Stand: 18.08.2017 17:20 Uhr

Das kniffelige Bundesliga-Sendungspuzzle

Vorhang auf zur neuen Bundesliga-Saison. Die Fragen sind immer dieselben: Wer wird Meister, wenn nicht Bayern München? Und wer steigt ab? Wo wird der erste Trainer entlassen? Doch jetzt kommt eine neue Frage dazu: Wo kann ich eigentlich die Spiele live im Fernsehen verfolgen?

Eine Glosse von Detlev Gröning

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Fernsehen an, Fußball gucken? Wenn das mal so einfach wäre ...

Was haben die Fußball-Bundesliga und Drogenkarrieren gemeinsam? Richtig: Den ersten Schuss gibt's gratis. In dieser Saison ist das der Anstoß zur Auftaktpartie Bayern gegen Bayer im Jedermann-Fernsehen, eine hochnotspannende Angelegenheit insofern, als noch völlig unsicher ist, ob die Münchner die Meisterschale schon vor dem ersten Spiel überreicht bekommen. Experten munkeln ja, deren hoffnungsvolle Pleiten der vergangenen Wochen könnten mehr als nur schönes Blendwerk gewesen sein.

Im Fußball weiß man es ja nie, neuerdings noch nicht mal, wo und wie man sich als Ohrensessel-Ultra den nächsten Kick beschaffen soll.

Der bisherige Monopol-Dealer zeigt jetzt weniger Spiele für mehr Geld, die fehlenden darf ich mir ab sofort im Internet zusammensuchen: Ein Portal zeigt Montagsspiele in voller Länge, ein anderes alle, dafür aber später, das nächste in Ausschnitten nach Spielschluss, einen Mausklick weiter gibt's eine Zusammenfassung, einer hat einen Liveticker mit Standbildern, den Rest findet man nach Mitternacht auf einer abgelegenen Primzahl der Fernbedienung.

Im Grunde fehlt nur noch einer, der die Spiele bereits vorm Anpfiff zeigt. Das wäre nicht schlecht und erhielte mir den Besuch unserer Landesliga, wo noch grundehrlicher Fußball gespielt wird und man einen soliden Verteidiger für ein Auto, einen Ausbildungsplatz und eine neue Freundin kriegt anstatt für 80 Millionen.

Die Maus erklärt: Wie geht eigentlich Bundesliga gucken? © imago / team 2

Bundesliga im Fernsehen gucken - aber wie?

NDR Info -

Endlich beginnt die neue Bundesliga-Saison! Aber wo kann ich die Spiele live verfolgen, wenn ich nicht im Stadion bin? Wir erklären es - im Stile der "Sendung mit der Maus".

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Dass Fußball einmal mit sich selbst kollidieren würde, hätte man doch nicht für möglich gehalten, als ein Ernst Huberty das gesamte Thema noch in einer halben Stunde abfackelte, inklusive des Endstands von Gummi-Mayer Landau gegen Röchling Völklingen. Der einzige Konkurrent um meine Zuschauergunst war ein schielender Löwe auf der Wameru-Tierstation.

Doch schon morgen könnten sich auch unter Ihrem Fernseher sieben Decoder stapeln, daneben das eingedübelte Hängeregister mit Verträgen und Passwörtern für ein Dutzend Fußball-Abonnements. Die haben Sie mit drei Mausklicks billig bekommen, aber leider nur für das erste Jahr. Danach setzt der Anbieter auf Ihr Versäumnis, die Sehberechtigung fristgerecht per Übergabe-Einschreiben zu kündigen. Dafür dürfen Sie dann für's doppelte Geld auch international verfolgen, was sich das Team eines Scheichs aus Tausend und einer Nacht gegen das irgendeines russischen Oligarchen zusammenkickt, wo selbst die allerletzte Gurke auf der Ersatzbank an einem Tag mehr verdient als Uwe Seeler in seinem ganzen Leben auf einem Haufen gesehen hat.

Zugegeben: Viele dieser Euros kamen auch von mir. Aber nicht mehr lange. Wenn ich mich jetzt entscheiden muss, gibt's dafür eine Thüringer auf dem Sportplatz.

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Redezeit: Wofür steht der Fußball?

16.08.2017 21:05 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Auf ein Wort | 18.08.2017 | 18:25 Uhr