Stand: 31.03.2016 13:30 Uhr

Sudanese geschlagen: Fußballteam zeigt Gesicht

"Wir wollten für Emad und Amar ein Zeichen setzten, damit sie wissen, dass sie zu uns gehören", sagte Sönke Kreibich, der Trainer des Fußball-Kreisligisten Deinster SV, am Donnerstag gegenüber NDR.de. Es geht um zwei Mitglieder des Clubs, die aus dem Sudan geflohen sind. Bei einem Dorffest in Deinste am Ostersamstag seien die beiden aus rassistischen Gründen beschimpft und geschlagen worden, so Kreibich. Als Symbol der Solidarität und als Zeichen gegen Fremdenhass entschied die Mannschaft daraufhin, ihr Gruppenfoto digital nachzubearbeiten und auf ihrer Facebook-Seite zu teilen. Das neue Bild zeigt alle Mitglieder mit dergleichen dunklen Hautfarbe. Um die Hintergründe der Ereignisse vom Ostersamstag gibt es allerdings Verwirrung.

Mannschaftsbild der Spieler vom Deinster SV.

Ein Fußballclub bekennt Farbe

Hallo Niedersachsen -

Nach einem Angriff auf zwei sudanesische Mitspieler hat der Deinster SV sein Mannschaftsfoto geändert und damit ein Zeichen gegen Fremdenhass gesetzt.

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Sudanese wurde des Platzes verwiesen

"Ich war nicht zu jeder Zeit in der Nähe der beiden", sagte Trainer Kreibich. "Aber ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sie bei dem Fest immer wieder angerempelt und rassistisch angegangen wurden." Irgendwann schaltete sich die Polizei in die Auseinandersetzung im Fest-Zelt ein. In ihrem Bericht nahm sie dann einen der beiden Sudanesen als Verursacher auf. "Er war alkoholisiert und wurde des Platzes verwiesen", sagte Polizeisprecher Rainer Bohmbach NDR.de. "Er ist dann auch ohne Widerstand gegangen."

Polizei will Spieler noch einmal befragen

Auf dem Heimweg wurde laut Kreibich dann einer der sudanesischen Spieler zu Boden gestoßen und geschlagen, er habe ein geschwollenes Auge davongetragen. "Wir haben erst durch die Medien erfahren, dass es nach dem Platzverweis zu einem weiteren Vorfall auf dem Heimweg gekommen sein soll", so Polizeisprecher Bohmbach. "Wir werden der Sache nun noch einmal nachgehen und Kontakt zu dem Spieler aufnehmen." Nach dem aktuellen Polizeibericht sei der Sudanese zwar als Verursacher des Konflikts aufgeführt, es läge aber keine Straftat vor und es habe auch niemand Anzeige erstattet.

Große Resonanz bei Facebook

"Die körperlichen Schmerzen sind nicht das Schlimmste, das ist eher das Psychische", sagte Kreibich. Die beiden Männer seien vor der Gewalt im Sudan geflohen und seien jetzt schon wieder gewalttätig angegangen worden. Bei Facebook hat die Geschichte und das ungewöhnliche Mannschaftsfoto bereits eine große Resonanz erfahren. "Emad und Amar - ihr gehört zu uns, wie jeder andere vom Deinster Sportverein und wir freuen uns, dass ihr bei uns seid!!!", teilte der Club auf seiner Facebook-Seite mit. "Gewalt gegenüber Flüchtlingen ist erbärmlich." Am Donnerstagmittag "gefiel" das Bild schon über 13.200 Menschen. "Diese riesige Welle in den Medien macht mir fast etwas Angst, das war gar nicht unsere Intention", so Kreibich. "Wir wollten eigentlich schnell wieder zum Alltag zurückkehren und Fußballspielen. Und dabei ist die Hautfarbe völlig egal."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.03.2016 | 13:00 Uhr

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