Stand: 20.02.2016 19:40 Uhr

Aue stoppt Hansas Aufwärtstrend abrupt

von Florian Neuhauss, NDR.de

Der Weg zum möglichen Klassenerhalt bleibt für Hansa Rostock in der Dritten Liga lang. Die Mecklenburger verloren am Sonnabend ihr Heimspiel gegen Erzgebirge Aue mit 0:2 (0:1). Einzige positive Nachricht: Durch die Ergebnisse der Konkurrenz bleibt der Rückstand zum rettenden Ufer bei einem Punkt (Tabelle). Der Tabellenzweite beendete mit einer sehr konzentrierten Leistung Hansas jüngsten Aufwärtstrend abrupt. Die Rostocker enttäuschten über weite Strecken der Partie. "Wir haben nicht zwingend genug gespielt und die falschen Mittel gewählt", ärgerte sich Trainer Christian Brand, dessen Team zuvor im eigenen Stadion fünfmal ungeschlagen geblieben war. Kapitän Tobias Jänicke gab sich kämpferisch: "Diese Mannschaft lebt."

Adler schlägt zu - Hansa bleibt ohne Chance

26.Spieltag, 20.02.2016 14:00 Uhr

  • Hansa Rostock
  • 0:2


  • Erzgeb. Aue

Tore: 0:1 N. Adler (19.) 0:2 Wegner (52.)
Hansa Rostock: Schuhen - Baumgarten (73. Perstaller), Henn, M. Hoffmann, Gardawski - Erdmann, Wannenwetsch - Garbuschewski (90. Youssef), Jänicke - Platje, Ziemer (46. Andrist)
Erzgeb. Aue: Männel - Rizzuto, S. Breitkreuz, Susac, Hertner - Samson, Tiffert - N. Adler, Skarlatidis (74. Handle), Soukou (61. Könnecke) - Wegner (90.+1 Riedel)
Zuschauer: 12500

Weitere Daten zum Spiel

Never change a winning - nach dem 3:0 gegen Aalen musste Brand sein Team aber auf einer Position umstellen: Für den verletzten Maximilian Ahlschwede begann Maik Baumgarten rechts hinten. Doch von der breiten Brust war bei Hansa zu Beginn nichts zu sehen. Zu dominant und selbstbewusst agierten die Auer. Die Sachsen wurden allerdings auch nur nach Standards gefährlich. In der sechsten Spielminute hatte Max Wegner nach einer Ecke die erste Chance, sein Kopfball landete jedoch genau in den Armen von Marcel Schuhen. 13 Minuten später war der Hansa-Keeper machtlos: Christian Tiffert brachte eine Freistoßflanke mit viel Schnitt vor das Tor, am Fünfer kam Nicky Adler vollkommen frei zum Kopfball und ließ Schuhen keine Abwehrchance. Für das erste Ausrufezeichen der Rostocker sorgte Dennis Erdmann, jedoch nicht mit dem ersten Torschuss, sondern mit einer Gelben Karte (26.) - seiner elften in dieser Saison. Die Hausherren tauchten kurz vor der Pause das erste Mal gefährlich vorne auf. Melvin Platje zögerte mit seinem Abspiel auf Sturmpartner Marcel Ziemer aber zu lang (41.) - und so ging die Hälfte ohne Hansa-Chance zu Ende.

0:2 weckt die Rostocker

Und zugleich war es die letzte Aktion unter der Beteiligung Ziemers. Der Angreifer, der zuletzt bereits angeschlagen im Training pausiert hatte, blieb in der Kabine. Für ihn kam Stephan Andrist. Die Rostocker kamen mit deutlich mehr Elan aus der Kabine - und lagen wenig später schon mit 0:2 zurück. Ein Befreiungsschlag von Schuhen landete genau bei Cebio Soukou. Aues-Winterzugang behielt die Übersicht, legte quer und Wegner schob locker ein (52.). Der zweite Gegentreffer wirkte wie ein Weckruf, plötzlich kam Hansa zu Chancen. Nach Flanke von Andrist verfehlte Platje (52.) genauso knapp das Tor wie drei Minuten später Erdmann (55.). Michael Gardawski schoss aus der Distanz drüber (59.).

Andrist scheitert an Aues "Mr. Cool"

Kurios: Auch diese Druckphase überstanden die Gäste, ohne das Torhüter Martin Männel einmal hätte eingreifen müssen. In der Folge stand die beste Defensive der Liga wieder sicher. Die Sachsen verlagerten das Spielgeschehen wieder zusehends in die Rostocker Hälfte. Die Schlussphase läutete Brand mit der Einwechslung eines weiteren Offensivspielers ein, Julius Perstaller ersetzte Baumgarten. Doch die Offensivaktionen der Hausherren blieben Stückwert. Entweder kam der letzte Pass nicht an oder die Schüsse wurden abgeblockt. Fünf Minuten vor dem Ende hätte Andrist noch einmal für Spannung sorgen können. Der Schweizer eroberte den Ball und tauchte frei vor Männel auf, scheiterte aber am Keeper. Und während im Stadion schon Jubel aufbrandete, war Männel auch zwei Minuten später "Mr. Cool". Der Auer Kapitän ließ einen Freistoß von Ronny Garbuschewski einfach passieren. Der Treffer zählte jedoch nicht, weil Schiedsrichter Patrick Ittrich "indirekt" angezeigt hatte. So blieb Hansa zum neunten Mal in dieser Saison torlos.

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