Stand: 19.12.2015 21:21 Uhr

Chancenloses 96 kann Bayern nicht ärgern

von Thomas Luerweg, NDR.de
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Michael Frontzeck konnte die Bayern mit seinem Team nicht in Gefahr bringen.

Fußball-Bundesligist Hannover 96 überwintert auf Abstiegsplatz 17 in der Tabelle. Trotz einer über weite Strecken guten Leistung unterlag die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck dem Rekordmeister am Sonnabend mit 0:1 (0:1). Die Niederlage hätte noch deutlich höher ausfallen können, wenn die Münchner ihre zahlreichen Torchancen konsequenter genutzt hätten. Ihr Sieg war am Ende hochverdient und 96 konnte den forschen Tönen seines Trainers ("Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um die Punkte hier zu behalten.") keine Taten folgen lassen. Bei den Gästen sorgte die Frage, ob Startrainer Pep Guardiola über die Saison hinaus in München bleibt, für größere Aufregung als der Gegner auf dem Rasen. 96-Kapitän Christian Schulz zeigte sich im Gespräch mit NDR 2 erleichtert, dass die Hinrunde vorüber ist: "Immer wieder nach Nackenschlägen aufzustehen, hat viel Kraft gekostet, deswegen tut eine kleine Pause für den Kopf ganz gut."

Hannover 96 schwimmt im Abstiegsstrudel

Andreasen vergibt Führungschance für Hannover

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Frontzeck nahm gegenüber der 0:1-Pleite in Hoffenheim vor einer Woche zwei Wechsel vor: Manuel Schmiedebach ersetzte im defensiven Mittelfeld Ceyhun Gülselam, als einzige Spitze lief Mevlüt Erdinc auf. Von Beginn an gingen beide Teams mit viel Tempo in die Partie, die Gäste von der Isar mit ihren gewohnt sicheren Kombinationen. Schon in der fünften Minute führte das zur ersten dicken Chance: Arturo Vidal flankte von links in den Strafraum, wo der völlig freie Thiago den Ball mit der Brust stoppte, aber aus fünf Metern am hervorragend reagierenden 96-Keeper Ron-Robert Zieler scheiterte. Auf der Gegenseite musste sich nur zwei Minuten später Manuel Neuer im Bayern-Tor auszeichnen, als er einen Kopfball von Leon Andreasen an die Latte lenkte - das hätte die Führung sein können!

Müller trifft zum 1:0

17.Spieltag, 19.12.2015 15:30 Uhr

  • Hannover 96
  • 0:1


  • Bay. München

Tore: 0:1 T. Müller (40., Handelfmeter)
Hannover 96: Zieler - Sakai, Marcelo, C. Schulz, Albornoz - Schmiedebach, Sané - Karaman (84. Klaus), Andreasen (69. Saint-Maximin), Prib - Erdinc (58. Benschop)
Bay. München: Neuer - Javi Martinez, Boateng, Badstuber (73. Kimmich) - Xabi Alonso - Rafinha, Thiago, Vidal (88. Rode), Coman - T. Müller, Lewandowski
Zuschauer: 49000

Weitere Daten zum Spiel

Die Gäste erhöhten den Druck daraufhin immer weiter, Hannover stand sehr tief und kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Um die 30. Minute herum erspielte sich das Starensemble aus München im Minutentakt hochkarätige Möglichkeiten. Robert Lewandowski setzte den Ball an den linken Innenpfosten und den Nachschuss von Thomas Müller erwischte Zieler mit dem Fuß auf der Torlinie (30.). Wenig später hatten Kingsley Coman (32.), Lewandowski (33.) und Thiago (34.) die Führung auf dem Fuß, ließen aber beste Gelegenheiten aus. So sorgte schließlich ein Müller-Strafstoß für das hochverdiente 1:0 für die Bayern (40.). Schulz hatte eine Flanke von rechts mit dem Oberarm ins Toraus befördert und Schiedsrichter Manuel Gräfe zu Recht auf Handelfmeter entschieden.

Bayern lässt Konsequenz vermissen

Nach der Pause änderte sich am Spielgeschehen zunächst wenig. Bayern machte Dampf, vergab aber trotz drückender Überlegenheit beste Torchancen: Thiago (55.), Javi Martinez (57.) und Lewandowski (64.) waren nicht erfolgreich. Am Ende der Partie stand eine Bilanz von 6:20 Torschüssen. Die Süddeutschen ließen die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen und so konnte sich 96 mit zunehmender Spieldauer immer mehr vom Druck befreien. Allerdings waren die "Roten" jetzt in der Vorwärtsbewegung zu harmlos, um Guardiolas Millionentruppe ernsthaft in Gefahr zu bringen. Hannover wird während der Winterpause den Blick auf die Tabelle meiden. Um sich aus der Abstiegsregion zu befreien, sind in der Rückrunde überzeugendere Leistungen nötig, als in den ersten 17 Ligaspielen.

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