Stand: 19.08.2017 11:53 Uhr

Lieberknecht: "Nicht die Eintracht, die ich kenne"

Bild vergrößern
Von den eigenen Fans enttäuscht: Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht.

Eintracht Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht wollte seinen Frust loswerden. Nicht den Frust darüber, dass seine Mannschaft in der zweiten Fußball-Bundesliga gegen Erzgebirge Aue zu Hause nur 1:1 gespielt hatte. Nein, er ging in der Pressekonferenz hart mit den eigenen Fans ins Gericht und hielt eine Wutrede, die Erinnerungen an Giovanni Trapattonis legendäre "Flasche leer"-Tirade von 1998 weckte. Oder an Lieberknechts Auftritt nach einer Bundesliga-Niederlage beim Hamburger SV im August 2013, als er sagte: "Es gab dann wieder Momente, wo Du merkst, Du bist dieser kleine Pissverein." Lieberknecht setzte also an, die Arme vor der Brust verschränkt: "Hier werden Spieler diffamiert, nicht kritisiert. Und hört mir auf mit dem Gequatsche 'Das sind Profis'. Das sind Jungs, die eine Seele haben. Was hier immer wieder auf die Jungs einprasselt, das ist unfassbar. Das ist nicht die Eintracht, die ich kenne."

"Verteidige meine Mannschaft bis zum Schluss"

Die lauten Unmutsäußerungen der eigenen Zuschauer sowie die Kritik nach dem Pokal-Aus gegen Holstein Kiel in der vergangenen Woche hatten Lieberknecht deutlich zugesetzt. Einmal in Rage, kritisierte der Coach weiter. "Man muss damit leben, dass die Jungs beim ersten technischen Fehler ausgepfiffen werden, dass Häme über sie ausgeschüttet wird. Ich frage mich, was jemand wie Hendrick Zuck verbrochen hat, dass die Leute sich bei jedem Ballkontakt über ihn lustig machen." Lieberknecht wurde immer lauter, gestikulierte und stellte klar: "Ich verteidige meine Mannschaft bis zum Schluss. Das alles kotzt mich an!"

Zwei freie Tage für die Braunschweiger Profis

Damit noch nicht genug: Das Crescendo seiner Wutrede erreicht langsam seinen Höhepunkt: "Die Mannschaft ist extrem hart mit sich ins Gericht gegangen nach der Niederlage in Kiel. Aber das ist nicht gut genug, nein: Es ist ja die größte Schande, in Kiel zu verlieren und gegen Aue nur 1:1 zu spielen. Jetzt können wieder alle schreiben: Lieberknecht dreht durch. Aber das hat was mit Herz zu tun. Damit, dass man sich jeden Tag den Arsch aufreißt. Es gibt viele, die uns unterstützen, aber mittlerweile gibt es mehr, die uns nicht unterstützen, die nicht für ihren Verein da sind." Nach drei Minuten endete Lieberknechts Monolog mit einer kurzen, etwas trotzigen Analyse der Partie: "Ich bin zufrieden, deshalb bekommen die Jungs zwei Tage frei."

26 Bilder

Braunschweigs Kader der Saison 2016/2017

Von Torwart Jasmin Fejzic über Talent Philipp Tietz bis Sturm-Neuzugang Suleiman Abdullahi: Der Kader des Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig im Überblick. Bildergalerie

Ergebnisse und Tabelle zweite Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Mehr Sport

13:18

Delaney: "Wir müssen einfach besser werden"

24.09.2017 22:35 Uhr
Sportclub
02:27
02:29