Stand: 25.10.2015 15:29 Uhr

St. Pauli zwingt Spitzenreiter Freiburg in die Knie

von Ines Bellinger, NDR.de
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Paukenschlag in der Nachspielzeit: St. Paulis Marc Rzatkowski erzielt das Siegtor gegen Freiburg.

Klug gemauert, knapp gewonnen: Der FC St. Pauli hat die Überraschung geschafft und Zweitliga-Spitzenreiter SC Freiburg entzaubert. Nach einer disziplinierten Abwehrleistung über 90 Minuten gelang Marc Rzatkowski am Sonntag in der Nachspielzeit ein Abstaubertor zum letztlich verdienten 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Torfabrik der Liga. Freiburgs Torjäger Nils Petersen und seine Kollegen blieben erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg und mussten die zweite Niederlage hinnehmen. Das Team von Trainer Ewald Lienen kletterte nach zuletzt drei Partien ohne Sieg mit dem unverhofften Dreier auf den dritten Rang und schob sich bis auf zwei Punkte an die Breisgauer heran. "Letzte Woche haben wir einen sehr, sehr harten Nackenschlag erleiden müssen mit dem Ausgleich in letzter Sekunde bei Union. Umso schöner ist es, dass wir das heute in letzter Sekunde noch für uns entscheiden konnten", sagte Rzatkowski im NDR 2 Interview.

Am kommenden Freitag in Bochum (18.30 Uhr) geht es für St. Pauli schon wieder gegen ein Topteam. Dann kommt vielleicht auch Sören Gonther mal wieder zum Einsatz. Der Kapitän saß gegen Freiburg nach seinem Muskelbündelriss in der rechten Wade erstmals seit August wieder auf der Bank.

St. Pauli schlägt in der Nachspielzeit zu

Petersen & Co. kommen nicht zum Zug

12.Spieltag, 25.10.2015 13:30 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 1:0


  • SC Freiburg

Tore: 1:0 Rzatkowski (90.+1)
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, L. Sobiech, P. Ziereis, Buballa - Buchtmann, Rzatkowski - Kalla, Sobota (84. Choi), Dudziak - Thy (90.+2 Nehrig)
SC Freiburg: Schwolow - Mujdza, I. Höhn, Kempf, C. Günter - Frantz, Höfler, Abrashi (90.+1 J. Schuster), Grifo (90. Hufnagel) - Philipp (89. Kleindienst), N. Petersen
Zuschauer: 29546

Weitere Daten zum Spiel

Lienen hatte im Vergleich zum 3:3-Spektakel bei Union Berlin nur eine Veränderung in der Startelf vorgenommen. Jan-Philipp Kalla spielte nach auskuriertem Muskelfaserriss im rechten Mittelfeld anstelle von Fabrice-Jean Picault. Kalla stand auch gleich im Mittelpunkt, als ihm nach einer Freiburger Ecke der Ball an die Hand sprang (2.). Keine Absicht, entschied der erfahrene Schiedsrichter Peter Sippel und ließ weiterspielen. Es entwickelte sich eine Partie ohne große Offensivaktionen, denn die Kiezkicker hielten sich in der ersten Hälfte streng an die Defensiv-Taktik, die ihnen der Trainer gegen die Torfabrik der Liga verordnet hatte. Freiburgs Torjäger Petersen fühlte sich in Begleitung von Lasse Sobiech und Philipp Ziereis sichtlich unwohl und konnte sich vor der Pause kaum in Szene setzen. Seine beste Aktion war noch ein Zufalls-Abspiel auf Vincenzo Grifo, der mit seinem Flachschuss aus 20 Metern St. Paulis Torhüter Robin Himmelmann nur einmal ernsthaft prüfte (44.). Die Hamburger hatten ihre beste Chance in der ersten Hälfte nach einem Konter. Lennart Thy war auf der rechten Seite auf und davon, übersah dann aber Waldemar Sobota, der im Rückraum wartete, und zimmerte Gäste-Keeper Alexander Schwolow den Ball aus spitzem Winkel direkt auf die Fäuste (26.).

Rzatkowski trifft in Nachspielzeit

Freiburg wirkte angesichts der Hamburger Mauertaktik auch nach der Pause ratlos. Einzelaktionen brachten nichts ein. Marc Hornschuh bedrängte Maximilian Philipp in einem Laufduell regelgerecht, der vom Freiburger erhoffte Pfiff blieb aus (56.). Der aufmerksame Referee Sippel lag bei dieser Szene ebenso richtig wie auf der Gegenseite, als er einen Treffer von Kalla nicht anerkannte. Vor der Flanke von Rzatkowski war der Ball bereits hinter der Grundlinie gewesen (66.). St. Pauli wurde nun zunehmend mutiger. Rzatkowski zirkelte einen Freistoß von der rechten Seite vors Freiburger Tor, wo Schwolow sich verschätzte, Ziereis aber wohl überrascht war, dass der Ball auf seinem Kopf landete (72.). Und dann stand auch noch einmal Hamburgs Keeper Himmelmann im Blickpunkt, der bis dahin einen ruhigen Nachmittag verlebt hatte. Als Hornschuh einen unmotivierten Rückpass spielte, sprintete er aus dem Tor und klärte per Fuß vor dem an der Strafraumgrenze lauernden Petersen (77.). Als sich die Zuschauer im ausverkauften Millerntorstadion schon mit dem torlosen Remis abgefunden hatten, gelang St. Pauli doch noch ein Tor. Schwolow konnte einen Schuss von Thy nicht festhalten, und der am langen Pfosten lauernde Rzatkowski drückte die Kugel über die Linie (90.+1).

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