Stand: 12.08.2017 00:03 Uhr

Kiel mit Euphorie zum Sieg gegen Braunschweig

von Andreas Bellinger, NDR.de
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Die "Störche" jubeln: Holstein Kiel gewinnt das Ligaduell gegen Eintracht Braunschweig.

Der Anfang ist gemacht: Holstein Kiel hat den Erstrundenfluch im DFB-Pokal besiegt und mit einem 2:1 (0:0) gegen Liga-Konkurrent Eintracht Braunschweig die zweite Runde erreicht. Die "Störche" ließen sich bei ihrem verdienten Erfolg am Freitagabend auch von einem Rückstand nicht entmutigen, für den Christoffer Nyman (48. Minute) gesorgt hatte. Mit einem Doppelschlag (71./77.) durch einen Foulelfmeter von Dominick Drexler und Marvin Ducksch machte der Aufsteiger das Glück perfekt, nachdem die letzten beiden Erstrundenpartien im DFB-Pokal jeweils Endstation für die Schleswig-Holsteiner waren. Eintracht-Verteidiger Joseph Baffo sah nach einer Notbremse die Rote Karte (70.). "Wir wollten unbedingt in die zweite Runde kommen. Die Möglichkeiten waren da, aber wir haben verdient verloren", sagte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht.

Kiel macht mächtig Dampf

Fußball DFB-Pokal, 1. Runde

  • Holstein Kiel
  • 2:1


  • Braunschweig

Tore: 0:1 Nyman (48.) 1:1 Drexler (71., Foulelfmeter) 2:1 Ducksch (77.)
Holstein Kiel: Kronholm - Heidinger, Schmidt, Czichos, C. Lenz - Kinsombi - K. Schindler, Mühling (90.+2 Conde), Drexler (88. Janzer), Lewerenz (80. Peitz) - Ducksch
Braunschweig: Fejzic - Baffo, Valsvik, S. Breitkreuz (31. Moll) - Hochscheidt (57. Sauer), Samson, Boland, K. Reichel - Zuck, Nyman (74. Abdullahi), Hernández
Zuschauer: 10052

Weitere Daten zum Spiel

"Wir werden auf einen euphorischen Gegner treffen", hatte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht gewarnt. Dass die Mannschaft von Markus Anfang ("Es war kein leichter Sieg, es war wahnsinnig schwer.") nicht nur Dampf machen, sondern die Partie zunächst sogar beherrschen würde, hatte er sicherlich nicht erwartet. Angetrieben von den singenden Fans rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Tor der "Löwen", die erschreckend harmlos reagierten. Allein Kingsley Schindler hätte in der 29. Minute für den verdienten Lohn sorgen können, sah freistehend aber seine Mitspieler nicht und traf nur das Außennetz. Lieberknecht war bedient und wechselte Quirin Moll für Steve Breitkreuz ein.

Reichel verschießt Foulelfmeter

Mittelfeldmann Salim Khelifi, der sich beim 2:0-Heimsieg gegen Heidenheim eine starke Prellung zugezogen hatte, fehlte dem BTSV zwar ebenso wie Patrick Schönfeld und Domi Kumbela, aber das durften die Niedersachsen kaum als Grund für die Chancenlosigkeit anführen. Und trotzdem hätten sie in der 36. Minute in Führung gehen können, wenn Kapitän Ken Reichel den von Dominik Schmidt an Onel Hernandez verschuldeten Foulelfmeter genutzt und nicht am rechten Pfosten vorbei geschossen hätte.

Kalte Dusche durch Nyman

Nachdem Holstein in Halbzeit eins mehr vom Spiel hatte, aggressiver, aktiver und auch giftiger in den Zweikämpfen war, zeigten die Braunschweiger nach der Pause ein anderes Gesicht. Lieberknecht hatte ihnen offenbar den Kopf gewaschen - und schon nach zwei Minuten zahlte sich das aus: Nyman tänzelte Schmidt im Strafraum aus und traf zwischen Pfosten und Torhüter Kenneth Kronholm hindurch zur Führung. Holstein aber blieb unbeeindruckt, machte durch Steven Lewerenz sogar den Ausgleich (55.), den Schiedsrichter Guido Winkmann aber wegen Abseits' nicht anerkannte. In der 71. Minute war es soweit - ebenfalls per Foulelfmeter. "Sünder" Baffo sah für seine Notbremse die Rote Karte, und Drexler traf zum Ausgleich.

Entscheidung durch Ducksch

Mit einem Mann mehr witterten die "Störche" Morgenluft. Und Ducksch sorgte für die erwartete Euphorie bei den 10.052 Zuschauern im Holstein-Stadion. Einen Konter über Lewerenz schloss die St.-Pauli-Leihgabe nervenstark an Braunschweigs Keeper Jasmin Fejzic vorbei zum 2:1 ab. Der Zweitliga-Elfte bezwang den Aufstiegskandidaten, der schon im vorigen Jahr an der Auftakthürde (Drittligist Würzburg) gescheitert war. Und bestätigte seinen Kapitän Rafael Czichos, der prophezeit hatte: "Es ist ein Ligaduell, in dem die Chancen deutlich besser sind, eine Runde weiterzukommen."

"Störche" bissiger als die "Löwen"

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