Stand: 22.01.2015 10:02 Uhr

HSV bekommt sein "Volksparkstadion" zurück

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Die Führungsspitze des HSV posiert vor einem Schild mit der Aufschrift "Volksparkstadion".

Mit einem Paukenschlag ist Fußball-Bundesligist Hamburger SV aus seinem Trainingslager in Dubai zurückgekehrt. Wie der Club wenige Tage vor der Mitgliederversammlung (Sonntag) auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz mitteilte, beteiligt sich Investor Klaus-Michael Kühne nun doch am Club: Der Milliardär erhält für 18,75 Millionen Euro 7,5 Prozent Gesellschaftsanteile an der HSV Fußball AG. Darüberhinaus hat Kühne für vier Jahre die Namensrechte am Stadion erworben, das nun ab 1. Juli wieder "Volksparkstadion" heißen wird. Angeblich zahlt Kühne dafür pro Jahr vier Millionen Euro. Der bisherige Namensgeber, die Imtech AG, ist vorzeitig aus dem bis 2016 laufenden Kontrakt ausgestiegen. Nach "Bild"-Informationen zahlt das Unternehmen dem HSV sogar eine Summe für die Vertragsauflösung.

Kühne: "Eine Herzensangelegenheit"

"Es war mir als HSVer eine Herzensangelegenheit, dass die Fußball-Heimat des HSV wieder ihren ursprünglichen Namen trägt. Ich wünsche mir, dass unsere Mannschaft im Volksparkstadion wieder an alte Erfolge anknüpfen kann", sagte der 77-jährige Kühne. "Für viele unserer Fans und auch für mich ist der Name des Stadions eine emotionale Angelegenheit", erklärte der Vorstandsvorsitzende der HSV Fußball AG, Dietmar Beiersdorfer. Club-Idol Uwe Seeler freut sich ebenfalls: "Das ist ein schönes Zeichen und besonders von nostalgischem Wert", sagte der 78-Jährige. Kühnes Investition überrascht. Schließlich hatte der Unternehmer sich noch kurz vor Weihnachten geweigert, seinen Kredit von 25 Millionen Euro in Vereinsanteile umzuwandeln.

Von Kühnes Millionen-Darlehen muss der hoch verschuldete Bundesligist nun nur noch 6,25 Millionen bis 2019 zurückzahlen. Damit hat der HSV wieder mehr Spielraum für neue Spieler, steht nicht mehr so unter Druck bei der Lizenzierung und muss weit weniger Zinsen für Kredite zahlen. Die große Hoffnung des Bundesliga-14. ist nun, dass der Club für weitere Geldgeber interessant wird. Kühne soll dabei der Türöffner sein.

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