Stand: 07.06.2015 14:18 Uhr

Absage vom HSV: Trauriger Beister muss gehen

Der HSV räumt auf. Rafael van der Vaart muss gehen und wird, wie es heißt, schon in den nächsten Tagen zum spanischen Aufsteiger in die Primera Division, Betis Sevilla, wechseln. Auch das Hamburger Gastspiel des Rheinländers Marcell Jansen ist zu Ende, ohne dass darin eine besondere Tragik zu erkennen wäre. Bei Maximilian Beister sieht die Sache vielleicht ein klein wenig anders aus. Während die Uhr des Bundesliga-Dinos nach dem glücklich verlaufenen Relegations-Wahnsinn unverdrossen weiter tickt, soll die Zeit des vom Verletzungspech verfolgten "Maxi" vorzeitig ablaufen. "Der HSV hat mir mitgeteilt, dass ich mir einen neuen Verein suchen soll", sagte Beister der "Bild"-Zeitung und gestand: "Das macht mich traurig, der HSV ist doch mein Verein."

Offensiv-Allrounder ohne Spielpraxis

Spielen konnte Beister, dessen Jahressalär rund 1,3 Millionen Euro betragen soll, für seinen Club zuletzt allerdings nur selten. Mehr als ein Jahr kämpfte sich der 24-Jährige nach seiner schweren Knieverletzung zurück in den Profikader, absolvierte im Winter ein gutes Trainingslager und musste sich doch ganz hinten anstellen. Bescheidene 72 Minuten kam der Offensiv-Allrounder in der Rückrunde zum Einsatz, und der Wechsel auf der Trainerbank von Josef Zinnbauer über Peter Knäbel hin zu Bruno Labbadia half ihm auch nicht besonders weiter. Von fehlender Spielpraxis sprach nicht nur der Trainer, der in den entscheidenden "Abstiegsspielen" gegen den Karlsruher SC wieder nur minutenweise auf den Publikumsliebling setzte. Für die neue Saison plant er nun ganz ohne ihn.

"Muss mit der neuen Situation umgehen"

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Spielen beim HSV keine Rolle mehr: Maximilian Beister (r.) und Marcell Jansen.

"Logisch, dass ich nicht glücklich bin mit der Entscheidung. Ich hatte viel vor. Aber ich muss mit der neuen Situation umgehen und schauen, wie es weitergeht“, sagte Beister dem "Hamburger Abendblatt". Zwar könnte er darauf pochen, seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag beim HSV zu erfüllen. Doch wenn er spielen will - und das nicht nur in der U23-Mannschaft - bleibt realistischerweise nur ein Wechsel oder zumindest eine Ausleihe, was dem HSV dann allerdings eine Ablöse kosten würde. An eine Zukunft beim HSV rechnet der gebürtige Göttinger, der in Lüneburg mit dem Fußball spielen begann und eine zeitlang auch bei Fortuna Düsseldorf in der Zweiten Liga kickte, nicht mehr.

Erst Urlaub - dann Suche nach neuem Verein

Einen neuen Verein hat der Initiator einer Schüler-Nachhilfeschule noch nicht. Erst einmal hat er sich in den Urlaub verabschiedet - und will dann mal sehen. Unwahrscheinlich allerdings ist, dass es beim HSV doch noch weitergeht. Obwohl die Absage von Sportchef Peter Knäbel gar nicht so rigoros klingt: "Wir wollen schauen, wo und wie er am meisten Spielpraxis sammeln kann", erklärte der glücklose Teilzeit-Trainer, der nun die schwere Aufgabe hat, eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen, die nicht zum dritten Mal nacheinander in die Relegation muss.

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