Stand: 28.05.2015 22:40 Uhr

HSV rettet Remis gegen den KSC

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Vorteil Karlsruher SC, doch geschlagen ist der Hamburger SV noch nicht. Die Hamburger trennten sich am Donnerstagabend im Hinspiel der Bundesliga-Relegation 1:1 (0:1) vom KSC. Nach einem lange Zeit schwachen und nervösen Auftritt konnten die Norddeutschen letztlich mit dem Remis zufrieden sein. Die Entscheidung fällt am kommenden Montag (19 Uhr / im Ersten und  im Video-Livestream bei NDR.de) im Karlsruher Wildpark. "Wir liegen immer am Boden, stehen immer auf, deshalb sollte man uns nicht abschreiben", sagte HSV-Coach Bruno Labbadia.

Remis im Volkspark: Der HSV zittert weiter

Früher Schock durch Ex-Hamburger Hennings

1.Spieltag, 28.05.2015 20:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 1:1


  • Karlsruher SC

Tore: 0:1 Hennings (4.) 1:1 Ilicevic (73.)
Hamburger SV: R. Adler - H. Westermann (56. Diekmeier), Djourou, Rajkovic, Ostrzolek - M. Diaz, Kacar - Olic (89. Beister), Holtby (69. Stieber), Ilicevic - Lasogga
Karlsruher SC: Orlishausen - Valentini, Gordon, Gulde, Max - Meffert, Peitz - Torres, Yabo (76. G. Krebs), Nazarov - Hennings (90.+3 Micanski)
Zuschauer: 56615

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Wieder ein Kurztrainingslager in Malente, dieselbe Aufstellung wie beim 2:0-Sieg gegen Schalke: Labbadia setzte auf Bewährtes und ließ deshalb auch den zuletzt gesperrten, nun aber wieder einsatzbereiten Kapitän Rafael van der Vaart auf der Bank. Doch der KSC war ein anderes Kaliber als die schwachen Schalker, das mussten die Hamburger bereits in der vierten Minute schmerzhaft zur Kenntnis nehmen. Dimitrij Nazarov brachte Rouwen Hennings in Schussposition und der Zweitliga-Torschützenkönig zimmerte den Ball aus spitzem Winkel in die Maschen (4.). Welch ein Schock für die Norddeutschen, für die eine Minute zuvor Ivica Olic eine gute Kopfball-Chance vergeben hatte, und ein klassisches Tor aus der Abteilung "ausgerechnet". Schließlich war Hennings einst in der zweiten Mannschaft des HSV aktiv.

Zweimal Latte innerhalb weniger Sekunden

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Die Gastgeber hatten mächtig zu knabbern an dem Rückstand. Die kompakte KSC-Defensive hatte kaum Probleme, den durchschaubaren HSV, der fast ausschließlich mit hohen Bällen operierte, zu kontrollieren. Allerdings verpassten es die Badener, die relativ großen Lücken im Hamburger Mittelfeld konsequent auszunutzen. Klare Chancen gab es deshalb vor der Pause nicht mehr. Die letzte halbwegs gute Gelegenheit hatte Pierre-Michel Lasogga, dessen Distanzschuss einen halben Meter am Karlsruher Tor vorbeiging (43.). Laute Pfiffe begleiteten den HSV in die Halbzeit. Doch die Wende zum Besseren brachten die 15 Minuten Ruhe für die Norddeutschen nicht - im Gegenteil. Wie ein angeschlagener Boxer schleppten sich die Norddeutschen über den Rasen: orientierungslos, nervös, aber auch mit dem Glück im Bunde. Innerhalb weniger Sekunden trafen Manuel Torres aus sechs Metern und Nazarov mit einem fulminanten Fernschuss die Latte (53.). Schwer vorstellbar, dass sich der HSV von einem 0:2 zu diesem Zeitpunkt noch einmal erholt hätte, zumal das Publikum immer ungeduldiger wurde.

Westermann und Kacar fehlen im Rückspiel

Pech hin oder her: Der KSC hätten den über weite Strecken schwachen Auftritt der Hamburger nutzen können, um schon in diesem Hinspiel für die Entscheidung zu sorgen. Doch obwohl der Zweitligist häufig reichlich Platz zum Kontern hatte, spielte er seine Gelegenheiten nicht konsequent aus. Und so kam es, wie es kommen musste: Dennis Diekmeier steckte zu Ivo Ilicevic durch, der trocken abschloss und den Ausgleich erzielte (73.). Die Hamburger wollten noch den Siegtreffer erzwingen. Doch Karlsruhe brachte das Remis über die Runden, auch wenn Keeper Dirk Orlishausen bei einem Lasogga-Schuss einen kleinen Wackler hatte (85.). In der Nachspielzeit parierte er klasse gegen Marcelo Diaz. "Wir haben nun eine hohe Hürde vor uns und einen guten Gegner. Aber wir werden auch in Karlsruhe unser Bestes geben", sagte Hamburgs Sportdirektor Peter Knäbel. Optimistisch zeigte sich Torschütze Hennings: "Es ist auf jeden Fall machbar, den Dino in die Zweite Liga zu schicken." Der HSV muss im Rückspiel die gelb-gesperrten Heiko Westermann und Gojko Kacar ersetzen. Beim KSC fehlt Dominic Peitz.

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