Stand: 26.01.2015 17:03 Uhr

Kiels Ex-Manager Bornemann ist auf Vereinssuche

Bild vergrößern
Andreas Bornemann, der ehemalige Manager von Holstein Kiel, hofft auf ein Angebot.

Andreas Bornemann juckt es längst wieder in den Fingern. Seit einem halben Jahr mischt der 43-Jährige nicht mehr im Profifußball mit - jetzt reicht's. "Es ist ja nicht verkehrt, den Fußball-Zirkus mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Aber ich hoffe darauf, dass sich schon bald eine neue Aufgabe bietet, die ich mit Identifikation und Überzeugung angehen kann", sagt der ehemalige Manager von Drittligist Holstein Kiel, der mit seiner Freundin immer noch in der Nähe von Eckernförde wohnt. Im Mai 2014 hatte Bornemann überraschend seinen Wechsel von der Förde in die Zweite Liga zu Greuther Fürth bekanntgegeben. "Es schien der richtige Club und der richtige Zeitpunkt für den Schritt zu sein." Schon Anfang Juni arbeitete sich der gebürtige Breisgauer in Fürth ein, zog ins Hotel. Doch noch vor seinem offiziellen Dienstantritt am 1. Juli löste er seinen Vertrag wieder auf.

Weitere Informationen

Heskamp neuer Manager bei Holstein Kiel

Ralf Heskamp übernimmt die vakante Manager-Position bei Drittligist Holstein Kiel. Der 49-Jährige erhält einen Dreijahresvertrag und soll die Schleswig-Holsteiner "noch erfolgreicher machen". mehr

"Hätte mich nicht wie gewünscht einbringen können"

"Private Gründe" hätten den Ausschlag gegeben, hieß es dazu in der offiziellen Pressemitteilung der Franken. Im Gespräch mit NDR.de erklärt Bornemann: "Viele dachten, ich wäre krank geworden. Das stimmt aber nicht. Ich erfreue mich bester Gesundheit. Ich habe in den drei Wochen in Fürth allerdings gemerkt, dass ich mich nicht wie gewünscht einbringen konnte und dass sich daran auch nichts geändert hätte." Seine Entscheidung, deshalb gar nicht erst in Fürth anzufangen, passt zu seiner konsequenten Art. "Andere finden sie aber vielleicht eher dumm, schließlich gibt es nicht viele vergleichbare Jobs in der Ersten und Zweiten Liga." In Fürth gibt es neben dem Manager auch noch Präsident Helmut Hack, der die Geschicke des Club sehr aktiv leitet.

Konsequenter Schritt schon in Freiburg

Bild vergrößern
In viereinhalb Jahren Kiel hatte Manager Andreas Bornemann viel Grund zum Jubeln.

Bornemann arbeitete schon in den ersten vier deutschen Fußball-Ligen. Alles begann im März 2002, als Assistent Bornemann plötzlich in Freiburg zum Nachfolger von Andreas Rettig, der zum 1. FC Köln wechselte, und damit zum Bundesliga-Manager aufstieg. Gerade mal 30 Jahre alt, musste er am Ende der Saison gleich seinen ersten Abstieg hinnehmen. 2003 gelang aber schon die Rückkehr in die Erste Liga. Mit Trainer Volker Finke verband ihn ein Vertrauensverhältnis, das auch dazu führte, dass Bornemann beim SCF seinen Hut nahm, weil ihm nicht passte, wie der Club nach 16 Jahren Urgestein Finke verabschiedete. Der Manager arbeitete danach bei Alemannia Aachen und wurde am 1. Februar 2010 Manager bei Holstein Kiel. Gemeinsam mit Trainer Thorsten Gutzeit verlieh er den lahmen "Störchen" in der Regionalliga wieder Flügel und führte Kiel 2013 zurück in die Dritte Liga.

Anfragen zuletzt alle abgelehnt - "Es muss passen"

Als Bornemann seinen Vertrag in Fürth auflöste, hatte die KSV Holstein den Posten noch nicht wieder besetzt. Eine Rolle rückwärts kam für Bornemann aber nicht in Betracht: "Es war nach dem Klassenerhalt und dem Sieg im Landespokal an der Zeit, den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen. Und diese Entscheidung trage ich mit allen Konsequenzen und Begleitumständen." Um nicht im Verein "rumzuspuken", hält er sich zurück. Nur "zwei- oder dreimal" war Bornemann in dieser Saison im Holstein-Stadion. Dafür aber querbeet überall von der Ersten bis zur Vierten Liga unterwegs. "Ich habe mir alles angeschaut, war so viel wie möglich im Stadion." Alle bisherigen Angebote hat er aber abgelehnt. "Ich muss das Gefühl haben, dass ich mit meiner Arbeitsweise und meinen Ideen zum Verein passe", erläutert Bornemann. "Das war bei den Anfragen zuletzt nicht gegeben." Einen Automatismus, einen solchen Job zu finden, gebe es nicht. "Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es schnell wieder klappt."