Stand: 01.06.2015 07:00 Uhr

Pokalsieger in Wolfsburg begeistert gefeiert

DFB-Pokalsieger VfL Wolfsburg ist nach einer langen Partynacht begeistert in der Heimat empfangen worden. Tausende Fans feierten den Fußball-Bundesligisten am Sonntagmittag schon bei der Ankunft am Wolfsburger Hauptbahnhof. Kapitän Diego Benaglio präsentierte den wartenden Anhängern am Tag nach dem 3:1 gegen Borussia Dortmund die Trophäe. "Wir haben eine überragende Saison mit einem überragenden Spiel gekrönt", sagte VfL-Trainer Dieter Hecking vor der Weiterfahrt in offenen Cabrios, vorbei an fast 40.000 Menschen am Straßenrand, zum Empfang im Wolfsburger Rathaus. Dort trug sich das Team ins Goldene Buch ein und präsentierte sich anschließend den rund 15.000 Fans auf der Bühne. "Die Mannschaft hat tausende Menschen emotional bewegt", sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs.

Siegerfeier im Berliner Szenelokal

Mit einem Sonderzug waren die Niedersachsen aus Berlin zurück nach Wolfsburg gefahren. Der Pokalsieg ist der zweite Titel der "Wölfe" nach der Bundesliga-Meisterschaft 2009. "Wir haben so gut wie gar nicht geschlafen. Solche Ereignisse muss man genießen", sagte ein sichtlich angeschlagener Weltmeister André Schürrle. Bas Dost, der am Sonntag seinen 26. Geburtstag feierte, war beeindruckt von der Begeisterung. Und bekam auf der Bühne seine Bierdusche. "Einige waren nicht lange im Bett", bestätigte Manager Klaus Allofs nach durchfeierter Nacht im Szeneclub "Spindler & Klatt" an der Spree. Rund 1.000 Gäste waren mit dabei, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Fußballlegende Günter Netzer und der Chef von VfL-Mutterkonzern Volkswagen, Martin Winterkorn. "Wenn wir uns heute komplett abschießen, ist das genau richtig", hatte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold als Motto ausgegeben.

Feuchte Überraschung für den "King"

Bevor die Fete richtig losging, wurde Hecking nass gemacht. Als er in der Pressekonferenz gerade seinen ersten Titelgewinn analysierte, stürmten Naldo und Vieirinha mit freiem Oberkörper und vollem Bierglas aufs Podium und übergossen den "King", wie es auf der Basecap des Trainers zu lesen war. Am Sonntag war sie weg, "nach der ein oder anderen Bierdusche" (Hecking). Scouting-Chef Pierre Littbarski erging es nicht besser. Im Sportschauclub der ARD erwischte ihn Maximilian Arnold im Vorbeigehen. Zu Beginn des Spiels hatte sich der 21-Jährige noch "richtig in die Hose gemacht - aber richtig", erzählte er. Und Naldo? Der ging früher als die meisten ins Bett. "Ich haben drei Stunden geschlafen; andere waren gar nicht mehr in ihrem Zimmer."

Allofs plant und stellt Rekord auf

Für Allofs soll der Sieg von Berlin nur der Start einer langen Erfolgsserie sein: "Das ist sensationell, was wir geschafft haben, aber es gibt keinen Grund durchzudrehen." Der 58-Jährige war vor drei Jahren von Werder Bremen nach Wolfsburg gekommen - und feierte nun den siebten Pokaltriumph als Spieler (vier) und Manager. Das ist deutscher Rekord für "Mister Pokal". "Was wir noch nicht alle realisiert haben, ist die rasante Entwicklung, die wir in diesem Jahr genommen haben", sagte Allofs und dachte an die nächsten Titel. "Jetzt müssen wir wieder draufsatteln und noch kompakter werden, vielleicht noch ein bisschen Qualität dazu holen. Dann ist es gut."