Stand: 19.11.2017 15:35 Uhr

Kieler "Störche" kämpfen sich auf Platz eins

von Christian Görtzen, NDR.de
Kiels Alexander Mühling (l.) und Nürnbergs Edgar Salli kämpfen um den Ball.

Die "Störche" stehen in der Tabelle der zweiten Fußball-Bundesliga ganz oben. Durch das 2:2 (0:0) im Spiel beim 1. FC Nürnberg verdrängte Holstein Kiel am Sonnabend Fortuna Düsseldorf von der Spitzenposition - und auf dem Platz gehen die Schleswig-Holsteiner (30 Punkte) auch aus dem 14. Spieltag. Kiel profitierte am Sonntag von der 0:1-Niederlage der Rheinländer beim FC Ingolstadt. Die bessere Tordifferenz beschert dem Aufsteiger den Top-Rang. Die Mannschaft von Holstein-Trainer Markus Anfang bewies in Nürnberg eine starke Moral. Vor 27.274 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion machten sie aus einem 0:2-Rückstand noch ein Remis. "Diese Moral zeichnet uns in dieser Saison aus, aber wir dürfen auch gar nicht erst 0:2 in Rückstand geraten", sagte Dominick Drexler dem NDR.

Gute Chancen für Lewerenz und Schindler

14.Spieltag, 18.11.2017 13:00 Uhr

  • 1.FC Nürnberg
  • 2:2


  • Holstein Kiel

Tore: 1:0 Behrens (54.) 2:0 Ishak (62.) 2:1 Seydel (70.) 2:2 Mühling (88.)
1.FC Nürnberg: Bredlow - Valentini, Margreitter, Ewerton, Leibold - Kammerbauer (88. Petrak) - Hufnagel (69. A. Fuchs), Behrens, Löwen, Salli - Ishak (81. Teuchert)
Holstein Kiel: Kronholm - P. Herrmann, Schmidt, Czichos, van den Bergh - Peitz - K. Schindler, Mühling, Drexler (90.+3 Heidinger), Lewerenz (68. Kinsombi) - Ducksch (68. Seydel)
Zuschauer: 27274

Weitere Daten zum Spiel

Im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen Dynamo Dresden (3:0) hatte Anfang seine Startelf nur auf einer Position verändert: Dominic Peitz durfte im defensiven Mittelfeld beginnen, David Kinsombi nahm auf der Ersatzbank Platz. Die beiden offensivstärksten Teams der Zweiten Liga machten ihrem Ruf schnell alle Ehre. Nach nur zehn Sekunden kamen die Franken durch Eduard Löwen zu einer exzellenten Chance, doch der Mittelfeldspieler scheiterte aus acht Metern am prächtig reagierenden KSV-Keeper Kenneth Kronholm. Auf der anderen Seite schoss Drexler aus guter Position FCN-Torwart Fabian Bredlow den Ball in die Arme. Und der Aufsteiger blieb dran: Nach Zuspiel von Kingsley Schindler versetzte Steven Lewerenz zunächst Enrico Valentini, dann zog er flach ab. FCN-Abwehrspieler Tim Leibold klärte mit dem Fuß (14.). Fünf Minuten später vergab Schindler eine weitere gute Gelegenheit.

Danach aber verflachte das Niveau der Partie beträchtlich. Kurz vor der Pause riss der "Club" die Zuschauer aus dem Zustand des Dösens. Löwen umkurvte auf der rechten Seite des Holstein-Strafraums mehrere Gegenspieler, erreichte die Grundlinie und lupfte von dort den Ball halbhoch zur Mitte - genau auf den Kopf des Nürnberger Kapitäns Hanno Behrens. Und der brachte es fertig, die Kugel aus zwei Metern Entfernung zum Tor links neben den Pfosten zu setzen (44.). Das hätte das 1:0 sein müssen. So aber ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Seydel und Mühling retten einen Punkt

Behrens tat selbst alles dafür, dass er sich nicht mehr lange über die vergebene Chance grämen musste. In der 54. Minute setzte der FCN-Mittelfeldspieler auf der rechten Außenbahn zum Solo an, zog zur Mitte und schlenzte dann den Ball aus 20 Metern mit dem linken Fuß zum 1:0 in den linken, oberen Torwinkel. Bald darauf schwand die Hoffnung der mitgereisten KSV-Fans, dass ihr Team etwas Zählbares aus der Partie mitnehmen könnte, noch ein bisschen mehr. Nach Vorarbeit von Löwen war Mikael Ishak am hinteren Pfosten schneller als Gegenspieler Dominik Schmidt und schoss den Ball volley aus fünf Metern zum 2:0 (62.) ein. Anfang reagierte. Er brachte Aaron Seydel für Top-Torjäger Marvin Ducksch, der einen schwachen Tag erwischt hatte (68.). Und der Kieler Coach bewies mit diesem Wechsel ein glückliches Händchen.

Nur wenig später erzielte der deutsche U21-Nationalspieler per Kopfball den 1:2-Anschlusstreffer (70.). Kiel mühte sich, doch die Minuten verrannen. Es sah schon alles nach einer Niederlage für die Norddeutschen aus, dann aber schlug der starke Neuling zu: Eine Flanke von Drexler legte Peitz per Kopf überlegt zurück auf Alexander Mühling, der von der Strafraumgrenze zum 2:2 (88.) traf. Die Erfolgsserie der "Störche" blieb damit gewahrt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 18.11.2017 | 15:00 Uhr