Stand: 17.02.2017 09:12 Uhr

Hamburg, Hannover und Bremen wollen EM-Spiele

Finden im Volksparkstadion im Jahr 2024 EM-Spiele statt?

Bekommt Deutschland den Zuschlag für die Fußball-EM 2024, möchten auch drei Städte im Norden Gastgeber sein: Hamburg, Hannover und Bremen. Insgesamt wollen sich mindestens 16 Städte bewerben, doch nur zehn können dabei sein. Und die müssen in ihren Stadien mindestens 30. 000 Sitzplätze anbieten.

Am Freitag endete die sogenannte "unverbindliche Interessensbekundung" möglicher Standorte beim DFB. Sieben der zehn deutschen Städten stehen eigentlich schon fest: Berlin als Hauptstadt, München als Heimat der besten deutschen Mannschaft, Dortmund mit dem größten Stadion, Hamburg als Metropole im Norden, Frankfurt als Heimat des DFB, Stuttgart als Sponsorenstadt und Leipzig als Stadt im Osten.

Bruchhagen: "Eine riesige Chance"

Die Hansestadt und der HSV hatten sich am Mittwochvormittag mit dem Volksparkstadion offiziell als Austragungsort beworben. "Wenn es ein neues Sommermärchen gibt, wollen wir dabei sein", unterstrich Bürgermeister Olaf Scholz. Bei eben jenem "Sommermärchen" vor elf Jahren, als Deutschland bei der Heim-WM das ganze Land in Schwarz-Rot-Gold tauchte, wurden in Hamburg fünf Partien ausgetragen. "Hamburg ist ein optimaler Austragungsort für eine solche Sportgroßveranstaltung und das Turnier bedeutet eine riesige Chance für die Stadt und das Areal rund um das Volksparkstadion", betonte HSV-Boss Heribert Bruchhagen.

2006 hatte Bremen das Nachsehen

Der DFB braucht bei seiner Entscheidung viel Fingerspitzengefühl, die Landesverbände fordern ihr Recht. Bei den Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie der Heim-EM 1988 wählte der Verband die Spielorte relativ gleichmäßig verteilt über die Bundesrepublik aus. Deshalb dürfen sich Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) und Hannover (Niedersachsen/bisher immer dabei) wieder große Hoffnung machen, dass ihre eingereichten Bewerbung erfolgreich sein könnten.

Anders sieht es bei Bremen aus, das bereits bei der WM 2006 Hannover den Vortritt lassen musste. Diesmal stehen die Chancen besonders schlecht, weil es nur zehn statt zwölf Spielorte geben wird und weil der Bremer Senat im Clinch mit der Deutschen Fußball Liga liegt. In dem Streit geht es um die Übernahme von Polizei-Kosten bei Risikospielen in der Bundesliga im Weserstadion. Werder-Sportdirektor Frank Baumann setzt auf die Stimmung im Stadion: "Das Weserstadion ist auf alle Fälle EM-tauglich. Diese Begeisterung, die hier immer herrscht - da gibt es schon ganz ordentliche Chancen für uns."

Entscheidung am 15. September

Eine Voraussetzung erfüllen alle drei Nord-Bewerber: Ihre Stadien verfügen über mindestens 30.000 Sitzplätze. Umbauen, erweitern, nachrüsten - all das wäre nicht nötig. Die übrigen Standorte im Norden - wie Wolfsburg, Braunschweig oder St. Pauli - sind zu klein. Der DFB hat seine Entscheidung, welche Arenen Teil der Bewerbung bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) werden, für den 15. September angekündigt. Im April 2018 endet die Bewerbungsfrist bei der UEFA.

Türkei bislang einziger Konkurrent

Einziger Konkurrent des DFB ist bisher die Türkei. Die Türkische Fußballföderation gab die Bewerbung am Mittwoch bekannt und hat laut Sportminister Akif Cagatay Kilic die Unterstützung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Weil sich Norwegen nicht beteiligen will, ist derweil eine Bewerbung von Skandinavien bereits vom Tisch. Die EM-Vergabe durch das UEFA-Exekutivkomitee erfolgt im September 2018.

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