Stand: 01.09.2015 21:30 Uhr

HSV-Rucksack-Affäre: Polizei ermittelt gegen Finderin

Ist HSV-Sportdirektor Peter Knäbel Opfer eines Diebstahls?

Überraschende Wendung in der Affäre um den Rucksack von HSV-Sportdirektor Peter Knäbel. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, habe sich im Zuge der umfangreichen kriminalpolizeilichen Ermittlungen sowie einer anonym verfassten E-Mail gegen die angebliche Finderin des Rucksacks ein Anfangsverdacht des Diebstahls aus dem Auto von Knäbel ergeben. In der Mail wird die Altenpflegerin als Diebin bezichtigt. "Der Vorgang ist zur Prüfung ihres Status, sowie zur Prüfung etwaiger weiterer Maßnahmen der Staatsanwaltschaft Hamburg übersandt worden", hieß es.

Dokumente mit Gehaltslisten und Vertragsdetails weg

Mitte August war publik geworden, dass interne Dokumente mit Gehaltslisten und Vertragsdetails von Profis des Hamburger Fußball-Bundesligisten in einem Hamburger Park gefunden worden waren. Die Altenpflegerin hatte angeblich den Rucksack von Knäbel entdeckt, ihn aber nicht erreicht. Auch beim Fußball-Bundesligisten waren ihre Anrufe angeblich ohne Erfolg geblieben. Daraufhin hatte sich die 38-Jährige an die "Bild"-Zeitung gewandt. Knäbel hatte Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Der HSV schaltete zudem unabhängige Wirtschaftsprüfer ein.

Beiersdorfer sieht sich bestätigt

Am Dienstagabend erklärte HSV-Clubchef Dietmar Beiersdorfer in einer Mitteilung auf der Club-Homepage, das die unabhängige Untersuchung der vom HSV beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft den Erkenntnissen der Polizei nicht widerspricht. "Die jetzt vorliegenden Ergebnisse bestätigen unsere anfängliche Vermutung, dass eine Straftat gegen uns begangen wurde, indem ein Rucksack, der HSV-interne Dokumente enthielt, vorsätzlich entwendet wurde und stützen das gegenüber Peter Knäbel ausgesprochene Vertrauen", hieß es weiter.

HSV-Boss Beiersdorfer: Knäbel nicht vorverurteilen

Dietmar Beiersdorfer hat dem in der Kritik stehenden Sportdirektor Peter Knäbel erneut das Vertrauen ausgesprochen. Man könne niemanden vorverurteilen, sagte der HSV-Vorstandschef. mehr