Stand: 14.10.2017 17:55 Uhr

Der HSV trifft wieder und verliert trotzdem

von Matthias Heidrich, NDR.de

Der Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat seinen "Tor-Fluch" bezwungen und sogar zwei Treffer erzielt. Allein, das half den Hanseaten am Sonnabend im Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 wenig. Die Gastgeber markierten drei Tore und brachten dem HSV so eine 2:3 (1:1)-Niederlage bei. "Wir versäumen es, die Fehler der Gegner auszunutzen, aber die Gegner nutzen unsere aus. Das war der Unterschied heute", sagte Mergim Mavraj dem NDR. Damit ist der Bundesliga-Dino seit sechs Spielen ohne Sieg, kletterte kurioserweise aber auf den 15. Tabellenplatz, weil Freiburg in München 0:5 verlor. Trotzdem werden sich die "Rothosen" mächtig strecken müssen, soll diese Negativserie nicht auf sieben Partien anwachsen. Denn am nächsten Sonnabend kommt der FC Bayern München ins Volksparkstadion.

HSV-Herbstblues hält an

Walace bricht den Bann

Die Partie in Mainz war noch nicht einmal 120 Sekunden alt, da lag der HSV schon in Rückstand. Giulio Donati kam über die schlecht sortierte linke Abwehrseite der Hamburger durch, legte clever auf Alexandru Maxim zurück, der ins lange Eck einschob - 1:0 für die Gastgeber. Eine kalte Dusche für die Hanseaten, die aber eine schnelle Antwort parat hatten. Eine Kopfballabwehr des Mainzers Stefan Bell landete genau bei Walace. Der Brasilianer, im Vergleich zum 0:0 gegen Werder für Vasilije Janjicic in der Startelf, legte sich den Ball schön mit der Brust vor und traf trocken zum Ausgleich (9.). Der erste HSV-Treffer nach zuvor 458 Minuten Torflaute.

Hahn hämmert den Ball nur an die Latte

8.Spieltag, 14.10.2017 15:30 Uhr

  • FSV Mainz 05
  • 3:2


  • Hamburger SV

Tore: 1:0 Maxim (2.) 1:1 Walace (9.) 2:1 Bell (52.) 3:1 Latza (58.) 3:2 Salihovic (90.+2, Handelfmeter)
FSV Mainz 05: Adler - Donati, Bell, Diallo, Brosinski - Gbamin, Latza - Öztunali (88. Kodro), Maxim (61. Serdar), de Blasis - Quaison (68. Muto)
Hamburger SV: Mathenia - Diekmeier, G. Jung, Mavraj, Sakai - Ekdal, Walace (66. Schipplock) - Hahn, Hunt, Tat. Ito (55. Kostic) - Wood (79. Salihovic)
Zuschauer: 30371

Weitere Daten zum Spiel

Beide Teams boten in der Anfangsviertelstunde eine hektische, aber durchaus spannende Vorstellung mit vielen Torraumszenen. Beim HSV tat sich vor allem Bobby Wood hervor. Gerade erst von seiner enttäuschenden Länderspielreise mit den USA zurück, legte sich der Stürmer mächtig ins Zeug. In der zwölften Minute tankte er sich energisch durch, wurde allerdings gestoppt. Über Umwege landete der Ball jedoch bei André Hahn, der aus aussichtsreicher Position verzog. Wenig später lag Wood schon am Boden, rappelte sich aber blitzschnell auf, ließ Bell stehen und kam noch vor dem herausstürzenden René Adler an den Ball. Das Spielgerät ging knapp über das Mainzer Tor (15.). Danny Latza traf für die Gastgeber nach 29 Minuten das Lattenkreuz, ehe erneut Hahn für den HSV auf den Plan trat. Nach Vorarbeit des sehr agilen Tatsuya Ito und Walace kam der Neuzugang aus Gladbach vollkommen frei aus sechs Metern zum Abschluss, hämmerte das Leder aber an die Latte (42.). Das hätte die Führung für die Gäste sein müssen.

Kurz danach kassierte Mergim Mavraj, der den gesperrten Kyriakos Papadopoulos ersetzte, Gelb für sein hartes Einsteigen gegen Philippe Gbamin. Glück für den HSV, dass es die erste Verwarnung für den Albaner war. Zuvor hatte Schiedsrichter Felix Brych (München) bei zwei gelbwürdigen Fouls des Routiniers ein Auge zugedrückt.

Mathenias Patzer als Genickbruch

Nach dem Seitenwechsel spielte Mavraj wieder eine der Hauptrollen. Der Innenverteidiger ließ Bell nach einer von Walace unglücklich verlängerten Ecke entwischen und der Mainzer köpfte am zweiten Pfosten zum 2:1 für die Gastgeber ein (52.). Ito hätte postwendend egalisieren können, schoss aber einen Aufsetzer akrobatisch über das Gehäuse (53.). Fünf Minuten später folgte der Genickbruch für den HSV: Einen Distanzschuss von Danny Latza ließ HSV-Keeper Christian Mathenia durch die Finger gleiten - 3:1 für Mainz. Hätte Referee Brych bei Gbamins Rempler gegen Wood auf den Punkt gezeigt - was durchaus vertretbar gewesen wäre - wäre für die Hamburger vielleicht noch etwas gegangen (63.). Der Handelfmeter in der Nachspielzeit nach Videobeweis, den Sejad Salihovic zum 2:3 in die Maschen hämmerte (90.+2), kam zu spät für die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol.

Programm-Tipp

HSV-Keeper Mathenia zu Gast im Sportclub

15.10.2017 23:10 Uhr
Sportclub

Im Fokus: Die Nordclubs in den Fußball-Bundesligen sowie das Thema Kopfverletzungen im Sport. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.10.2017 | 23:10 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/sport/fussball/Bundesliga-Hamburg-HSV-Mainz,hsv19494.html