungen umgehen und wir sind uns einig, dass die Rückrunde ein einziges Ziel bedeutet: den Klassenerhalt zu sichern." Die Perspektive sei 2017 "und hoffentlich dann auch darüber hinaus".

Schaaf: In Bremen eine Ikone, bei 96 gescheitert

"Schwere der Aufgabe ist mir bewusst"

Interview

Schaaf: "Jeder muss an die Grenzen gehen"

Der neue 96-Chefcoach Thomas Schaaf im NDR Interview über seine ebenso reizvolle wie schwierige Aufgabe und notwendige Maßnahmen auf dem Weg zum erhofften Klassenerhalt. mehr

Schaaf galt von Beginn an als Favorit auf die Nachfolge von Michael Frontzeck, der zwei Tage nach dem Ende der Hinrunde zurückgetreten war. Schon während seiner mehr als 14-jährigen Amtszeit als Chefcoach bei Werder hatte Kind mehrfach versucht, ihn von der Weser an die Leine zu locken. Auf den 54-Jährigen wartet indes eine schwierige Aufgabe. Nach der schlechtesten 96-Hinserie seit dem Wiederaufstieg steht der niedersächsische Erstligist auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der in der Vorsaison fünf Tage vor Saisonende geholte Frontzeck hatte den Klassenverbleib geschafft, aber in 17 Spielen der neuen Serie nur 14 Punkte geholt.

"Die Schwere der Aufgabe ist mir bewusst", sagte Schaaf, der die Bremer 2004 zum Double geführt hatte: "Nichtdestotrotz freue ich mich auf die große Herausforderung, gemeinsam mit der Mannschaft den Klassenerhalt zu erreichen." Der Coach, der zuletzt im Mai 2015 bei Eintracht Frankfurt zurückgetreten war, wird am 4. Januar 2016 im Anschluss an das Auftakttraining (10 Uhr) in einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt.

96 will weitere Spieler verpflichten

Die Verpflichtung des Trainers bringt Bewegung in die Transferaktivitäten des Clubs. "Wir werden ab heute die Gespräche mit Spielern und Spielerberatern fortsetzen und die Transferentscheidungen sehr zügig abschließen, denn die neuen Spieler sollen am 4. Januar präsent sein", sagte Kind dem NDR Hörfunk. Bereits zuvor hatte Bader zwei neue Spieler unter Vertrag genommen. Für das offensive Mittelfeld holte Hannover den Norweger Iver Fossum, für das defensive Mittelfeld den japanischen Nationalspieler Hotaru Yamaguchi. Nun will 96 will die Mannschaft in Absprache mit Schaaf weiter personell verstärken. Vor allem ein Stürmer wird verzweifelt gesucht. Im Gespräch ist Adam Szalai von der TSG Hoffenheim. Der ungarische Angreifer kam in dieser Saison erst viermal zum Einsatz.

Die Trainer von Hannover 96

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr