Stand: 06.03.2016 19:20 Uhr

Müller lässt den HSV gegen Hertha BSC jubeln

von Uli Petersen, NDR.de
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Erlösender Jubel beim HSV nach dem ersten von zwei Müller-Toren gegen Hertha BSC.

Der Hamburger SV hat zum Abschluss des 25. Bundesliga-Spieltags die Reaktion auf die Negativserie von drei Spielen in Folge ohne Sieg gezeigt: Gegen den Champions-League-Anwärter Hertha BSC gewannen die Hanseaten am Sonntagabend dank einer kämpferisch überzeugenden Leistung mit 2:0 (0:0). Schon in den ersten 45 Minuten war der HSV das offensiv gefährlichere Team gewesen, ohne allerdings das Hertha-Bollwerk (bisher die zweitbeste Abwehr der Liga) zu knacken. Nach dem Seitenwechsel aber belohnten sich die Gastgeber für ihre Bemühungen und ihren Einsatz: Nicolai Müller entschied die Partie mit seinen Saisontoren Nummer sechs und sieben (58./75.). "Das sind heute wirklich drei schöne Punkte. Nach dem Spiel auf Schalke war das die passende Antwort", sagte Trainer Bruno Labbadia nach dem Schlusspfiff. In der Tabelle ging es für die Hanseaten dank des achten Saisonsiegs rauf auf Rang zehn - und weit weg von der Abstiegszone.

Der "Dino" lässt die "Alte Dame" abblitzen

Labbadia rotiert die halbe Mannschaft

25.Spieltag, 06.03.2016 17:30 Uhr

  • Hamburger SV
  • 2:0


  • Hertha BSC

Tore: 1:0 N. Müller (58.) 2:0 N. Müller (75.)
Hamburger SV: Adler - Sakai, Cleber, Spahic, Ostrzolek - Holtby, Ekdal (76. Kacar) - N. Müller (88. Bahoui), Hunt (78. G. Jung), Ilicevic - Rudnevs
Hertha BSC: Jarstein - Pekarik, N. Stark, Brooks, Plattenhardt - Weiser (82. Stocker), Skjelbred, Lustenberger (67. Cigerci), Kalou - Darida (67. Haraguchi) - Ibisevic
Zuschauer: 46136

Weitere Daten zum Spiel

Labbadia hatte nach der 2:3-Niederlage beim FC Schalke 04 die Rotationsmaschine in Gang gesetzt: Im Vergleich zum Spiel am vergangenen Mittwoch tauschte er gleich die halbe Feldspieler-Belegschaft aus. Cléber Reis ersetzte den gesperrten Kapitän Johan Djourou, die wiedergenesenen Albin Ekdal (erstes Spiel seit Ende Oktober) und Aaron Hunt verdrängten Gideon Jung und Gojko Kacar auf die Bank. Dort fanden sich auch Josip Drmic und Pierre-Michel Lasogga wieder, für die Ivo Ilicevic und Artjoms Rudnevs begannen.

Defensive ist zunächst Trumpf

Nach zehnminütigem Abtasten zweier Mannschaften mit ähnlicher taktischer Ausrichtung im 4-2-3-1 prüfte Gäste-Stürmer Vedad Ibisevic HSV-Keeper René Adler mit einem Kopfball aus acht Metern (10.). Auch die Hanseaten kamen per Kopf zu ihrer ersten Chance: Rudnevs hatte viel Platz im Zentrum, setzte den Ball aber knapp rechts am Tor der Berliner vorbei (16.). Die Zweikämpfe wurden intensiver, aber in den Strafräumen passierte lange sehr wenig. Beide Mannschaften attackierten meist schon weit in der gegnerischen Hälfte, sodass kaum einmal ein geordneter Spielaufbau zustande kam. Erst in den letzten Minuten vor der Pause, als Berlin sich weiter zurückzog, kam der HSV am gegnerischen Sechzehner zu Abschlüssen. Die beste Chance machte Hertha-Keeper Rune Jarstein zunichte, als er Gotoku Sakais gefährlichen Schuss noch zur Ecke lenkte (44.).

Müller macht's erst mit links ...

Nach der Pause agierten nicht nur die Hamburger weiter im Vorwärtsgang, auch die Gäste spielten nun Fußball mit einer etwas offensiveren Ausrichtung. Da aber sowohl der HSV als auch Hertha BSC im Angriff die Pässe oft zu ungenau spielten oder zu lange mit dem Abschluss zögerten, ließ das erste Tor der Partie noch etwas auf sich warten. In der 58. Minute war es dann aber soweit: Lewis Holtbys Hereingabe von der linken Seite landete bei Nicolai Müller, der von der Strafraumgrenze die Lücke fand und mit links ins rechte untere Eck traf.

... und trifft dann auch mit rechts

Die letze halbe Stunde war ein echter Fußball-Fight: Der HSV nahm die Zweikämpfe an gegen einen Hauptstadt-Club, der nun voll auf Offensive umschalten musste. Im Strafraum überstanden die Gastgeber einige brenzlige Szenen unbeschadet: Emir Spahic blockte einen Schuss von Vladimir Darida (66.), Sakai riskierte beim Tackling gegen Ibisevic einen Strafstoß, den Schiedsrichter Felix Brych aber nicht gab (70.). Dass es in der Schlussphase kein großes Zittern gab, hatte der HSV seinem offensiven Dreigestirn Hunt, Holtby und Müller zu verdanken. Eine schnelle und direkte Kombination brachte Letztgenanntem zehn Meter vor dem Tor freie Schussbahn - mit rechts traf Müller zum entscheidenden 2:0 (75.). Der Sieg - und damit die Revanche für das 0:3 im Hinspiel - geriet dank einer konzentrierten Abwehrleistung bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Gefahr. "Wir wollten heute das nachholen, was wir in den vergangenen Wochen verpasst haben. Und ich denke, wir haben ein sehr, sehr, sehr gutes Spiel abgeliefert", sagte "Doppelpacker" Müller nach dem Spiel im NDR Interview.

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