Stand: 29.08.2015 18:15 Uhr

1:2 in Köln: HSV verliert nach Führung

von Christian Görtzen, NDR.de
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HSV-Torhüter René Adler prallt mit Cleber (o.) zusammen. Er verletzt sich bei der Aktion.

Der 1. FC Köln ist nicht mehr der Lieblingsgegner von Bruno Labbadia, dem Trainer des Hamburger SV. Am Sonnabend musste sich der 49 Jahre alte Fußballlehrer mit seiner Mannschaft vor 50.000 Zuschauern mit 1:2 (0:0) bei den Rheinländern geschlagen geben. Zuvor hatte er in zehn Pflichtspielen als Trainer von Greuther Fürth, Bayer Leverkusen, dem HSV und dem VfB Stuttgart gegen die Geißbock-Elf kein Mal (fünf Siege, fünf Remis) verloren. Die Hamburger mussten am Sonnabend leidvoll das erfahren, was sie eine Woche zuvor dem VfB Stuttgart beim 3:2 im Heimspiel zugefügt hatten - eine Wende innerhalb von nur wenigen Minuten. Köln benötigte fünf Minuten, um aus einem 0:1 ein 2:1 zu machen. Der HSV, bei dem Torhüter René Adler (Schulterverletzung / 40.) und Innenverteidiger Emir Spahic (Rote Karte / 79.) den Schlusspfiff nicht auf dem Spielfeld erlebten, ist nach drei Spieltagen mit drei Punkten Tabellenzwölfter. Vor allem die Elfmeter-Entscheidung, die zum Kölner Siegtor durch Anthony Modeste (81.) führte, erzürnte die Hamburger. "Das ist richtig bitter, eine klare Fehlentscheidung. Wenn so ein Kontakt einen Elfmeter ergibt, dann gibt es in jedem Spiel drei", sagte HSV-Profi Sven Schipplock NDR 2.

Kölner Doppelschlag schockt den HSV

Adler verletzt sich, Hirzel kommt

3.Spieltag, 29.08.2015 15:30 Uhr

  • 1. FC Köln
  • 2:1


  • Hamburger SV

Tore: 0:1 Holtby (47.) 1:1 Hosiner (76.) 2:1 Modeste (81., Foulelfmeter)
1. FC Köln: T. Horn - Olkowski (66. Hosiner), Sörensen, Heintz, Hector - Risse, Vogt, Ma. Lehmann (58. Jojic), Bittencourt - Zoller (81. Gerhardt), Modeste
Hamburger SV: R. Adler (40. Hirzel) - Diekmeier, Cleber, Spahic, Ostrzolek - Ekdal, G. Jung (46. Kacar) - Gregoritsch, Holtby (83. Lasogga), Ilicevic - Schipplock
Zuschauer: 50000

Weitere Daten zum Spiel

Labbadia war im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (3:2) zu einer Änderung in der Innenverteidigung gezwungen. Für den Siegtorschützen Johan Djourou, der an einem Muskelfaserriss laboriert, rückte der Brasilianer Cleber im Abwehrzentrum an die Seite von Spahic. Das war Labbadias einzige Abweichung von der Anfangsformation im Stuttgart-Spiel. Im Angriff spielte erneut Zugang Schipplock. Von guten, offensivfreudigen Aktionen waren allerdings beide Mannschaften in den ersten 45 Minuten ein beträchtliches Maß entfernt. Die Zuschauer sahen bei sommerlichem Wetter eine erste Halbzeit, die nahezu keine Torchancen bot. Nur ein Querpass des Hamburgers Ivo Ilicevic, bei dem Schipplock zu spät kam (45.+2), sorgte für etwas Gefahr im Strafraum. Und so blieb ein verletzungsbedingter Wechsel das wichtigste Ereignis. Adler schied in der 40. Minute wegen einer Schulterverletzung aus. Der Kapitän war bei einer womöglich etwas zu forschen Rettungsaktion im Strafraum mit Cleber zusammengeprallt. So gelangte Ersatzkeeper Andreas Hirzel zu seinem Bundesliga-Debüt. Der 22-Jährige kam vom Liechtensteiner Hauptstadtclub FC Vaduz, der in der ersten Schweizer Liga spielt.

Holtby trifft nach Schipplock-Pass

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Lewis Holtby bejubelt seinen Treffer.

So zäh die erste Halbzeit war, so furios begann die zweite. Der Kölner Kevin Vogt vertändelte auf seiner linken Außenbahn den Ball. Und dann ging es ganz schnell: Schipplock sprintete mit dem Spielgerät am Fuß bis zur Torauslinie, von wo aus er den Ball in herausragender Art flach und scharf zur Strafraummitte passte. Dort war dann Lewis Holtby zur Stelle: Der Offensivspieler schoss flach zum 1:0 (47.) für die Gäste ein. Und diese Führung übte einen deutlich sichtbaren positiven Einfluss auf das Spiel der Norddeutschen aus. Plötzlich lief der Ball gefällig durch die Reihen, auf einmal gab es gute Aktionen. Wie etwa in der 62. Minute: Ilicevic umkurvte zunächst Marcel Risse und Frederik Sörensen und zwang dann Kölns Torhüter zu einer Glanztat. Timo Horn lenkte den mit Effet geschossenen Ball an die Latte. Die Domstädter zogen aber bei den Aluminium-Treffern flugs nach: Keine zwei Minuten später touchierte ein von Modeste abgegebener Schuss ebenfalls die Latte. Es war jetzt - endlich - eine sehr interessante Partie.

Köln gelingt die Wende

Gegen Mitte der zweiten Halbzeit wurden die Gastgeber allerdings stärker. Und das zahlte sich schon bald aus. Jonas Hector nutzte auf der linken Seite ein zu zögerliches Abwehrverhalten von Dennis Diekmeier zum Schlagen einer Flanke, und wenige Meter vor dem Tor drückte der zehn Minuten zuvor eingewechselte Philipp Hosiner zum 1:1 (76.) ein. Und es kam noch schlimmer für die Hamburger: Drei Minuten später entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) bei einem Laufduell zwischen Modeste und Spahic auf Foulelfmeter für Köln und Rote Karte für den HSV-Innenverteidiger wegen einer "Notbremse". Modeste hätte den Ball bei der Annahme fast verstolpert. Spahic` Griff an sein Trikot und den leichten Kontakt am Bein nahm der Franzose dankbar an. Der Gefoulte traf vom Punkt dann zum 2:1 (81.) für die Gastgeber. Der HSV versuchte mit dem Mute der Verzweiflung noch einen Punkt zu retten - vergeblich. Cleber vergab in der zweiten Minute der Nachspielzeit nach einer Ecke von Ilicevic noch eine erstklassige Chance zum Ausgleich.

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