Stand: 30.11.2015 14:27 Uhr

21 Punkte - beim HSV geht der Blick nach oben

von Florian Neuhauss, NDR.de

Schalke 04, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg - der Hamburger SV ist wieder in illustrer Gesellschaft. Nach dem Sieg im 103. Nordderby - dem ersten nach acht Jahren beim Rivalen in Bremen - sind die Hanseaten Bundesliga-Siebter und stehen nur vier Zähler hinter den drittplatzierten "Wölfen". Im Weserstadion sangen die Fans vom Europapokal. Und während Kapitän Johan Djourou betonte, sich nicht für die Tabelle zu interessieren, hielt sich René Adler an die Fakten. "Wenn man einfach guckt, wie die Tabelle ist, dann ist es nach oben kürzer als nach unten", betonte der an der Weser erneut starke Schlussmann, wohlgemerkt "ohne irgendwie Ziele auszugeben - Europa League oder Champions League". Man könne aber nicht jede Woche nur darauf achten, das Polster nach unten zu bewahren. "Wir haben die Chance, noch vor Weihnachten jedes Spiel zu gewinnen."

Nordderby: Hamburg klettert - Bremen rutscht ab

Letztmals unter Fink ähnlich erfolgreich

Am Sonnabend (15.30 Uhr) kommt Mainz in den Volkspark. Dann geht's nach Wolfsburg, bevor zum Hinrundenabschluss Augsburg an der Elbe gastiert. Sollte es dem Team von Trainer Bruno Labbadia gelingen, die Leistung aus dem Bremen-Spiel zu konservieren, ist wirklich einiges drin. "Die Mannschaft hat den Fight von der ersten Minute sofort angenommen, wir waren sofort da. Darüber hinaus haben wir einfach wunderbare Tore gemacht und auch richtig gut Fußball gespielt", jubelte Labbadia, der sich zudem freute, dass der HSV schon nach 14 Spielen die 20-Punkte-Marke geknackt hat. Das war den Hanseaten letztmals 2012 gelungen. Damals saß noch Thorsten Fink auf der Trainerbank.

Ilicevic, Holtby und Müller blühen auf

Entscheidenden Anteil am aktuellen Hamburger Höhenflug haben neben Adler einige Spieler, die Labbadia stark gemacht hat: Ivo Ilicevic, der schon aussortiert war, bevor der neue Coach auf ihn setzte. Lewis Holtby, der als defensiverer Part im Mittelfeld aufblüht. Und Nicolai Müller, der ähnlich wie die beiden anderen schon als teures Missverständnis galt, aber nach dem Tor zum Klassenerhalt in Karlsruhe nun auch in der Liga Konstanz in seine Leistungen bekommt.

Lasogga drohen drei Monate Pause

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Wie es mit Pierre-Michel Lasogga weitergeht, wird am Dienstag entschieden.

In diese Liste gehört auch Pierre-Michel Lasogga, der als bester HSV-Scorer in dieser Saison bereits mit sechs Toren und zwei Vorlagen glänzte. Der Angreifer wird am 15. Dezember 24, ob er seinen Geburtstag allerdings in vollen Zügen wird genießen können, ist derzeit fraglich. Lasogga hat sich im Nordderby bei einem Sturz die Schulter ausgekugelt - wie schon am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison. Schon in Bremen wurde der bullige Stürmer im Krankenhaus untersucht, fuhr aber mit der Mannschaft zurück nach Hamburg. Am Sonntag weilte der 1,89-Meter-Mann zu genaueren Untersuchungen im Universitätsklinikum Eppendorf. Wie es mit Lasogga weitergeht, soll am Dienstag, wenn der HSV-Tross nach zwei trainingsfreien Tagen wieder zusammenkommt, in einem letzten Gespräch mit den Ärzten entschieden werden. Eine Operation will der Spieler möglichst vermeiden, weil dann eine Pause von zwei bis drei Monaten droht.

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