Stand: 20.02.2016 18:06 Uhr

Engagiert, aber einfallslos - Werder verliert

von Christian Görtzen, NDR.de

Das "Drecksackspiel", wie Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik die Partie beim Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt 04 im Vorfeld genannt hatte, hat kein gutes Ende für die Norddeutschen genommen. Die Grün-Weißen mussten sich am Sonnabend vor 15.007 Zuschauern in der Ingolstädter Arena mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Durch ein frühes Gegentor, das aus einer Standardsituation entsprang, und einen verwandelten Strafstoß kurz vor dem Ende der Partie besiegten die Gastgeber eine wenig einfallsreiche Bremer Mannschaft. Werder bleibt nach dem 22. Spieltag mit lediglich 20 Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz stehen, der zum Abschluss der Saison zwei Relegationsspiele gegen den Dritten der Zweiten Liga zur Folge hätte. Allerdings ist der Vorletzte TSG 1899 Hoffenheim durch das 3:2 gegen den 1. FSV Mainz 05 bis auf zwei Zähler an die Bremer herangerückt. "Die nächsten Wochen werden zeigen, ob wir uns da herausarbeiten können oder ob wir bis zum Ende gegen den Abstieg spielen", sagte Werder-Torhüter Felix Wiedwald NDR 2. Und im Hinblick auf das kommende Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 fügte er hinzu: "Jedes Spiel ist jetzt ein Schicksalsspiel. Wir müssen punkten, um da herauszukommen."

Bremen steckt weiter tief im Abstiegssumpf

Nachwuchskraft Fröde in der Startelf

22.Spieltag, 20.02.2016 15:30 Uhr

  • FC Ingolstadt
  • 2:0


  • Werder Bremen

Tore: 1:0 Hübner (12.) 2:0 Hinterseer (89., Foulelfmeter)
FC Ingolstadt: Özcan - da Costa, Matip, Hübner, Bauer - Groß, Roger, Cohen - Hartmann (82. Lex), Lezcano (71. Hinterseer), Leckie (90.+2 Kachunga) -
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Galvez (66. Junuzovic), Djilobodji, S. Garcia - Vestergaard - Öztunali (46. Yatabaré), Fröde, Pizarro, Grillitsch (77. Bartels) - Ujah
Zuschauer: 15000

Weitere Daten zum Spiel

Skripnik hatte im Vergleich zum vergangenen Heimspiel gegen Hoffenheim (1:1) zwei Änderungen an der Startelf vorgenommen, eine davon notgedrungen, die andere aus taktischen Erwägungen. Kapitän Clemens Fritz musste aufgrund einer Blessur am Sprunggelenk passen. Zudem nahm der ukrainische Coach Fin Bartels aus der ersten Formation. Den freien Platz auf der linken Außenbahn nahm Levin Öztunali ein. Im defensiven Mittelfeld kam überraschend Nachwuchskraft Lukas Fröde zu seinem Startelf-Debüt in der Bundesliga. Zuvor hatte es der 21-Jährige insgesamt nur auf 20 Minuten Einsatzzeit gebracht. Der Malier Sambou Yatabaré, der wegen einer Sperre in Belgien erst am fünften Spieltag der Bundesliga-Rückrunde einsatzberechtigt war, nahm zunächst auf der Ersatzbank Platz. Die Reise nach Ingolstadt gar nicht erst angetreten hatte Sportdirektor Rouven Schröder, der Werder um die Freigabe gebeten hatte, weil er zu Mainz 05 wechseln möchte.

Bremer Konfusion führt zum Rückstand

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Benjamin Hübner (M.) drückt den Ball zum 1:0 für Ingolstadt ins Bremer Tor ein.

All die guten Vorsätze der Norddeutschen, in Ingolstadt defensiv sicher zu stehen und den nicht sonderlich offensivstarken Gastgebern nahezu keine Einschussmöglichkeiten zu gewähren, waren in der zwölften Minute über den Haufen geworfen. Eine Standardsituation führte dazu. Ingolstadts Spielgestalter Pascal Groß schlug den Ball per Freistoß in den Bremer Strafraum, und das reichte schon aus, um dort eine heillose Konfusion zu stiften. Ersatzkapitän Jannik Vestergaard verfehlte den Ball mit der Stirn, erwischte ihn nur mit dem Scheitel und verlängerte ihn so zu Almog Cohen, der Bremens Torhüter Felix Wiedwald anköpfte. Dieser wiederum agierte sofort danach nicht entschlossen genug, sich auf den Ball zu werfen. Stattdessen erwischte Dario Leczano das Spielgerät und setzte es aus dem Gewühl heraus an die Latte. Von dort sprang der Ball zurück, und schließlich staubte Benjamin Hübner zum 1:0 (12.) für die Oberbayern ab. Bremen brauchte lange, um zu ersten guten Aktionen in der Offensive zu kommen. Die beste Chance besaß Anthony Ujah, als er in der 27. Minute klug von Claudio Pizarro in Szene gesetzt wurde. Der nigerianische Angreifer scheiterte allerdings an FCI-Schlussmann Ramazan Özcan.

Yatabaré verursacht Foulelfmeter

Nach der Pause war es dann endlich so weit: Yatabaré kam zu seinem Pflichtspieldebüt für Werder Bremen. Öztunali musste ihm weichen. Die Hanseaten erarbeiteten sich zum Beginn der zweiten Halbzeit zwar ein Übergewicht, Torchancen resultierten daraus mit zwei Ausnahmen allerdings nicht. In der 51. Minute wurde ein Querpass von Pizarro zu Ujah von Hübner noch geblockt, eine Minute darauf köpfte Vestergaard den Ball knapp über das Tor. Auch Skripnik war dies offensichtlich zu wenig, und so brachte er in der 66. Minute Zlatko Junuzovic für Alejandro Galvez. Und als auch das keine große Wirkung erzielte, brachte der Werder-Coach auch noch Bartels für Florian Grillitsch. Ingolstadt setzte nur noch auf die Defensive. Bremen zeigte zwar großes Engagement, doch die Offensivaktionen waren letztlich zu einfallslos, um noch einen Punkt zu gewinnen. Zwei Minuten vor dem Ende der Partie kam Ujah im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) pfiff aber nicht. Stattdessen verursachte Yatabaré in der 89. Minute einen Foulelfmeter, als er Robert Bauer zu Fall brachte. Lukas Hinterseer verwandelte gleich zweimal. Beim ersten Mal ließ Welz den Strafstoß wiederholen, weil zu viele Spieler vor der Ausführung in den Strafraum gestürmt waren. Hinterseer behielt aber auch im zweiten Versuch die Nerven - 2:0 (89.). "Natürlich ist unsere Situation noch schlimmer geworden, noch schärfer, noch unangenehmer, noch gefährlicher", sagte Skripnik.

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