Stand: 01.10.2017 15:23 Uhr

Eiskaltes St. Pauli siegt in Braunschweig

von Thomas Luerweg, NDR.de

Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat am Sonntag einen lange nicht für möglich gehaltenen Auswärtssieg im Nordderby bei Eintracht Braunschweig gefeiert. Die Mannschaft von Coach Olaf Janßen schlug die Niedersachsen in einem intensiven Spiel durch zwei späte Treffer von Christopher Buchtmann und Cenk Sahin mit 2:0 (0:0). Die Hausherren waren in der ersten Halbzeit klar überlegen, verzweifelten aber an Robin Himmelmann im St.-Pauli-Tor, der eine herausragende Leistung zeigte und einen Strafstoß hielt. Nach dem Wechsel konnte die Mannschaft von Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht ihren Sturmlauf nicht fortsetzen und wurde von St. Pauli eiskalt ausgekontert. Lieberknecht sagte bei NDR 2, sein Team sei nicht "vom Glück verfolgt" gewesen. Buchtmann sagte: "Wir müssen uns bei Robin bedanken".

Kiezkicker bringen "Löwen" zur Verzweiflung

Bester St. Paulianer Himmelmann hält Elfmeter

Lieberknecht musste notgedrungen auf vier Stammkräfte verzichten, die drei nach dem 1:2 in Regensburg gesperrten Salim Khelifi, Maximilian Sauer und Mirko Boland sowie den verletzten Christoffer Nyman (Muskelfaserriss). Für sie kamen Niko Kijewski rechts in der Abwehrkette, Louis Samson im defensiven Mittelfeld, davor Onel Hernandez und in der Spitze Suleiman Abdullahi. St. Pauli lief gegenüber dem 1:2 gegen Düsseldorf unverändert auf. Die Braunschweiger machten von Beginn an Druck: Nach zwei Minuten hätte Abdullahi um ein Haar die Eintracht mit einem Drehschuss aus fünf Metern in Führung gebracht, doch Himmelmann parierte überragend auf der Linie. Der 28-Jährige entwickelte sich danach zum stärksten Mann bei den Kiezkickern. Zunächst hielt er einen 18-Meter-Schuss des besten Braunschweigers Abdullahi (10.) und zwei Minuten später einen von Hernandez getretenen Strafstoß sowie den Nachschuss. Gästeverteidiger Luca-Milan Zander hatte sich am rechten Flügel den Ball von Abdullahi abnehmen lassen und Lasse Sobiech Eintracht-Kapitän Ken Reichel zu Fall gebracht (12.).

Mitreißende Braunschweiger mit Top-Leistung

Für den Braunschweiger war die Partie wenig später nach einem Zusammenprall mit Daniel Buballa vorzeitig beendet (23.), ebenso wie für den angeschlagenen Jan Hochscheidt (38.). Trotz der Ausfälle waren die "Löwen" die klar bessere Mannschaft und schnürten die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Die Hamburger konnten sich nur selten befreien und keine echte Chance im ersten Abschnitt herausarbeiten. Die mitreißend agierende Eintracht hätte deutlich führen müssen. Die Hanseaten konnten sich bei Himmelmann bedanken, dass sie zur Pause nicht hinten lagen.

Buchtmann und Sahin treffen für St. Pauli

9.Spieltag, 01.10.2017 13:30 Uhr

  • Braunschweig
  • 0:2


  • FC St. Pauli

Tore: 0:1 Buchtmann (76.) 0:2 C. Sahin (80.)
Braunschweig: Fejzic - Baffo (78. P. Tietz), Valsvik, Kijewski - Hochscheidt (38. R. Becker), Moll, Samson, K. Reichel (23. Nkansah) - Hernández, Kumbela, Abdullahi
FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, L. Sobiech, Avevor, Buballa - Nehrig, Neudecker (66. Buchtmann) - Sobota, C. Sahin, Dudziak (46. Flum) - Allagui (76. Bouhaddouz)
Zuschauer: 23000

Weitere Daten zum Spiel

Unmittelbar nach dem Wechsel kam zunächst St. Pauli durch einen Schuss von Sami Allagui aus spitzem Winkel zu seiner ersten Chance (48.) und im direkten Gegenzug Abdullahi auf Seiten der Braunschweiger (49.). Vor allem Zander auf St. Paulis rechter Abwehrseite erwies sich immer wieder als Schwachstelle, die die schnellen Spitzen der Braunschweiger zu Vorstößen nutzten. Dennoch war die Partie jetzt offener und die Gäste näherten sich durch Schüsse von Johannes Flum (57.) und Buballa (58.) dem Tor der Niedersachsen an. Mit zunehmender Spieldauer übernahm St. Pauli mehr und mehr das Kommando, die Hausherren mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Der eingewechselte Buchtmann sorgte dann mit einem sehenswerten Heber und seinem vierten Saisontor für die Führung (76.), ehe Sahin mit einem tollen Solo vier Minuten später alles klar machte. Ein Ergebnis, das zur Pause kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 01.10.2017 | 22:50 Uhr

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