Stand: 27.02.2016 18:23 Uhr

1:1 - Mühsam ernährt sich das HSV-Eichhörnchen

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der Hamburger SV ist weiter im "Eichhörnchen-Modus". Mit dem 1:1 (1:0) am Sonnabend im Heimspiel gegen Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt hat der HSV wieder einen Punkt im Kampf gegen den Abstieg eingesammelt. Nach zuvor zwei weiteren Remis und einem Sieg gegen Gladbach sind die Hanseaten nunmehr seit vier Spielen ungeschlagen. Soweit so positiv für den Rautenclub, der in den beiden vergangenen Spielzeiten jeweils in die Relegation musste. Spielerisch gesehen war das Unentschieden gegen Ingolstadt allerdings ein bedenklicher Auftritt. Darüber konnte auch das Tor-Debüt von Winter-Neuzugang Josip Drmic nicht hinwegtäuschen. "Es war ein ekelhaftes Spiel. Nach der frühen Führung haben wir etwas den Faden verloren", sagte Lewis Holtby im NDR 2 Interview.

"Rothosen" nach gutem Start zu passiv

Drmic' Tor-Debüt im HSV-Trikot

23.Spieltag, 27.02.2016 15:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 1:1


  • FC Ingolstadt

Tore: 1:0 Drmic (7.) 1:1 Hinterseer (61.)
Hamburger SV: Adler - Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek - Holtby, G. Jung - N. Müller (46. Ilicevic), Hunt (73. Kacar), Drmic - Rudnevs (79. Lasogga)
FC Ingolstadt: Nyland - da Costa, Matip, Hübner, Bauer - Groß, Roger, Cohen - Leckie, Lezcano (87. Hartmann), Hinterseer (90.+2 Bregerie) -
Zuschauer: 50675

Weitere Daten zum Spiel

Zeit mit Abtasten verschwendeten beide Teams nicht. Es ging von Beginn an munter hin und her, wobei der HSV in der siebten Minute eine Kombination auf den Rasen im Volksparkstadion zauberte, die sich sehen lassen konnte. Im Direktspiel nahmen Aaron Hunt, Artjoms Rudnevs und Nicolai Müller die linke Abwehrseite der Ingolstädter auseinander. So kam Hunt bis zur Grundlinie durch, legte mustergültig auf Drmic quer, der nur noch einzuschieben brauchte - 1:0. Es sollte erst einmal der letzte Moment für Fußball-Ästheten gewesen sein. Denn in der Folgezeit waren durchdachte Kombinationen eher selten zu sehen. Dafür ging es in den Zweikämpfen äußerst robust zur Sache. Spielunterbrechungen und Rudelbildungen prägten das Geschehen, sogar als Hamburgs Torwart René Adler in Gotoku Sakai den eigenen Mann beim Herauslaufen kurzzeitig ausknockte. Der Japaner konnte allerdings weiterspielen. Ein bisschen Glück hatten die Hanseaten bei Mathew Leckies Schuss von der Strafraumgrenze, der knapp am Pfosten vorbeiging (21.). In die Rubrik Sehenswert fiel in der 41. Minute noch die Chance von Hunt. Der erste Versuch des Ex-Wolfsburgers wurde abgeblockt. Dann setzte er zum Fallrückzieher an, der aber genau auf FCI-Keeper Örjan Nyland kam.

Ingolstadt trifft einmal mehr nach einer Standardsituation

Nach dem Seitenwechsel war die Partie weiter intensiv, aber von überschaubarem Niveau. Beide Teams leisteten sich viele Fehlpässe. Besonders bitter war jener von Rudnevs in der 57. Minute. Hätte der Lette den Ball sauber in den Raum gelegt, wäre der eingewechselte Ivo Ilicevic frei vor Nyland aufgetaucht. Doch Rudnevs spielte den Pass in den Rücken seines Mitspielers. Anstatt einer möglichen 2:0-Führung mussten sich die Hamburg ab der 61. Minute mit einem Remis auseinandersetzen. Wie schon so oft in dieser Saison nutzte der Aufsteiger dafür eine Standardsituation: Ecke Pascal Groß, Kopfball Lukas Hinterseer - 1:1. Die Gäste wollten mehr. Erneut Hinterseer kam nach einer schönen Direkt-Kombination zum Abschluss, doch Adler klärte mit den Fäusten (72.).

Labbadia: "Es war das erwartete Schweinespiel"

Und der HSV? Der hatte sich viel zu weit in die Defensive drängen lassen. Der Weg nach vorne war dadurch sehr weit. Zudem fehlten die Ideen, um ihn dennoch zu überbrücken. Gideon Jungs Schuss von halbrechter Position war wenig zwingend (76.). Coach Bruno Labbadia reagierte und brachte Pierre-Michel Lasogga für den bemühten, aber komplett wirkungslosen Rudnevs (79.). Doch auch Lasogga brachte keine sehenswerte Aktion mehr zustande. "Es war das erwartete Schweinespiel. Das 1:0 war top, doch danach haben wir es versäumt, die Spielkontrolle zu behalten. Wir haben uns das Spiel von Ingolstadt aufzwingen lassen", resümierte Labbadia.

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