Stand: 12.05.2017 09:14 Uhr

Mehr Anteile für Kühne = Lizenz für den HSV

Sicherte dem HSV die Lizenz für die kommende Saison: Klaus-Michal Kühne.

Der Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat die Auflagen der Deutschen Fußball Liga (DFL) erfüllt und die Lizenz für die kommende Saison erhalten - dank Investor Klaus-Michael Kühne. Das teilte der Club am Donnerstag mit. "Wir haben die notwendigen Maßnahmen getroffen, um sowohl für die Bundesliga als auch für die Zweiten Liga die erforderliche Spielgenehmigung zu erhalten", wird Vorstandsmitglied Frank Wettstein in einer Stellungnahme auf der Club-Homepage zitiert. Demnach hat der milliardenschwere Logistikunternehmer seine Anteile an der HSV Fußball AG aufgestockt und so für die von der DFL verlangte Kapitalerhöhung gesorgt.

AG-Anteile auf 17 Prozent erhöht

Verteilung der Anteile an der HSV Fußball-AG

  • Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: 20,57 %
  • Familie Burmeister: 1,35 %
  • Agrarunternehmer Helmut Bohnhorst: 1,22 %
  • Erben von Weinhändler Alexander Margaritoff: 0,67 %

Laut Satzung darf die HSV Fußball AG 24,9 Prozent ihrer Anteile veräußern.
Sollen weitere Anteile verkauft werden, müssen die Mitglieder des Vereins zustimmen.
Die DFL erlaubt den Verkauf 49,9 Prozent.

Mit Vereinbarung vom 28. April 2017 habe Kühne die Übernahme weiterer Aktien an der HSV Fußball AG erklärt, teilte der HSV mit. Die Kapitalerhöhung umfasse insgesamt 312.500 Aktien. Damit hat der 79-Jährige seine Beteiligung an der HSV Fußball AG von elf auf 17 Prozent erhöht. Insgesamt hat die AG seit der Ausgliederung des Lizenzspielbetriebs im Jahr 2014 nun 20,79 Prozent der Anteile im Wege der Kapitalerhöhung platziert und damit das Eigenkapital um rund 60 Millionen Euro verbessern können. Neben den 17 Prozent von Kühne halten der Agrarunternehmer Helmut Bohnhorst sowie die Familie Burmeister, die mit Obst-Handel reich geworden ist, jeweils 1,5 Prozent. Die Erben des verstorbenen Weinhändlers Alexander Margaritoff gehören 0,79 Prozent der AG-Anteile. Laut Satzung darf die HSV Fußball AG insgesamt 24,9 Prozent veräußern. Zusätzlich wurde im September 2016 im Zuge der Stadionrefinanzierung ein Schuldscheindarlehen bei überwiegend institutionellen Anlegern in einem Volumen von 40 Millionen Euro platziert.

Kühnes Millionen überlebenswichtig

Ohne den Milliardär wäre es für den klammen Club von der Elbe vermutlich schon eng geworden. Neben seinen nun weiter aufgestockten Anteilen an der AG zahlt Kühne bis 2019 vier Millionen Euro pro Jahr für die Rechte am Stadionnamen und hat dem Bundesligisten bei der Ablösung des Stadionkredits und auch immer wieder bei Transfers unter die Arme gegriffen. In einem am Mittwoch erschienenen Interview hatte der Unternehmer noch seinem Frust angesichts der Krise beim HSV Luft gemacht. "Die Finanzen wurden zerrüttet, der Club wandert auf einem schmalen Grat", sagte der Mäzen und deutete gleichzeitig weitere Investitionen an. "Ich will das nicht ausschließen. Und ich weiß, dass man es von mir erwartet", so Kühne, der aber eigentlich den weiteren Verlauf der Saison abwarten wollte.

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Sportclub | 14.05.2017 | 22:30 Uhr

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