Stand: 13.02.2016 05:32 Uhr

Nordduell Kiel - Osnabrück: Die Trainer im Interview

Abstiegskampf contra Aufstiegskampf: Holstein Kiel empfängt heute in der Dritten Liga den VfL Osnabrück. Der Sportclub überträgt das Nordduell ab 13.55 Uhr im NDR Fernsehen und hier im Livestream. Vor der Partie hat NDR.de mit den beiden Trainern Karsten Neitzel (l./Kiel) und Joe Enochs (Osnabrück) gesprochen: Über das Torfestival im Hinspiel, als der VfL nach 3:0-Führung gerade noch 3:2 gewann, kontinuierliches Arbeiten und die Ziele für die restliche Saison.

Herr Neitzel, Glückwunsch zu Ihrem 100. Ligaspiel als Trainer der KSV am vergangenen Wochenende. Haben Sie gebührend gefeiert?

Karsten Neitzel: Nein. Die Abläufe waren vor und nach dem Spiel wie immer. Ich habe die Zahl wahrgenommen und freue mich, wenn es andere registrieren. Aber ich fand unseren 3:2-Sieg in Köln viel prickelnder als Torten, Wein oder Champagner.

Ihre Zeit in Kiel ist bisher eine Zeit der Extreme: Auf den Beinahe-Abstieg 2014 folgte 2015 der Beinahe-Aufstieg samt herber Enttäuschung in der Relegation. Bleibt es in dieser Saison in Sachen Klassenerhalt wieder bis zum Ende spannend oder hat Ihr Team nach dem schwachen Start ins neue Jahr jetzt die Kurve bekommen?

Neitzel: Wir haben in unser ersten gemeinsamen Saison 45 Punkte geholt, das war sehr solide. Extrem war das nur, weil es trotzdem so lange offen war. Die vergangene Runde ist natürlich ganz schwer zu toppen - für uns, aber auch für viele andere Mannschaften. Aktuell hecheln wir noch immer einigen Punkten hinterher, die wir zu Saisonbeginn haben liegenlassen. Aber wir sind dabei, das aufzuholen und bei uns wird die Stimmungslage nicht an drei, vier Punkten festgemacht. Hätten wir die, wären wir auch in der Tabelle einen großen Schritt weiter. Es bleibt dabei: Zur harten Arbeit gibt es für uns keine Alternative.

So könnten Kiel und Osnabrück spielen

Herr Enochs, über derlei müssen Sie sich keine Gedanken machen. Die Aufstiegsränge sind 14 Spieltage vor dem Saisonende zum Greifen nah. Zuletzt gab es aber nur zwei magere Nullnummern. Verkrampft Ihre Mannschaft etwa auf dem Weg zurück in die Zweite Liga?

Joe Enochs: Um Gottes Willen. Wir haben doch ganz andere Ziele. Als ich nach dem vierten Spieltag übernommen habe, war der VfL mit zwei Punkten und einem Tor Vorletzter. Mittlerweile ärgern wir uns über ein Unentschieden gegen Cottbus. Aber von Verkrampfung kann keine Rede sein. Ich habe mir die Partie noch zweimal auf Video angesehen. Wir hatten unsere Chancen, aber sind eben noch keine Spitzenmannschaft. Wir können das alles sehr gut einschätzen.

Ihre Bilanz ist beeindruckend: In insgesamt 22 Spielen als VfL-Trainer haben Sie erst drei Niederlagen kassiert. Wie kommt das? Was machen Sie anders als Ihr Vorgänger Maik Walpurgis?

Enochs: Ich möchte nicht drüber sprechen, was vorher war. Wir haben damals einfach nur die Abläufe vereinfacht und wieder auf Viererkette umgestellt. Das wollte die Mannschaft und sie ist so viel stabiler. Mir macht die Arbeit mit den Jungs auch so viel Spaß, weil sie ihre eigene Leistung sehr gut einschätzen können. Wir haben bisher aber auch Glück, dass wir ohne größere Verletzungen auskommen. Willers, Pisot, Groß und Syhre bilden einen sehr stabilen Block im Defensivzentrum - und dass wir eingespielt sind, ist sehr wichtig.