Stand: 18.11.2017 21:26 Uhr

VfL Osnabrück macht 1,3 Millionen Euro Minus

Die Fans des VfL Osnabrück müssen zurzeit leidensfähig sein.

Der Jubel nach dem 4:1-Heimsieg gegen den VfR Aalen war groß beim Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück am Freitagabend. Einen Tag später folgte die Ernüchterung - abseits des Rasens. Eine Woche vor der Jahreshauptversammlung präsentierte die Vereinsführung des VfL die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Demnach schließt der Club die Saison 2016/2017 mit einem Fehlbetrag von satten 1,3 Millionen Euro ab. "Ein desaströses Ergebnis" gaben Geschäftsführer Jürgen Wehlend und Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Becker am Sonnabend unisono laut "Neuer Osnabrücker Zeitung" zu. "So ein Ergebnis zehrt unser Eigenkapital auf", fügte Wehlend hinzu.

Wehlend: "Fehlerkette, für die ich die Verantwortung übernehme"

Der VfL-Geschäftsführer hatte das Defizit deutlich jenseits der Millionen-Grenze bereits am Freitagabend im NDR Interview am Rande des Spiels gegen Aalen angekündigt. "Das war so nicht geplant", sagte Wehlend, der "große Verluste im Sponsoring" und "die verkorkste Rückrunde" der vergangenen Serie als Hauptgründe für das schlechte Ergebnis nannte. "Es ist eine Fehlerkette, für die ich auch die Verantwortung übernehme. Auf der anderen Seite sind es aber auch schwierige Bedingungen gewesen. Was über Jahrzehnte an Negativem aufgebaut wurde, kannst du nicht in ein paar Jahren heilen."

519.000 Euro Sponsoring-Einnahmen weniger als erwartet

Aufsichtsratschef Becker stieß in dasselbe Horn: "Wir kämpfen gegen eine Entwicklung, die sich über viele Jahre aufgebaut hat. Wir stehen mit null Eigenkapital da und suchen Eigenkapitalgeber. Wenn wir etwas erreichen wollen, dann kostet das Geld." Mittelfristig soll das die Rückkehr in die Zweite Liga sein. Davon ist der Tabellen-16. aktuell aber meilenweit entfernt. Kritik äußerte Wehlend an der VfL-Vermarktungsagentur "Infront": "Der Saisonstart wurde verschlafen, ein Stadionkonzept lag nicht rechtzeitig vor. So kam es dazu, das Vertriebserfolge nicht wie erwartet eintraten." Die Einnahmen aus dem Sponsoring sollen um 519.000 Euro hinter den Erwartungen zurückgeblieben sein.

Immerhin können die Niedersachsen für das laufende Geschäftsjahr wohl mit einem positiven Ergebnis rechnen - den Transfers von Nazim Sangaré (Antalyaspor) und Kwasi Okyere Wriedt (FC Bayern München) sowie den Einnahmen aus dem DFB-Pokal sei Dank.

Jahreshauptversammlung wirft ihre Schatten voraus

Aber wie soll darüber hinaus Gewinn erwirtschaftet werden oder zumindest eine schwarze Null? Die größte Rolle spiele natürlich der sportliche Erfolg, so Wehlend. Deshalb soll zeitnah ein neuer Sportdirektor eingestellt werden. Zudem präsentierte der Geschäftsführer die ersten vier Kommanditaktionäre. Darunter auch die Stadtwerke Osnabrück, deren fünf Prozent an der KGaA dem VfL 600.000 Euro über vier Jahre einbringen.

Ex-Stadtwerke-Vorstand Manfred Hülsmann steht bei der Jahreshauptversammlung des Vereins am kommenden Sonntag (ab 11 Uhr) unter Tagesordnungspunkt elf zur Wahl als Vereins-Präsident - als einziger Kandidat. Spannender dürfte es bereits bei Punkt neun werden: Dann geht es um die Entlastung des jetzigen Präsidiums.

Fans halten ihre Schals hoch in der Ostkurve im Stadion des Vfl Osnabrück. © NDR Fotograf: Claus Halstrup

VfL Osnabrück: Aufbruch oder Absturz?

NDR 1 Niedersachsen -

Der lila-weiße Traditionsverein in der Krise: Nach wirtschaftlichen Sorgen ist der Tabellenvorletzte auch sportlich im Existenzkampf der dritten Liga angekommen. Die Sendung zum Nachhören.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 18.11.2017 | 14:00 Uhr