Stand: 14.09.2015 23:09 Uhr

St. Pauli im Glück - 2:0 gegen Duisburg

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Auf Lasse Sobiech ist Verlass: St. Paulis Abwehrchef traf vom Elfmeterpunkt.

Gino Lettieri wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Der Elfmeterpfiff des Rostocker Schiedsrichters René Rohde brachte den Trainer des MSV Duisburg erst auf die Palme und dann auf die Tribüne. Von dort aus musste der 48-Jährige mitansehen, wie der Tabellenletzte der Zweiten Liga am Montagabend beim FC St. Pauli per Strafstoß das 0:1 und schließlich mit 0:2 (0:0) seine vierte Niederlage im sechsten Spiel kassierte. "Der Elfmeter war der Knackpunkt", sagte St. Paulis Coach Ewald Lienen. "Wir müssen heute froh und glücklich sein, dass wir die drei Punkte hier behalten haben." Die Kiezkicker, bei denen die Neuzugänge Jeremy Dudziak, Fabrice-Jean "Fafa" Picault und Marc Hornschuh ihr Liga-Debüt feierten, schoben sich durch den glücklichen Heimerfolg wieder auf den dritten Rang vor. Unter den 29.546 Zuschauern am ausverkauften Millerntor war auch Trainer Torsten Lieberknecht von Eintracht Braunschweig. Bei den Niedersachsen gastiert St. Pauli am kommenden Sonntag (13.30 Uhr).

Ein Pfiff hilft Kiezkickern gegen "Zebras"

St. Pauli spielbestimmend - MSV mit "Pfostenknaller"

6.Spieltag, 14.09.2015 20:15 Uhr

  • FC St. Pauli
  • 2:0


  • MSV Duisburg

Tore: 1:0 L. Sobiech (70., Foulelfmeter) 2:0 Se. Maier (88.)
FC St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, L. Sobiech, P. Ziereis, Buballa - Alushi, Rzatkowski - Sobota (83. Verhoek), Buchtmann (66. Se. Maier), Dudziak (66. Picault) - Thy
MSV Duisburg: Ratajczak - Feltscher, Meißner, Bajic (46. Bomheuer), Wolze - Holland, Albutat (73. Iljutcenko) - Wiegel, Dausch, S. Bohl - Scheidhauer (78. Onuegbu)
Zuschauer: 29546

Weitere Daten zum Spiel

In der Anfangsphase boten beide Teams Fußball zum Abgewöhnen. Jegliches Tempo fehlte in den Aktionen, auf dem nassen Geläuf reihte sich Fehler an Fehler. So kam der MSV auch zu seiner ersten Chance. Nach einem Freistoß von Martin Dausch und missglückten Klärungsversuchen der Hausherren lag der Ball plötzlich fünf Meter vor dem Tor vor den Füßen des Duisburgers Rolf Feltscher. Doch St. Paulis Abwehrchef Lasse Sobiech klärte im letzten Moment (15.). In der Folge nahmen die Hausherren das Heft in die Hand. Christopher Buchtmann und Lennart Thy spielten Dudziak frei. Der Schuss des Neuen vom Sechzehner ging aber knapp am Pfosten vorbei (19.). Fünf Minuten später setzte sich der Ex-Duisburger gut durch, verfehlte aber erneut das Ziel. Die größte Möglichkeit hatte allerdings Thy: Nachdem er drei Minuten zuvor noch MSV-Keeper Michael Ratajczak geprüft hatte, trat er nach Querpass von Buchtmann im Fünfmeterraum am Ball vorbei (29.).

Diese Fahrlässigkeit hätte sich um ein Haar umgehend gerächt: Nach dem bis dahin schönsten Spielzug der Gäste kam Feltscher von rechts zur Flanke, die Dausch aber am Tor vorbei bugsierte (30.). Ein Raunen ging zwei Minuten später durchs Stadion, als MSV-Debütant Andreas Wiegel von rechts nach innen gezogen war und den Ball aus 17 Metern an den Pfosten jagte (32.). Der Knaller weckte die Gastgeber wieder. Aber auch Buchtmann (38.) und Dudziak (40.) nutzten ihre guten Chancen nicht, sodass es torlos in die Kabinen ging.

Sobiech zeigt vom Punkt keine Nerven

Doch wer gedacht hatte, das Spiel würde zumindest so dynamisch weitergehen, lag vollkommen daneben. Es dauerte zwölf Minuten bis zum ersten Abschluss der zweiten Hälfte - und der Schuss von Duisburgs Wiegel nach einem Fehler von Philipp Ziereis verfehlte das Tor auch noch deutlich. Die St. Paulianer spielten nun aber mit dem Feuer, auch die nächste Großchance gehörte den Gästen. Sobiech verlängerte eine Flanke an den zweiten Pfosten, wo Kevin Scheidhauer vollkommen frei stand. Der ehemalige Wolfsburger traf den Ball aber nicht richtig (64.).

Und plötzlich gab es Elfmeter für die Kiezkicker. Thy war im Kopfballduell mit dem eingewechselten Dustin Bomheuer zu Boden gegangen (69.). "Heute hat das für einen Elfmeter gereicht", sagte Thy bei "Sky" nach Ansicht der Bilder. Die sehr umstrittene Entscheidung nutzte Sobiech eiskalt zum 1:0. Der Sieg geriet in der Schlussphase nicht mehr in Gefahr, weil die Duisburger das Spiel nach einem Foul von Marc Rzatkowski an Wiegel (laut MSV besteht Verdacht auf Kreuzbandriss) mit zehn Mann beenden mussten. Und weil der zuvor kaum geforderte Ratajczak drei Minuten vor dem Ende eine ganz schlechte Figur machte: So fand Maiers unplatzierter Schuss aus 20 Metern den Weg zum Endstand in die Maschen.

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