Stand: 19.03.2017 22:13 Uhr

Kind: "Beschäftigen uns mit verschiedenen Namen"

Daniel Stendels Zeit als Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten Hannover 96 scheint abzulaufen. "Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Namen, das kann ich bestätigen", sagte Clubboss Martin Kind am Sonntagabend dem NDR Sportclub. Zuvor hatten die Niedersachsen die Entscheidung über eine mögliche Beurlaubung des Coaches erneut vertagt. "Ich denke, dass wir es morgen, spätestens Dienstag entscheiden", erklärte Kind am Sonntag: "Wir wollen das umfassend mit den Verantwortlichen diskutieren."

Kommt Breitenreiter?

Bei den Überlegungen scheint es indes nicht mehr darum zu gehen, ob Stendel weitermachen darf oder nicht. Erfahrung sei gewünscht, ein großer Name nicht zwingend, meinte Kind zum Anforderungsprofil eines möglichen neuen Trainers. Dem Vernehmen nach gilt André Breitenreiter als heißer Anwärter auf den Posten - ein Coach, mit dem der neue 96-Manager Horst Heldt schon bei Schalke 04 zusammenarbeitete. Der gebürtige Langenhagener steht noch bis zum 30. Juni bei den Gelsenkirchenern unter Vertrag, aus dem ihn 96 laut Kind ("Das ist kein Thema") nicht herauskaufen will. Schalke könnte allerdings auch froh sein, ihn von der Gehaltsliste zu streichen.

Entlassung wäre keine Überraschung

Überraschend käme eine Entlassung von Stendel nicht. Der Bundesliga-Absteiger hatte am Sonnabend 0:0 beim FC St. Pauli gespielt und war dadurch in der Tabelle auf Platz vier zurückgefallen. Neun Spieltage vor dem Saisonende haben die Niedersachsen allerdings nur drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter VfB Stuttgart. Trotzdem steht Stendel vor allem bei Kind in der Kritik, weil der Aufstiegsfavorit seit Wochen spielerische Mängel offenbart. St. Paulis Coach Ewald Lienen hatte die Diskussionen um Stendel am Sonnabend als "lächerlich" und "skandalös" bezeichnet. Vorwürfe, die Kind nicht gelten lässt: "Ewald Lienen ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, ich schätze ihn sehr. Aber hier spricht er ein Thema an, das hat Hannover 96 zu entscheiden und zu vertreten."

In 14 Tagen gegen Union Berlin

Der Unternehmer ("Der Aufstieg ist alternativlos") hatte unter der Woche eine zeitnahe, klare Entscheidung in der Trainerfrage von Heldt gefordert. Seine "Empfehlung" sei es, sich nach dem Spiel bei St. Pauli entweder gegen Stendel auszusprechen oder mit ihm die Saison zu Ende zu bringen. Vieles deutet darauf hin, dass die Entscheidung gegen den 42-Jährigen fällt und einer neuer Trainer die Mannschaft auf das nächste Pflichtspiel in 14 Tagen gegen Union Berlin vorbereitet - einen der ärgsten Aufstiegskonkurrenten.

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