Stand: 27.02.2016 18:20 Uhr

Hannover sendet Lebenszeichen - Sieg beim VfB

von Bettina Lenner, NDR.de
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Christian Schulz (vorne rechts) traf doppelt.

Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96 hat im Abstiegskampf ein Lebenszeichen gesendet. Die Niedersachsen setzten sich am Sonnabend überraschend mit 2:1 (1:1) beim VfB Stuttgart durch und feierten damit den ersten Sieg unter Trainer Thomas Schaaf. Beide Tore für die Gäste, die den ersten Dreier nach zuvor acht Pleiten in Folge verbuchten, erzielte der starke Kapitän Christian Schulz. "Es ist ein tolles Gefühl, mal wieder was mitzunehmen. Besonders imponierend war, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Wir haben uns nie aufgegeben. Das müssen wir jede Woche abrufen. Ich glaube, dann ist auch noch einiges möglich", sagte Nationalkeeper Ron-Robert Zieler NDR 2. Der Druck bleibt vor den anstehenden Derbys gegen Wolfsburg und Bremen allerdings unverändert groß.

Schaaf wirbelt Startelf durcheinander

Schaaf hatte munter durchgewechselt. Spielgestalter Hiroshi Kiyotake, der nach einem Haarriss im Fuß seit November schmerzlich vermisst worden war, stand erstmals nach seiner Verletzung wieder in der Startelf. Sein japanischer Landsmann Hotaru Yamaguchi, Schulz, Oliver Sorg sowie überraschend die beiden Talente und Winter-Neuzugänge Iver Fossum und Marius Wolf kamen ebenfalls frisch rein. Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte. Die sechs Neuen brachten eine andere Körpersprache mit und viel Schwung in die Partie, 96 präsentierte sich mutig und bissig. Vor allem der 19-jährige Fossum sorgte für Belebung, in der vierten Minute musste sich VfB-Keeper Przemyslaw Tyton bei einem 20-Meter-Schlenzer des Norwegers mächtig strecken, um den Ball noch um den rechten Pfosten zu lenken. Der Torwart vereitelte auch Fossums zweite gute Gelegenheit (20.) sowie eine Chance von Kenan Karaman (9.). Dennoch: Hannover wirkte mutiger als in den vergangenen Partien und verteidigte zudem kompakt - hinten sicher stehen und effektiv kontern lautete offenbar das Motto, mit dem 96 scheinbar auf einem guten Weg war.

Erster Sieg für Hannover unter Schaaf

Rückstand nach 18 Minuten

23.Spieltag, 27.02.2016 15:30 Uhr

  • VfB Stuttgart
  • 1:2


  • Hannover 96

Tore: 1:0 Werner (18.) 1:1 C. Schulz (32.) 1:2 C. Schulz (83.)
VfB Stuttgart: Tyton - Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua - Die (75. Harnik) - Rupp, Maxim, Gentner, Kostic - Werner (76. Krawez)
Hannover 96: Zieler - Sakai, Sané, C. Schulz, Sorg - Hoffmann, Yamaguchi - Karaman, Fossum (88. Sobiech), M. Wolf (75. Klaus) - Kiyotake (90.+2 Anton)
Zuschauer: 54356

Weitere Daten zum Spiel

Nach der guten Anfangsphase umso bitterer der Rückstand in der 18. Minute: Alexandru Maxim, der den gelb-gesperrten Spielmacher Daniel Didavi ersetzte, zirkelte einen Freistoß von der Strafraumgrenze auf Timo Werner, der mutterseelenallein im Fünfer hochsteigen und den Ball mit der Schulter zur Stuttgarter Führung ins Tor des chancenlosen Zieler drücken konnte. Ein kolossaler Aussetzer von 96 - und das Ende aller Hoffnungen? Immerhin: Die Niedersachsen wirkten keineswegs geschockt, spielten weiter verbessert. Es haperte allerdings wie gehabt in der Offensive und im Abschluss. Mitten in einer Stuttgarter Sturm- und Drangphase gelang dennoch der Ausgleich: Serey Die räumte Kiyotake vor dem rechten Strafraumeck ab, beim anschließenden Freistoß flankte der Japaner den Ball scharf an den zweiten Pfosten, wo Schulz lauerte und den Ball ins Tor köpfte - 1:1 (32.). Ein Weckruf für die Schwaben. Doch der seit Wochen mit Abstand beste 96-Profi Zieler zeigte bei einer Großchance von Christian Gentner eine starke Parade (36.), eine Minute später kratzte Verteidiger Oliver Sorg einen wuchtigen Kopfball von Stuttgarts Abwehrchef Georg Niedermeier von der Linie. Dass weiter mit 96 zu rechnen ist, demonstrierte Kiyotake kurz vor der Pause mit einem gefährlichen Flachschuss, der nur knapp rechts am Tor vorbeizischte.

Zieler pariert erneut stark

Stuttgart, das gegen das Schlusslicht nicht an die starken Leistungen der bisherigen Rückrunde anknüpfen konnte, präsentierte sich nach dem Seitenwechsel wacher und lauffreudiger, erhöhte den Druck. In der 66. Minute klärte Sorg erneut in höchster Not auf der Linie, keine zehn Minuten später konnte Werner den Ball nicht im leeren Tor unterbringen. Und immer wieder Zieler: Als der Serbe Filip Kostic ganz allein auf den Keeper zustürmte, machte sich der Schlussmann ganz breit - und blieb der Sieger (78.). Der VfB nutzte seine Möglichkeiten nicht; und das rächte sich. Wenige Minuten vor Schluss gelang dem Tabellenletzten der unverhoffte Siegtreffer: Wieder fand Kiyotakes Freistoß Schulz, der diesmal zunächst an Tyton scheiterte, den Abpraller aber über die Linie drückte. 2:1 und die Entscheidung gegen die Schwaben, die sich nach acht Partien erstmals wieder geschlagen geben mussten. "In der zweiten Hälfte haben wir einige Situationen überstehen müssen. Wir haben aber nie den Glauben verloren. Diese Mannschaft lebt, sie hat sich immer wieder gewehrt und auch gerettet. Deswegen freut es mich umso mehr", bilanzierte Schaaf.

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