Stand: 12.12.2015 17:28 Uhr

Bremer "Heimfluch" hält an - 1:1 gegen Köln

von Uli Petersen, NDR.de
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Nach Jannik Vestergaards Führungstreffer war die Werder-Welt noch in Ordnung.

Nach fünf Bundesliga-Heimniederlagen in Folge wollte Werder Bremen im letzten Spiel des Jahres im Weser-Stadion endlich wieder dreifach punkten - doch das blieb Wunschdenken. Nach umkämpften 90 Minuten mussten sich die Hanseaten am Sonnabend gegen den 1. FC Köln mit einem 1:1 (1:0) zufriedengeben. Bis zur 79. Minute hatten die Gastgeber geführt, durch Anthony Ujah einen Foulelfmeter verschossen und eine Großchance durch Theodor Gebre Selassie ausgelassen. Dann kassierten sie durch Kölns Dusan Svento noch den Ausgleich. Die Mannschaft von Trainer Viktor Skripnik befindet sich nach dem vorletzten Spieltag des Jahres weiter im Abwärtstrend: nach dem 2:1 beim FC Augsburg Anfang November gelang nun schon im vierten Spiel in Folge kein Sieg. "Ein Punkt zu Hause - das ist zu wenig. Man hat gemerkt, dass bei uns momentan auch ein bisschen das Selbstvertrauen fehlt", sagte Werder-Manager Thomas Eichin im Interview nach dem Spiel. "Nun müssen wir schauen, dass wir in Frankfurt punkten."

Werder verpasst den Befreiungsschlag

Vestergaard lässt Bremen früh jubeln

16.Spieltag, 12.12.2015 15:30 Uhr

  • Werder Bremen
  • 1:1


  • 1. FC Köln

Tore: 1:0 Vestergaard (4.) 1:1 Svento (79.)
Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Galvez, Vestergaard, S. Garcia - Bargfrede - Bartels (88. Lorenzen), Fritz, Grillitsch (58. Kroos), Öztunali - Ujah (64. Pizarro)
1. FC Köln: Horn - Olkowski, Maroh, Heintz, Hector - Vogt (46. Gerhardt), Lehmann - Risse, Osako, Svento (90. Sörensen) - Modeste (46. Zoller)
Zuschauer: 40727

Weitere Daten zum Spiel

Die Partie begann optimal für die Hanseaten, die Kölns Defensive in der vierten Minute mit einer kurz ausgeführten Ecke überraschten. Clemens Fritz hatte so auf der rechten Seite viel Zeit und Platz zum Flanken, seine Hereingabe verwertete Jannik Vestergaard per Kopf am rechten Fünfereck zum frühen 1:0 - Gegenspieler Dominik Maroh und FC-Schlussmann Timo Horn hatten das Nachsehen. In der Folgezeit stand Bremen defensiv gut gegen im Angriff allerdings auch weitgehend harmlose Rheinländer. Dass Köln wie Bremen zu den offensivschwächsten Bundesligisten gehört, war an diesem Nachmittag nicht zu übersehen. Beide Mannschaften hatten an den ersten 15 Spieltagen der Saison nur je 15 Treffer erzielt. Den nächsten Aufreger der Partie gab es erst in der 37. Minute, als Schiedsrichter Guido Winkmann nach einem Griff von Dominique Heintz an die Schulter von Ujah auf Foulelfmeter für Bremen entschied. Horn beendete die Diskussionen über den umstrittenen Pfiff auf seine Weise: Der Kölner Keeper parierte den Strafstoß seines ehemaligen Teamkollegen mit einer starken Parade im rechten unteren Eck.

Werder nach dem Seitenwechsel sehr defensiv

Erst zweimal waren die Bremer in dieser Saison mit einer Führung in die Pause gegangen - doch die beiden Partien gegen Hoffenheim (3:1) und den FSV Mainz 05 (3:1) hatte Werder dann auch für sich entschieden. Mit diesem guten Omen im Rücken starteten die Gastgeber personell unverändert in den zweiten Abschnitt. Die Bremer überließen dem FC weite Teile des Mittelfelds, griffen erst relativ spät an und setzten auf Konter. Die Defensivtaktik ging lange auf: Köln kam im gegnerischen Strafraum nicht frei zu Abschlüssen, die Innenverteidiger Alejandro Galvez und Vestergaard agierten ruhig und mit Übersicht. In der 65. Minute zielte Kölns Dusan Svento mit einem Schrägschuss von rechts knapp am Werder-Tor vorbei, auf der anderen Seite entschärfte Horn einen flachen Distanzschuss von Philipp Bargfrede (67.).

Gebre Selassie vergibt Vorentscheidung

Gut zehn Minuten vor Schluss überschlugen sich dann die Ereignisse im Weser-Stadion: Zunächst verhinderte Horn mit einem Reflex auf der Linie gegen Theodor Gebre Selassie das mögliche Bremer 2:0, im Gegenzug traf Svento aus der Strafraummitte zum Ausgleich für den FC - Werder-Torhüter Felix Wiedwald war nur Sekunden nach einer Parade gegen einen Schuss von Yuya Osako doch geschlagen (79.). Nach dem Ausgleichstreffer spielten beide Mannschaften weiter nach vorne, wollten das Siegtor erzwingen. Zu Großchancen kamen in der Schlussphase aber weder die Bremer noch die Gäste. So geht bei Werder das Warten auf den fünften Saisonsieg weiter.

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