Stand: 24.12.2016 12:31 Uhr

Perfekt: Draxler von Wolfsburg nach Paris

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Julian Draxler hofft auf bessere Zeiten in Paris.

Der Wechsel von Fußball-Nationalspieler Julian Draxler vom VfL Wolfsburg zum französischen Serienmeister Paris Saint-Germain ist perfekt. Das teilte der Bundesligist am Sonnabend mit. Demnach erhält der Offensivspieler "vorbehaltlich der sportmedizinischen Untersuchung" in Paris einen Viereinhalb-Jahresvertrag. Über die Modalitäten vereinbarten die beiden Vereine Stillschweigen. Die Ablösesumme für den 23-Jährigen, der erst im August vergangenen Jahres in Wolfsburg einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hatte, soll bei rund 45 Millionen Euro liegen.

Schalke 04 verdient mit

"Wir haben mit Julian Draxler und seinem Management sowie mit Paris Saint-Germain in den letzten Tagen intensive und konstruktive Gespräche geführt und am Ende ein für alle Seiten sehr gutes Ergebnis erzielt. Wir freuen uns, dass uns dies so schnell gelungen ist, und wünschen Julian in Paris privat wie sportlich alles Gute", sagte Olaf Rebbe, Leiter Sport beim VfL Wolfsburg, der damit die erste Bewährungsprobe auf dem Weg zu einer dauerhaften Managertätigkeit als Nachfolger des beurlaubten Klaus Allofs bestanden hat - auch wenn der VfL letztlich nicht ganz ohne Verlust aus der Sache herauskommen dürfte: Draxlers Berater verdienen wohl ebenso ordentlich mit wie der FC Schalke 04, der nach dpa-Informationen knapp vier Millionen Euro bekommen soll.

Häufig ein Fremdkörper im VfL-Team

Der Weltmeister war vor eineinhalb Jahren für kolportierte 36 Millionen Euro von den Gelsenkirchenern zum VfL gewechselt. Bei den "Wölfen" konnte der Offensivspieler die in ihn gesetzten Erwartungen nur selten erfüllen. Der gebürtige Gladbecker wirkte häufig wie ein Fremdkörper im VfL-Team. Bereits im vergangenen Sommer hatte der 23-Jährige auf einen Wechsel gedrängt. Es sei ihm von der Sportlichen Leitung versprochen worden, den Club bei einer entsprechenden attraktiven Offerte verlassen zu dürfen, erklärte Draxler via Medien. Wolfsburgs Verantwortliche dementierten und untersagten ihm den Abgang. Teile des "Wölfe"-Anhangs waren dem Weltmeister seitdem nicht mehr wohlgesonnen. Draxler wurde in Heimspielen des Werksclubs mitunter lautstark ausgepfiffen.

Die teuersten Transfers des VfL Wolfsburg

"Schlimmste Hinrunde meiner Karriere"

Es sei die "schlimmste Hinrunde meiner Karriere" gewesen, hatte der Nationalspieler nach seinem letzten VfL-Spiel in Gladbach erklärt. Zugleich bestätigte er, mit einigen Vereinen im Gespräch zu sein. Neben PSG galten zuletzt auch der FC Arsenal sowie der FC Liverpool als potenzielle neue Arbeitgeber des teuersten VfL-Einkaufs der Clubhistorie. "Wölfe"-Trainer Valérien Ismaël hatte Draxler und anderen angeblich abwanderungswilligen Profis bereits vor Wochen mehr oder minder die Freigabe erteilt, als er sagte: "Wir setzen ab sofort nur noch auf Spieler, die unseren Weg mitgehen wollen." Zwischenzeitlich fand sich der Weltmeister sogar auf der Tribüne wieder.

Ismaël: "Für alle Seiten der richtige Schritt"

In den letzten beiden VfL-Partien vor der Winterpause gegen Frankfurt (1:0) und in Gladbach (2:1) stand der 23-Jährige zwar wieder in der Startelf und zeigte gute Leistungen. Am beiderseitigen Wunsch, das Arbeitsverhältnis zu beenden, änderte dies aber offensichtlich nichts mehr. "Natürlich bedauere ich einerseits den Weggang von Julian, denn er ist ein herausragender Fußballer. Andererseits denke ich, dass dieser Schritt für alle Seiten der richtige ist. In den beiden Spielen gegen Frankfurt und in Gladbach hat er zuletzt noch einmal alles gegeben und gezeigt, dass ihm unser Verein keinesfalls egal ist. Ich hoffe, dass er in Frankreich nun eine neue Herausforderung findet", so Ismaël.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 23.12.2016 | 19:25 Uhr

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