Stand: 02.03.2016 21:53 Uhr

2:3 - Gebrauchter HSV-Abend auf Schalke

von Uli Petersen, NDR.de
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Der HSV und Trainer Bruno Labbadia (l.) haderten mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Günter Perl.

Ein Bundesliga-Spiel mit perfektem Beginn hat für den Hamburger SV am Mittwochabend bitter geendet: Beim FC Schalke 04 unterlagen die Schützlinge von Trainer Bruno Labbadia nach einer schnellen 1:0-Führung noch mit 2:3 (1:1). Für die Norddeutschen endete damit eine Serie von zuvor vier Spielen ohne Niederlage. Als Tabellen-Elfter hat der HSV nur noch fünf Punkte Vorsprung vor dem gefürchteten Relegationsrang. Im Mittelpunkt des Geschehens auf Schalke standen eine ganze Reihe von Schiedsrichterentscheidungen. So entschied Referee Günter Perl in der 66. Minute bei Klaas-Jan Huntelaars Kopfballtreffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für den S04 fälschlicherweise nicht auf Abseits. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste allerdings längst in Unterzahl gespielt, da Kapitän Johan Djourou in der 45. Minute wegen wiederholten Foulspiels von Perl zu Recht vom Platz gestellt worden war. Alles in allem ein gebrauchter Abend für den HSV, der verdient als Verlierer vom Platz ging. "Durch das frühe Tor haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, dann aber zu wenig daraus gemacht", fasste Labbadia den Verlauf der 90 Minuten auf Schalke zusammen.

Schwacher HSV verspielt frühe Führung

Müller benötigt keine Anlaufzeit

24.Spieltag, 02.03.2016 20:00 Uhr

  • FC Schalke 04
  • 3:2


  • Hamburger SV

Tore: 0:1 N. Müller (4.) 1:1 Meyer (37.) 2:1 Huntelaar (66.) 3:1 Schöpf (77.) 3:2 Kacar (90.+2)
FC Schalke 04: Fährmann - Caicara, Matip, Neustädter, Aogo - Höjbjerg, Geis - Schöpf (90. Riether), Belhanda, Meyer (85. Kolasinac) - Huntelaar (90. Sam)
Hamburger SV: Adler - Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek - Kacar, G. Jung - N. Müller, Holtby (84. Diekmeier), Drmic (46. Cleber) - Lasogga (63. Rudnevs)
Zuschauer: 60856

Weitere Daten zum Spiel

Die erste von vielen mitreißenden Szenen in einem unterhaltsamen Spiel hatte es bereits in der vierten Minute gegeben: Gotoku Sakai schlug einen Freistoß aus der eigenen Hälfte rechts in den Schalker Strafraum. Dort profitierte Müller von einem "Nimm du ihn, ich hab ihn sicher"-Missverständnis zwischen S04-Verteidiger Roman Neustädter und Ralf Fährmann - Hamburgs Flügelspieler schob den Ball aus sechs Metern durch die Beine des Schalker Keepers zur zweitschnellsten Führung der Hanseaten in dieser Saison - nur Illicevic traf eine Minute früher zum 1:0 bei Werder Bremen. Schalke übernahm danach direkt die Initiative: HSV-Keeper Rene Adler verhinderte mit einem sensationellen Reflex auf der Linie den Ausgleich bei einem Schuss von Younes Belhanda (7.), der Ex-Hamburger Dennis Aogo schoss den Ball nach einem Freistoß aus drei Metern über das Gehäuse der Gäste (13.).

Djourou fliegt vom Platz

Auch danach blieb das Spiel intensiv: Schalke übte mit schnellem, direktem Spiel über die Flügel Druck auf die HSV-Abwehr aus, die Labbadia-Schützlinge nahmen die Zweikämpfe aber entschlossen an. Nach Balleroberungen im Mittelfeld ging es dann jedoch meist zu langsam nach vorne, um Gefahr vor dem S04-Tor heraufbeschwören zu können. Glück hatte Hamburg, als ein Tackling von Matthias Ostrzolek an Alessandro Schöpf im Strafraum nicht mit Strafstoß für die Königsblauen geahndet wurde (22.). Adler dagegen überzeugte weiter sportlich fair und stark mit Paraden gegen Schöpf (26.) und Max Meyer (27.). Gerade als sich die Hanseaten etwas aus der "Angriffszange" der Gelsenkirchener befreit hatten, fiel der Ausgleich: Neustädter eroberte vor dem HSV-Strafraum gegen Pierre-Michel Lasogga und Gideon Jung den Ball, den schließlich Meyer aus 20 Metern unhaltbar für Adler im rechten Eck unterbrachte (37.). Und es kam noch schlimmer für die Gäste: Für zwei Foulspiele in kurzer Folge sah Innenverteidiger Djourou erst Gelb (40.), dann Gelb-Rot (45.).

Huntelaar trifft aus Abseitsposition

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Bei seinem Treffer zum 2:1 stand Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (M.) knapp im Abeits.

In Unterzahl versuchten die Norddeutschen defensiv kompakt zu stehen - Cleber Reis vervollständigte ab Wiederanpfiff die Viererkette. Ein Offensivspiel der Hamburger fand so gut wie gar nicht statt; Lasogga lauerte an der Mittellinie vergeblich auf Konterchancen. Zu Tormöglichkeiten kamen nur die Hausherren: Huntelaar schoss aus der Drehung vorbei (49.), Belhandas Kopfball parierte Adler (50.). Der HSV konnte das Spiel danach für einige Minuten wieder beruhigen, bis es erst richtig turbulent wurde: Schalke forderte nach einem Klammern von Cleber im Strafraum an Huntelaar erneut vergeblich einen Elfmeter (61.), dann traf der Schalke-Stürmer aus nicht geahndeter Abseitsposition per Kopf zum 2:1 (66.). Die Gäste suchten in Rückstand den Weg nach vorne, kamen aber nicht zu Chancen im S04-Strafraum. Die Vorentscheidung zugunsten der Schalker dann in der 77. Minute: Nachdem Ostrzolek nach einem Zweikampf mit Pierre-Emile Höjbjerg liegengeblieben war, unterbrach Schiedsrichter Günter Perl die Partie nicht. Die Gelsenkirchener spielten weiter, über Meyer kam der Ball rechts in den Strafraum zu Schöpf, dessen Schuss Cleber ins kurze Eck zum 3:1 abfälschte. Das Anschlusstor durch den ersten Saisontreffer von Gojko Kacar (90.+1) fiel für die Gäste zu spät.

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