Stand: 14.10.2017 17:58 Uhr

Hannover verliert die Linie und spät das Spiel

von Christian Görtzen, NDR.de

Eine Halbzeit lang hat Bundesliga-Aufsteiger Hannover 96 am Sonnabend im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt eine gute Leistung gezeigt, doch das reichte nicht einmal zum Gewinn eines Punktes. Die Niedersachsen mussten sich vor 43.500 Zuschauern in der heimischen Arena den Hessen mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Ein Last-Minute-Tor von Ante Rebic brachte die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter um einen kleinen Erfolg. Es war die erste Heimniederlage unter dem 44 Jahre alten Fußballlehrer. Die Norddeutschen rutschten nach der zweiten Niederlage in Folge mit ihren zwölf Punkten in der Tabelle ins Mittelfeld ab. "Es ist bitter, wenn man kurz vor Schluss noch eine Niederlage einstecken muss, aber es geht weiter", sagte 96-Sportdirektor Horst Heldt NDR 2.

Eintracht entführt Dreier von der Leine

Sané schraubt sich hoch und gleicht aus

8.Spieltag, 14.10.2017 15:30 Uhr

  • Hannover 96
  • 1:2


  • E. Frankfurt

Tore: 0:1 Haller (10.) 1:1 Salif Sané (36.) 1:2 Rebic (90.)
Hannover 96: Tschauner - J. Korb, F. Hübner, Anton, Salif Sané, Ostrzolek - Schwegler, Bakalorz (68. Klaus) - Karaman, Harnik (85. Jonathas) - Füllkrug (61. Bebou)
E. Frankfurt: Hradecky - Chandler, M. Russ, Hasebe, Abraham, Tawatha (46. Willems) - Gacinovic, Boateng - M. Wolf (68. Barkok), Haller, Rebic (90.+2 C. Salcedo)
Zuschauer: 43500

Weitere Daten zum Spiel

Bei schönstem Oktober-Wetter hatten die "Roten" den Start in die Partie gehörig verpatzt. Durch ein aggressives Pressing zwangen die Hessen Hannover zu einem Fehler im Spielaufbau. Und dann ging es fix: 96-Leihgabe Marius Wolf steckte den Ball zu Sebastien Haller durch, und der 23 Jahre alte Franzose lupfte das Spielgerät über den 96-Keeper Philipp Tschauner hinweg - 1:0 für die Gäste (10.). Erstmals in dieser Saison hatten die Niedersachsen vor der Pause ein Gegentor kassiert. Und sie benötigten einige Zeit, um sich zu berappeln und zu Chancen zu kommen. In der 22. und 23. Minute war es dann so weit, als zunächst ein Schuss von Matthias Ostrzolek aus spitzem Winkel gerade noch geblockt wurde und im Anschluss an die Ecke Salif Sané den Ball per Kopf einen Meter neben den Pfosten setzte. Das Spiel kippte langsam zugunsten der Gastgeber. In der 36. Minute fiel dann der verdiente Ausgleich: Nach einer Ecke von Pirmin Schwegler, der wenige Minuten zuvor vom Frankfurter Timothy Chandler einen rüden Bodycheck erhalten hatte, rauschte in der Strafraummitte zunächst Niclas Füllkrug mit dem Kopf am Ball vorbei. Doch direkt hinter ihm hatte sich auch Sané hochgeschraubt - und der Innenverteidiger nickte zum 1:1 (36.) ein. 96 hatte sogar mit einer Führung in die Pause gehen können, doch Martin Harnik traf den Ball nicht richtig (42.).

Rebic schockt 96 in letzter Minute

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ganz anderes Bild: Es spielte jetzt nur die Eintracht. Die Niedersachsen wirkten fahrig, unkonzentriert und wurden durch so viel Elan weit in die eigene Spielhälfte zurückgedrängt. Chancen für die Hessen ergaben sich bei diesem ungleichen Kräfteverhältnis zwangsläufig. Wolf zwang Tschauner zu einer Glanzparade (49.), und in der 59. Minute klärte der 96-Keeper gerade noch rechtzeitig vor Haller. Die Selbstsicherheit der Norddeutschen war dahin, in der Offensive fiel der Breitenreiter-Elf nichts mehr ein. Gefährlich waren nur die Gäste - so etwa durch den eingewechselten Jetro Willems, der den Ball aber deutlich rechts am 96-Tor vorbeischoss (70.). Zehn Minuten vor dem Ende der Partie drohte den Gastgebern bei einem Konter der Eintracht größte Gefahr, doch Julian Korb lenkte den Ball durch einen Spreizschritt ins Toraus.

Und plötzlich gab es dann auf der anderen Seite tatsächlich die erste Chance für 96 im zweiten Durchgang. Sané setzte einen Schuss ans Außennetz (85.). Kurz darauf die nächste Gelegenheit für Hannover: Der für Harnik eingewechselte Jonathas schoss den Ball in die Arme von Eintracht-Torhüter Lukas Hradecky (87.). In der 90. Minute folgte dann der Knockout für die Gastgeber. Nach weitem Abschlag von Hradecky jagte Rebic den Ball zum 2:1-Siegtreffer ins Netz.

Hooligans prügeln sich in der Stadt

Im Rahmen der Partie gab es ein überaus unschönes Ereignis: Nach Angaben der Polizei hatten sich rund 80 Hooligans in Hannover geprügelt. Einem Sprecher zufolge gingen die radikalen Fans von Eintracht Frankfurt und Hannover 96 am Nachmittag aufeinander los. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Tatverdächtigen. Beamte konnten dennoch jeweils sieben Angehörige der beiden Hooliganszenen stellen. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs ein.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 14.10.2017 | 15:00 Uhr