Stand: 12.05.2016 16:36 Uhr

Hansa: Höhere Geldstrafe und Teilausschluss

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Fans von Hansa Rostock zünden Pyrotechnik.

Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die am 13. April vom DFB-Sportgericht ausgesprochene Strafe gegen den Drittligisten Hansa Rostock geändert. Nachdem weiteres Zuschauerfehlverhalten nach mündlicher Verhandlung in Frankfurt/Main sanktioniert wurde, muss Hansa nun aufgrund von zehn Delikten eine Geldstrafe von 20.000 Euro zahlen. Zuvor waren es 16.000 Euro gewesen,

Die Verlängerung der bereits im November ausgesprochenen Bewährungszeit für ein Punktspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit blieb bestehen - sie läuft bis zum 28. Februar 2017. Bei den ersten fünf Heimspielen der kommenden Saison sind zudem Choreografien durch Rostocker Fans verboten und die Zuschauerzahl auf der Südtribüne wird auf maximal 2.000 Anhänger begrenzt. Im Urteil vom April war anstelle des Teilausschlusses ein Verbot auferlegt worden, im Ostseestadion Block- und Zaunfahnen aufzuhängen oder irgendwelche Banner zu zeigen. Bis zum 31. Dezember 2016 müssen die Hanseaten zudem bei allen Auswärtspartien vier eigene qualifizierte Auswärtsordnungskräfte einsetzen

Pyrotechnik und aufgehängte Puppe

Auch in der zweiten Instanz ist die Strafe damit noch durchaus milde ausgefallen - angesichts der Vorgeschichte. Rostocker Fans gelten als Wiederholungstäter. Allein zwischen dem 5. Dezember 2015 und dem 20. Februar 2016 hatte es sieben Vergehen bei Punktspielen gegeben. Unter anderem zündeten Rostocker Zuschauer beim Spiel gegen den VfL Osnabrück am 30. Januar hinter einer Choreographie Pyrotechnik und hängten eine Puppe in Polizeiuniform - oder wie es bei "dfb.de" hieß: "eine aufblasbare lebensgroße Puppe mit verunglimpfendem Äußeren" - an einem Strick unter dem Tribünendach auf.

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Die weiteren Vorkommnisse auf der beim DFB verhandelten Liste der Verfehlungen: Beim Drittliga-Spiel in Bremen wurde von Rostocker Zuschauern ein Kiosk im Gästebereich angegriffen. Als Hansa bei Fortuna Köln spielte, gab es handgreifliche Auseinandersetzungen mit Kölner Ordnungskräften, weil Hansa-Fans verbotenerweise Fahnen an Werbebanden und der Anzeigetafel aufhängen wollten. Im Heimspiel gegen Aue am 20. Februar wollten etwa 50 Rostocker Zuschauer in den Gästeblock eindringen, was Sicherheitskräfte aber verhindern konnten. In dieser Partie und im Auswärtsspiel beim Halleschen FC wurde zudem jeweils ein Banner mit verunglimpfendem Inhalt gezeigt. Seit dem April-Urteil kamen drei weitere Vorfälle in Großaspach (8. April), Würzburg (23. April) und Mainz (7. Mai) dazu.

Der abstiegsbedrohte Drittligist war erst im November 2015 neben der verlängerten Bewährung mit einer Geldstrafe von 30.000 Euro belegt worden. Die Ausfalleinnahmen im Falle eines "Geisterspiels" würden durchschnittlich bei 300.000 Euro liegen. Hansas letzte Partie vor leeren Rängen gab es am 18. Dezember 2011 gegen Dynamo Dresden.

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