Stand: 14.08.2017 21:42 Uhr

Pokal-Aus: St. Pauli enttäuscht in Paderborn

von Thorsten Schettle, NDR.de

Nach dem Ausscheiden des Hamburger SV am Vortag in Osnabrück ist mit dem FC St. Pauli auch der zweite Hamburger Proficlub bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Beim Drittligisten SC Paderborn unterlag die Mannschaft von Trainer Olaf Janßen mit 1:2 (0:1). Ein später Treffer von Sami Allagui war am Montagabend zu wenig. Die Kiezkicker, die nach drei Wechseln und einer Verletzung in der Schlussphase zu zehnt spielen mussten, legten insgesamt einen enttäuschenden Auftritt hin und können sich nun auf die Saison in der Zweiten Liga konzentrieren. "Das ist der Pokal, das müssen wir so hinnehmen", sagte Janßen dem NDR. Trotz der Niederlage sei er aber stolz auf seine Mannschaft.

Pokal-Aus: St. Pauli macht's dem HSV nach

Wassey bringt Paderborn in Führung

Fußball DFB-Pokal, 1. Runde

  • Paderborn 07
  • 2:1


  • FC St. Pauli

Tore: 1:0 Wassey (41.) 2:0 Antwi-Adjej (79.) 2:1 Allagui (90.+1)
Paderborn 07: Ratajczak - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße, Wassey - Zolinski (62. Bertels), Antwi-Adjej (85. Geurts) - Srbeny, S. Michel (90.+2 van der Biezen)
FC St. Pauli: Heerwagen - Kalla (46. Dudziak), L. Sobiech, Hornschuh, Buballa - Nehrig - Litka (46. Sobota), Möller Daehli - Buchtmann - C. Sahin (64. Allagui), Bouhaddouz
Zuschauer: 15000

Weitere Daten zum Spiel

Beim FC St. Pauli stand im Gegensatz zu den bisherigen Spielen in der Zweiten Liga Philipp Heerwagen im Tor. Janßen hatte den Stammkeeper der vergangenen Spielzeit vor Saisonbeginn ins zweite Glied versetzt und Robin Himmelmann das Vertrauen geschenkt. Himmelmann soll am Freitag in der Liga gegen Darmstadt 98 wieder den Vorzug erhalten.

Der SC Paderborn, aktuell Tabellenführer der Dritten Liga, spielte gleich von Beginn an gut mit. Gleich die erste Chance des Spiels besaßen die Gastgeber durch Dennis Srbeny, der den Ball im Zentrum knapp verpasste (7.). St. Pauli antwortete zwölf Minuten später mit der besten Gelegenheit der Anfangsphase. Aziz Bouhaddouz konnte seinen Kopfball unbedrängt jedoch nicht genau genug platzieren. Cenk Sahin versuchte es wenig später erfolglos aus der Distanz (29.). Trotz aller Bemühungen, ein Tor lag bis kurz vor Ende der ersten Halbzeit nicht in der Luft. Es fiel trotzdem: Einen langen Einwurf der Paderborner klärte Lasse Sobiech zunächst mittig aus der Gefahrenzone. Etwa 20 Meter vor dem Tor brachte Massih Wassey den Ball unter Kontrolle, düpierte dort einen zögerlichen Christopher Buchtmann und schloss sehenswert per Dropkick in den linken Torwinkel ab - das 1:0 für den Außenseiter (41.).

St. Pauli entfacht zu wenig Druck

Ein Klassenunterschied war bis dato nicht zu erkennen und die Paderborner Pausenführung somit gar nicht einmal unverdient. Dass Janßen von den Bemühungen seines Teams nicht erfreut war, ließ sich an einem Doppelwechsel zur Pause erkennen, doch auch die Umstellungen brachten zunächst keinen positiven Effekt. Stattdessen legte Paderborn beinahe den zweiten Treffer nach, Heerwagen rettete jedoch mit einem Reflex gegen Ben Zolinksi (51.). Ähnlich brenzlig wurde es bei einer Doppelchance für Wassey, die Heerwagen ebenfalls klasse vereitelte (65.). Wo blieb der FC St. Pauli? Die Kiezkicker entfachten zwar nun mehr Druck, mehr als ein Aufsetzer von Waldemar Sobota aus 20 Metern (53.) ließ sich jedoch lange Zeit nicht als Torchance notieren. Erst Mitte der zweiten Halbzeit ließ Bohouddouz mit einem Flachschuss aufhorchen (67.), einen Freistoß des Deutsch-Marokkaners entschärfte Michael Ratjczak nur mit Mühe (74.). Doch es fehlte alles in allem die Durchsetzungskraft.

Paderborn boten sich nun Räume zum Kontern - zumal St. Pauli ab der 77. Minute in Unterzahl agieren musste. Sobiech konnte mit einer Kopfverletzung nicht weiterspielen, Janßen hatte sein Wechselkontingent jedoch bereits ausgeschöpft. Einen Gegenstoß nutzte der Drittligist, als Sven Michel seinen Mitspieler Christopher Antwi-Adjej bediente und dieser den Ball zum 2:0 ins Netz schob (79.). Ein höherer Rückstand war möglich, als Michel noch einmal durchgebrochen war (90.). Stattdessen keimte bei den Hamburger noch einmal Hoffnung auf. Sami Allagui gelang aus halbrechter Position der Anschlusstreffer (90.+1). Und jetzt wurde es doch noch einmal spannend: St. Pauli drückte auf den Ausgleich, den Allagui vergab, indem er aus gut sieben Metern den Ball nicht richtig traf (90.+4). Wenig später war Schluss und Hamburg um eine weitere Pokal-Enttäuschung reicher.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 14.08.2017 | 22:40 Uhr

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