Stand: 14.03.2016 13:53 Uhr

Max Kruse: Wegen Berlin nicht nach Frankreich?

Der Wolfsburger Max Kruse (r.) sorgt nicht nur auf dem Platz für Schlagzeilen.

Die Toleranzgrenze für Fehlverhalten seiner Fußball-Profis ist bei den Verantwortlichen des VfL Wolfsburg bereits vor geraumer Zeit gen null gesunken. Zuerst hat dies Nicklas Bendtner zu spüren bekommen. Der Däne wird wegen schwacher Trainingsleistungen und provokanter Posts in sozialen Netzwerken von Coach Dieter Hecking nicht mehr berücksichtigt. Und nun bekommt auch Max Kruse die konsequente Linie der Clubverantwortlichen zu spüren. Der 14-malige Nationalspieler muss wegen seines nächtlichen Ausflugs am 18. Oktober des vergangenen Jahres nach Berlin und den Begleitumständen eine Geldstrafe zahlen. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es sich um 25.000 Euro handeln. "Wir haben ihm erklärt, welches Verhalten wir von unseren Spielern erwarten. Ich kann nur hoffen, dass es für ihn eine Lehre ist und er sein Verhalten etwas ändert. Es ist auch unsere Aufgabe, die Spieler anzuleiten", erklärte Manager Klaus Allofs der "Bild".

75.000 Euro im Taxi verloren

Am Sonnabend hatte die Zeitung berichtet, dass Kruse am frühen Sonntagmorgen des 18. Oktober 75.000 Euro in einem Berliner Taxi vergessen habe. Der 27-Jährige habe bei der Polizei zwar Anzeige wegen Diebstahls erstattet. Doch das Geld sei bis heute noch nicht wieder aufgetaucht. Das Verfahren ist dem Blatt zufolge am 12. Februar eingestellt worden. Weder Kruse noch sein Berater Thomas Strunz wollten sich zu dem Vorfall äußern. Für die Vorgesetzten des Nationalspielers ist sein Verhalten besonders aus Imagegründen problematisch. "Als Fußballprofi ist man vielleicht Privatperson, wenn man im Bett liegt. Ansonsten ist man immer zugleich auch Angestellter des Vereins", verdeutlichte Allofs im NDR Interview. Der langjährige Bundesliga-Keeper Frank Rost stieß am Sonntagabend im Sportclub in dieselbe Kerbe: "Er ist eine Person des öffentlichen Lebens und da muss man davon ausgehen, dass die Leute das interessiert. Und das ist auch ein Stück weit im Gehalt inbegriffen."

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Hecking und Allofs "not amused"

Brisanz birgt Kruses Kurztrip nach Berlin auch, weil er wenige Stunden nach einer Partie gegen die TSG Hoffenheim (4:2) und drei Tage vor Wolfsburgs Champions-League-Begegnung gegen die PSV Eindhoven (2:0) stattfand. Von einem Leistungsträger und Nationalspieler erwarten die VfL-Verantwortlichen fraglos eine professionellere Regeneration und Vorbereitung. Dass der 27-Jährige bei seinem Ausflug 75.000 Euro in bar bei sich trug und in einem Taxi vergaß, wirft ebenfalls kein gutes Licht auf Kruse und damit indirekt auch auf seinen Arbeitgeber. "Was Max gemacht hat, passt nicht zu dem, wie wir den Verein aufstellen und darstellen wollen", erklärte Hecking dem "kicker". Auch Allofs war fassungslos ob der Sorglosigkeit Kruses in jener Nacht. "Manch einer hat in seinem Leben vielleicht noch nie so einen Haufen Geld gesehen. Erst recht nicht in bar", sagte der Manager der "Bild".

Gerüchte um verpasste WM-Teilnahme

Kruse, der beim Werksclub angeblich sechs Millionen Euro brutto pro Jahr verdienen soll, hatte bereits in der Vergangenheit durch private Eskapaden von sich reden gemacht. So griff der Boulevard erst vor einigen Wochen eine angebliche Affäre mit einem TV-Sternchen auf. Der 27-Jährige zeigte sich auf Nachfrage zugeknöpft: "Privatleben ist und bleibt Privatleben." Hartnäckig halten sich auch Gerüchte, dass sportliche Gründe nicht ausschlaggebend dafür waren, dass Kruse von Joachim Löw nicht für die WM 2014 in Brasilien nominiert wurde. Es heißt, der Angreifer habe gegen einen Verhaltenskodex des Bundestrainers verstoßen. Viele Eskapaden darf sich der Wolfsburger wohl nicht mehr leisten, sonst könnte ihn der Disziplinfanatiker Löw auch für die EM im Sommer in Frankreich nicht berücksichtigen. "Da sind solche Dinge natürlich nicht immer förderlich", meinte Allofs mit Blick auf Kruses teuren Berlin-Ausflug.

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