Stand: 30.08.2015 11:28 Uhr

Jede Menge Frust beim Hamburger SV

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HSV-Trainer Bruno Labbadia (r.) schimpft auf Schiedsrichter Deniz Aytekin (3.v.r.) ein.

Der Schlusspfiff der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV (2:1) war kaum verklungen, da stürmte HSV-Coach Bruno Labbadia wutentbrannt auf den Platz und baute sich wild gestikulierend vor Schiedsrichter Deniz Aytekin auf. "Wir sind um einen Punkt betrogen worden", erklärte Labbadia wenig später im Interview: "Der Elfmeter war eine krasse Fehlentscheidung, ein Witz, das ist nervig und bitter." Sogar sein Kölner Kollege Peter Stöger räumte ein, dass er "den wohl nicht gegeben" hätte. "Wenn es für solche Szenen einen Elfmeter gibt, kriege ich drei oder vier im Spiel", wetterte HSV-Stürmer Sven Schipplock. Allein: Ausschlaggebend war und bleibt die Entscheidung von Aytekin - und der verteidigte seinen Pfiff und den Platzverweis für Emir Spahic: "Aus meiner Sicht hat es einen Kontakt im Fuß- und Rückenbereich gegeben. Aufgrund dieser Wahrnehmung habe ich auf Foulspiel entschieden."

Wirbel um Holtby-Aussage

Von einer Fehlentscheidung wollte der Referee also nichts wissen, umso verwunderlicher ist daher die Aussage von Lewis Holtby: Der HSV-Mittelfeldspieler behauptete nach dem Spiel, Aytekin sei in der Hamburger Kabine gewesen, habe den Pfiff bereut und sich bei Spahic entschuldigt. Dem widersprach Aytekin energisch: "Wenn Holtby das erzählt, kann ich nur sagen, dass das nicht der Wahrheit entspricht." Der HSV pflichtete später via Twitter bei und entlarvte die Falschaussage. Holtby selbst ruderte am Sonntag zurück: "Meine Aussagen nehme ich zurück. Ganz sicher habe ich nicht bewusst irgendetwas erfunden." Auch Trainer Labbadia zeigte Größe, als er Aytekin als "guten Schiedsrichter" bezeichnete und bemerkte, es sei "menschlich, Fehler zu machen".

Sorgen um Adler

Was bleibt, ist jede Menge Frust bei den Hamburgern. Mit nur drei Zählern gehen die Norddeutschen nun in die Länderspielpause. Und es droht weiteres Ungemach: Spahic wird möglicherweise gesperrt, jedenfalls rechnet Labbadia nicht mit einem Freispruch. "Die Rote Karte muss ja auch irgendwie Sinn machen", erklärte der 49-Jährige sarkastisch. Außerdem droht Torwart René Adler auszufallen. Der Keeper zog sich nach einem Zusammenprall mit Cléber eine Schulterverletzung zu und wurde bereits in der ersten Hälfte ausgewechselt. "Momentan nehme ich nur Verärgerung mit", sagte Labbadia, der sich um den Lohn für einen guten Auftritt gebracht sah: "Es ist doch so, dass in zwei Wochen keiner mehr darüber spricht, wie die Niederlage in Köln zustande gekommen ist. Aber das Polster, das uns gut getan hätte, wird uns in Gladbach leider fehlen.“

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