Stand: 30.01.2016 20:40 Uhr

HSV verliert in Stuttgart - und blickt nach unten

von Florian Neuhauss, NDR.de

Zweites Spiel im neuen Jahr, zweite Niederlage für den Hamburger SV: Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia verlor am Samstagabend im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart mit 1:2 (0:0). Aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz ist die Abstiegszone damit wieder bedrohlich nah. Ist der HSV wieder im Abstiegskampf? "Nein, jetzt müssen wir die Kirche auch mal im Dorf lassen", sagte Hamburgs Pierre-Michel Lasogga nach dem fünften sieglosen Spiel in Folge. Die Pleite war insgesamt hochverdient, aufgrund des Spielverlaufs aber ebenso unglücklich. Der entscheidende Treffer fiel zwei Minuten vor dem Ende. Für Labbadia war es ein besonderes Spiel, war er doch vor seinem zweiten Engagement an der Elbe Coach des VfB. Bei den Stuttgartern saß zudem in Trainer Jürgen Kramny einer seiner ehemaligen Spieler aus Darmstädter Zeiten auf der Bank.

Stuttgarter Chancenwucher, Hamburger im Glück

19.Spieltag, 30.01.2016 18:30 Uhr

  • VfB Stuttgart
  • 2:1


  • Hamburger SV

Tore: 1:0 Hunt (66., Eigentor) 1:1 Rudnevs (75.) 2:1 Krawez (88.)
VfB Stuttgart: Tyton - Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua - Die - Rupp, Didavi (88. Maxim), Gentner, Kostic (90.+2 Sunjic) - Werner (78. Krawez)
Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Djourou, Cleber, Ostrzolek - Holtby, Kacar (73. Rudnevs) - N. Müller (62. Gregoritsch), Hunt, Ilicevic - Lasogga (88. G. Jung)
Zuschauer: 46600

Weitere Daten zum Spiel

Gegen die Bayern (1:2) hatte vom HSV niemand etwas erwartet, in Stuttgart war das anders. Doch Labbadia hatte seiner Mannschaft offenbar die gleiche Taktik mit auf den Weg gegeben: Abwarten und dann schnell umschalten. Aber anders als der deutsche Meister spielte der VfB vom Anpfiff weg mit viel Tempo nach vorn und kam schnell zu Chancen. Der ehemalige Wolfsburger Christian Gentner traf in aussichtsreicher Positon den Ball nicht richtig (3.), Daniel Didavi wurde im letzten Moment gestört (15.). Die Überlegenheit der Hausherren wurde im weiteren Verlauf drückend, mit ihren Chancen gingen sie allerdings fahrlässig um: Didavi ließ sich allein vor Adler nach außen abdrängen (29.), Timo Werner verlor den entscheidenden Zweikampf gegen HSV-Kapitän Johan Djourou (32.), Werner verfehlte das Tor erst mit seinem Schuss um Zentimeter (37.) und köpfte dann genauso freistehend aus fünf Metern drüber (42.). Die Gäste tauchten nur zweimal ernsthaft vor des Gegners Tor auf: Lasogga traf per Direktabnahme die Latte, stand dabei aber im Abseits (8.), und hob den Ball aus spitzem Winkel auf das Tor (36.).

Didavi lässt den Knoten platzen

Zu Beginn der zweiten Hälfte trieben die Hamburger ihr Glück auf die Spitze. Erst lenkte Adler einen Schuss von Werner gerade noch mit der Hacke zur Ecke (47.). Eine Minute später ließen die Gäste innerhalb weniger Sekunden gleich zwei Abschlüsse zu: Kostic' Pass von der Grundlinie landete bei Kevin Großkreutz, der aus einem Meter Cleber auf der Torlinie anschoss. Gegen Lukas Rupp parierte Adler erneut mit dem Fuß. So überstand der HSV auch diese Drangphase unbeschadet und konnte sich in der Folge befreien. Die nächste Chance ließ so ein bisschen auf sich warten, gehörte allerdings wieder dem VfB: Adler entschärfte einen Didavi-Freistoß unorthodox per Grätsche (64.). Zwei Minuten später lag der Ball dann doch im Netz: Nach einer Ecke kam der nicht gerade als Kopfball-Ungeheuer bekannte Didavi zum Abschluss. Es war die wohl unspektakulärste Chance der Hausherren, aber weil sich auf der Linie Aaron Hunt und Adler gegenseitig behinderten, trudelte der Ball zum 1:0 über die Linie.

Joker Rudnevs sticht, Krawez aber auch

Der Weckruf für den HSV? Jedenfalls folgte die erste Chance der Gäste nach gut einer halben Stunde auf dem Fuße: Nach Freistoß von Hunt köpfte Cleber aus wenigen Metern aber genau in die Arme von Torhüter Przemyslaw Tyton (68.). Für die Hamburger war es nun ein Vabanquespiel, sie mussten kommen, ohne die Schwaben zum Konter einzuladen. Die Norddeutschen wussten aber offenbar genau, wie's geht: Ivo Ilicevic spielte auf links Matthias Ostrzolek frei, der Linksverteidiger flankte gefühlvoll nach innen und der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Artjoms Rudnevs glich per Flugkopfball aus (75.).

Plötzlich waren beide Mannschaften auf Augenhöhe und sogar drei Punkte für die Gäste möglich: Ilicevic übersah aber den mitgelaufenen Lasogga und scheiterte an Tyton (79.). Der bullige Angreifer verfehlte drei Minuten später selbst das Tor nur um Zentimeter. Gleichzeitig stand der HSV weiter am Rand einer Niederlage: Adler wehrte den Schuss von Artem Krawez gerade noch ab (80.) und rettete auch gegen Kostic (81.). Alles war möglich, in der 88. Minute schlug das Pendel jedoch zu Gunsten der Stuttgarter aus: In seinem zweiten Bundesliga-Spiel traf der von Dynamo Kiew gekommene Krawez sehenswert per Kopf zum 2:1. Cleber hatte den Ausgleich in der Nachspielzeit noch einmal auf dem Fuß, scheiterte aber an Tyton.

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