Stand: 28.01.2016 16:48 Uhr

Peters Poker: HSV-Manager Knäbel braucht Plan C

HSV-Manager Peter Knäbel ist um seine schwierige Aufgabe nicht zu beneiden.

Dem Hamburger SV läuft die Zeit davon. Noch bis Montag um 18 Uhr ist das Transferfenster geöffnet - und Peter Knäbel muss praktisch von vorn anfangen mit seiner Suche nach der von Trainer Bruno Labbadia gewünschten Verstärkung für die Offensive. Der Wechsel von Bertrand Traoré ist genauso vom Tisch wie der von Wunschstürmer Carlos Mané. "Kein stimmiges Gesamtpaket. Wir nehmen Abstand von einem Transfer von Carlos Mané", twitterte der Bundesligist. Laut "kicker" ist Manager Knäbel am Donnerstag aus Lissabon abgereist, wo er noch einmal mit Manés Club Sporting über eine Verpflichtung des 21 Jahre alten portugiesischen Linksaußens verhandelt hatte. "Wir können nur Dinge tun, die für uns gesund sind", sagte Labbadia, der die Linie des Clubs mitgeht. Der Coach wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in der Partie am Sonnabend beim VfB Stuttgart (Sonnabend/18.30 Uhr, im Livecenter) ohne Neuzugang auskommen müssen.

Der eine will nicht, der andere darf nicht

Nachdem portugiesische Medien den Mané-Transfer bereits als perfekt gemeldet hatten, scheiterte die Vereinbarung nun offenbar doch noch am "Kleingedruckten". Die Rahmendaten des Leihgeschäfts bis 2017 samt Kaufoption waren abgesteckt. Zuletzt ging es allerdings noch um die Höhe der Leihgebühr sowie der Kaufsumme und eine Klausel, mit der Sporting verbieten wollte, dass die Hamburger den U21-Nationalspieler an Benfica Lissabon oder Porto weiter veräußern. Bei Traoré waren die Differenzen größer: So soll der 20-Jährige aus Burkina Faso einen Wechsel nach Frankreich favorisiert haben und sein Club, der FC Chelsea, den Spieler gar nicht abgeben wollen.

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Zwei Millionen Euro für Neuzugänge nicht genug?

Die Hamburger haben zu den Spekulationen der vergangenen Tage keine Wasserstandsmeldungen abgegeben. Anmerkungen in der Presse, der HSV könne sich einen Kauf Manés - den Portugiesen schwebte angeblich ein Preis von über neun Millionen Euro vor - auch 2017 nicht leisten, blieben deshalb unkommentiert. Dass den Hamburgern aber schon die geforderte Leihgebühr von zwei Millionen zu viel war, zeigt, wie knapp das Budget ist. Die Vorstellungen Sportings und die eigenen Möglichkeiten waren nicht in Einklang zu bringen. Knäbel soll die Hälfte geboten haben, sein ganzes "Taschengeld" für die Shoppingtour beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro, die die Hanseaten für ihren zum spanischen Club Celta Vigo abgewanderten Relegationshelden Marcelo Diaz erhalten haben.

Gleich zum nächsten Verhandlungstermin weiter

Trotzdem muss der 49-Jährige schnell Ergebnisse präsentieren. Denn ohne weiteren Stürmer in die verbleibenden Begegnungen zu gehen, wäre schlichtweg fahrlässig. Bekanntlich laboriert Torjäger Pierre-Michel Lasogga an Schulterproblemen. Dem im Sommer spät aus Hoffenheim verpflichteten Sven Schipplock ist bisher genauso wenig der Durchbruch gelungen wie dem jungen Türken Batuhan Altintas. Artjoms Rudnevs war nach seiner Einwechslung gegen die Bayern (1:2) wie immer stets bemüht. Routinier Ivica Olic stand gar nicht im Kader. Nach dem 36 Jahre alten Kroaten soll zwar der türkische Süper-Lig-Club Caykur Rizespor die Fühler ausgestreckt haben. Der um seine EM-Teilnahme bangende Olic hat allerdings zuletzt deutlich gemacht, dass er seiner Familie wegen in Hamburg bleiben möchte. Laut "kicker" reiste Knäbel aus Lissabon gleich zum nächsten Verhandlungstermin weiter - er verfolgt Plan C.

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