Stand: 04.02.2016 13:01 Uhr

Wiese versus Wiedwald: "Wie eine Milchschnitte"

Geht als Kolumnist mit Werder Bremen hart ins Gericht: Tim Wiese.

Tim Wiese lässt die Netzgemeinde gerne an seinem Leben teilhaben. Via seines "Instagram"-Accounts zeigt der frühere Nationalkeeper regelmäßig, wie es um seinen Fitnesszustand bestellt ist. Der 34-Jährige hat sich seit geraumer Zeit mit Haut und Haaren dem Bodybuilding verschrieben. So ganz aus den Augen verloren hat der Kraftprotz die angeblich "schönste Nebensache der Welt", den Fußball, aber auch noch nicht. Und weil Wiese bereits zu seinen aktiven Zeiten durch sein Auftreten sowie seine Aussagen stets polarisiert hat, darf er seine Gedanken zur Lage der Nation nun hin und wieder als "Bild"-Kolumnist in die Öffentlichkeit tragen. In seinem aktuellen Beitrag beschäftigt sich der Hobby-Wrestler dabei mit seinem langjährigen Arbeitgeber Werder Bremen und lässt insbesondere an dessen Schlussmann Felix Wiedwald kein sonderlich gutes Haar.

"Hält zu wenige Unhaltbare"

Zunächst attestiert Wiese Bremens aktueller Nummer eins zwar, dass er ein "solider Torwart" sei. Dann aber hat er kaum noch ein gutes Wort für den 25-Jährigen über, mit dem einst gemeinsam auf dem Trainingsplatz stand. Wiedwald sei einer, der sich "ständig pusht" und nach Paraden die Faust recke. Das könne man ja auch mal machen, meint Wiese, "aber bitte nur nach Unhaltbaren - so wie ich früher", mahnt der 34-Jährige an. Davon zeige der Rückkehrer von Eintracht Frankfurt aber "leider viel zu wenige", meint der muskelbepackte Ex-Profi und lästert über das Erscheinungsbild Wiedwalds: "Vielleicht sieht er auch deshalb so aus, als ob ihm seine Oma eine Milchschnitte eingepackt hat."

Werder Bremens bitterste Abgänge

Unverständnis für Yatabaré-Verpflichtung

Wiese, seit September 2014 im Fußball-Ruhestand und seitdem primär damit beschäftigt, Muskelmasse aufzubauen, macht sich zudem auch zum Werder-Kaufrausch (fünf Neuzugänge) in der Winterpause seine Gedanken. "Entweder hat Thomas Eichin (Bremens Manager, die Redaktion) einen Schatz gefunden oder ich habe damals noch einen Gehaltskoffer auf der Geschäftsstelle stehen lassen", schreibt der 34-Jährige, der einst zu den Topverdienern beim Bundesligisten zählte. Er verstehe auch nicht, warum Sambou Yatabaré verpflichtet worden sei. "Wie kann man einen Spieler holen, dem eine lange Sperre droht? Das Geld hätte man auch gleich in die Weser schmeißen können", echauffiert sich der Privatier. Dass der Nationalspieler Malis einen Zweieinhalb-Jahreskontrakt unterschrieb und Eichin erklärte: "Wir haben ihn für ein paar Jahre und nicht für ein paar Spiele verpflichtet", war Wiese offenbar entgangen.

Wie weiland Lothar Matthäus

Ein wenig erinnert der langjährige Werder-Ballfänger (von 2005 bis 2012) an einen gewissen Lothar Matthäus. Auch der Weltmeister von 1990 hatte sich nach seiner überaus erfolgreichen Laufbahn zunächst auf fremdes Terrain gewagt und versucht, Fußball-Deutschland als Kolumnist und TV-Experte aufzuklären. Seine Analysen stießen dabei nicht überall auf Gegenliebe, sodass der redselige Franke zwar mehrmals mit bildhübschen und blutjungen Frauen vor dem Altar stand, aber bis heute als Trainer auf keiner Bundesliga-Bank saß. Doch anders als Matthäus verfolgt Tim Wiese dieses Ziel auch gar nicht. Die Werder-Ikone peilt eine Karriere als Profi-Wrestler in den USA an.

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