Stand: 13.09.2015 18:24 Uhr

"Joker" Pizarro weist Werder den Weg zum Sieg

von Christian Görtzen, NDR.de
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Claudio Pizarro legte zum späten 2:1 auf.

Mit Rückkehrer Claudio Pizarro als "Joker" in der Schlussphase ist Werder Bremen am Sonntag bei der TSG Hoffenheim zu einem 3:1 (1:0) gekommen. In der 82. Minute hatte der Peruaner unter dem Jubel der Werder-Fans nach mehr als drei Jahren sein Pflichtspiel-Comeback bei den Grün-Weißen gegeben. Das 2:1 durch Anthony Ujah (90+2) bereitete der 36 Jahre alte Routinier vor, Zlatko Junuzovic sorgte mit dem 3:1 für den Doppelschlag. Vor 28.312 Zuschauern war es ein später, aber gerechter Sieg.

Für Pizarro gab es Lob aus dem eigenen Team. "'Piza' ist ein Spieler, von dem alle noch unheimlich viel lernen können. Es tut uns sehr gut, dass wir eine solche Qualität hinzubekommen haben", sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz NDR 2. Manager Thomas Eichin konstatierte: "Was Claudio wert sein kann, hat man eindrucksvoll gesehen. Er bringt dem Gegner sofort Unruhe." Bremen kletterte mit jetzt sieben Punkten auf einen Europa-League-Platz. "Wenn wir so weiterkämpfen, können wir vielleicht etwas Wichtiges erreichen", meinte Pizarro: "Den UEFA-Cup, vielleicht."

Last-Minute-Sieg beim Pizarro-Comeback

Pizarro auf der Bank, Junuzovic trifft

4.Spieltag, 13.09.2015 15:30 Uhr

  • Hoffenheim
  • 1:3


  • Werder Bremen

Tore: 0:1 Junuzovic (45.) 1:1 E. Vargas (49.) 1:2 Ujah (90.+2) 1:3 Junuzovic (90.+3)
Hoffenheim: Baumann - Kaderábek, Schär, Süle, J.-S. Kim - P. Schwegler - Zuber (46. Jo. Schmid), Polanski - Uth - Volland, Kuranyi (46. E. Vargas)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Santiago Garcia - F. Kroos (89. Galvez) - C. Fritz, Ulisses Garcia (82. C. Pizarro) - Junuzovic - Johannsson (64. Bartels), Ujah
Zuschauer: 28312

Weitere Daten zum Spiel

Trainer Viktor Skripnik hatte im Angriff auf Ujah und Aron Johannsson gesetzt. Im 4-1-3-2-System besetzte Felix Kroos die Position im defensiven Mittelfeld. Die Grün-Weißen, die am vergangenen Spieltag mit 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen hatten, begannen im Kraichgau mutig. Und das hätte sich nach acht Minuten beinahe schon ausgezahlt: Nach einem Freistoß von Junuzovic aus dem rechten Halbfeld köpfte der amerikanische Nationalspieler Johannsson knapp am linken Pfosten vorbei. Bei Hoffenheim ging in den ersten 45 Minuten wenig zusammen. Die Bremer bestimmten die Partie, doch in Strafraumnähe waren sie nicht konsequent genug. Junuzovic zeigte in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs, wie es geht: Nach Flanke von Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie, einem Patzer des Hoffenheimers Fabian Schär und einer Ablage von Ujah schoss der Österreicher aus 14 Metern flach rechts unten zum 1:0 (45.) ein.

Doppelschlag zum 3:1 in der Nachspielzeit

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Claudio Pizarros Karriere in Bildern

Claudio Pizarro spielt seit 1999 in der Bundesliga. Der Peruaner gewann unzählige Vereinstitel und hat die meisten Bundesliga-Tore als ausländischer Profi vorzuweisen. Seine Karriere in Bildern. Bildergalerie

Eine Halbzeitpause und vier Spielminuten lang dauerte die Bremer Freude über den Vorsprung. Dann zappelte der Ball auch schon im Netz des eigenen Tores. Mark Uth hatte von der linken Außenbahn mit einem Diagonalpass den zur Pause eingewechselten Eduardo Vargas in Szene gesetzt. Und der chilenische Nationalspieler traf per Beinschuss gegen Werder-Keeper Felix Wiedwald zum 1:1 (49.). Es hätte noch bitterer kommen können, wenn Wiedwald in der 55. Minute einen Schuss des Schweizers Schär nicht gut pariert hätte.

Die Werder-Fans forderten in der Schlussphase die Einwechselung von Pizarro. In der 82. Minute war es dann so weit: Skripnik brachte den Peruaner für Ullises Garcia. Und der "Joker" stach: In der zweiten Minute der Nachspielzeit behauptete der Routinier im TSG-Strafraum den Ball, passte ihn klug zu Ujah, und dem gelang das 2:1. Junuzovic machte in der dritten Minute der Nachspielzeit mit dem 3:1 den Sieg perfekt. "Dann kam Piza, legt das Tor auf - und so stehen wir überglücklich mit drei Punkten da", schwärmte der Doppel-Torschütze.